Energie Contracting – Arten, Kosten und worauf Sie achten müssen
Energie Contracting ist der Oberbegriff für alle Formen der vertragsbasierten Energielieferung durch einen spezialisierten Dienstleister. Ob Wärme, Strom, Kälte oder eine Kombination daraus – beim Energie Contracting übernimmt der Contractor alle Aufgaben rund um Erzeugung, Bereitstellung und Abrechnung der Energie.
Was unterscheidet Energie Contracting vom klassischen Energiebezug?
Beim klassischen Energiebezug kauft ein Gebäudeeigentümer Gas oder Strom von einem Versorger und betreibt seine Heizungsanlage selbst. Er trägt alle Kosten für Investition, Wartung, Reparatur und Betrieb. Beim Energie Contracting hingegen liefert der Contractor fertige Nutzenergie – also Wärme in Form von Warmwasser in der Heizleitung, Strom direkt aus der Anlage oder Kälte für Klimaanlagen.
Der entscheidende Unterschied: Der Eigentümer hat keine Anlage mehr zu betreiben. Er kauft ein Ergebnis – warme Heizkörper, warmes Brauchwasser, gekühlte Räume.
Die drei Hauptarten des Energie Contractings
Wärme-Contracting: Dies ist die häufigste Form. Der Contractor installiert und betreibt eine Wärmeerzeugungsanlage (BHKW, Wärmepumpe, Pelletheizung oder Hybridanlage) und liefert Heizwärme und Warmwasser. Der Eigentümer zahlt einen Grundpreis (monatlich fix) sowie einen Arbeitspreis pro verbrauchter kWh.
Strom-Contracting (auch: KWK-Contracting): Beim Strom-Contracting mit Blockheizkraftwerk erzeugt der Contractor sowohl Wärme als auch Strom direkt im Gebäude. Der erzeugte Strom wird als Mieterstrom an die Bewohner geliefert oder ins Netz eingespeist. Für den Eigentümer bedeutet das: Er bietet seinen Mietern günstigeren Strom an und verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Anlage erheblich.
Kälte-Contracting: Vor allem in Gewerbeimmobilien, Rechenzentren und Supermärkten relevant. Der Contractor betreibt eine Kältemaschine und liefert Kälte zur Klimatisierung oder Prozesskühlung. Häufig wird Kälte-Contracting mit Wärme-Contracting kombiniert (sogenannte Trigeneration: Strom + Wärme + Kälte aus einer Anlage).
Kosten beim Energie Contracting
Die Kosten eines Energie-Contracting-Vertrags setzen sich typischerweise aus zwei Komponenten zusammen:
Grundpreis: Eine feste monatliche Pauschale, die die Bereitstellung der Anlage, den laufenden Betrieb und die Wartung abdeckt. Dieser Preis bleibt über die Vertragslaufzeit weitgehend stabil.
Arbeitspreis: Ein variabler Preis pro verbrauchter Kilowattstunde, der sich an einem Brennstoffindex orientiert. Steigen die Gaspreise, steigt auch der Arbeitspreis – fällt der Gasindex, sinken die Kosten.
Insgesamt liegen die Gesamtkosten beim Energie Contracting in der Regel auf einem ähnlichen oder geringeren Niveau als beim Eigenbetrieb – ohne die Anfangsinvestition und ohne technisches Risiko.
Welche Förderungen gibt es beim Energie Contracting?
Energie Contracting ist in besonderer Weise förderungsfähig, weil moderne Anlagen die gesetzlichen Anforderungen an erneuerbare Energien und Effizienz erfüllen. Folgende Förderprogramme sind relevant:
- BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude): Bis zu 70% Investitionskostenzuschuss für Wärmepumpen und BHKW mit Biomasse.
- KWK-Gesetz: Einspeisevergütung und Steuervorteile für Blockheizkraftwerke, die Strom ins Netz einspeisen.
- BAFA-Förderung: Für Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Wärmeerzeugung.
- KfW-Kredite: Zinsgünstige Darlehen für Energieeffizienzprojekte.
Beim Energie Contracting mit einem professionellen Contractor werden alle Förderungen in der Regel vollständig ausgeschöpft und in günstigere Energiepreise für den Kunden umgerechnet.
Worauf sollten Sie bei der Wahl des Contractors achten?
Ein seriöser Energie-Contractor zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Transparente Vertragsstruktur mit klar definierten Leistungen, Preisformeln und Kündigungsrechten
- Technologieneutralität: Der Contractor empfiehlt die Anlage, die zum Gebäude passt – nicht die, die er am liebsten verkauft
- Nachgewiesene Erfahrung: Referenzprojekte ähnlicher Größe und Art sollten vorhanden sein
- Eigene Service-Organisation: 24/7-Bereitschaft und direkte Wartungsteams statt Untervergabe
- Klare Regelung zum Eigentumsübergang am Ende der Vertragslaufzeit