Kostenloser Benchmark-Report 2026

    Energie-Benchmark für große Immobilien

    Wie viel Energie verbraucht Ihre Immobilie – und ist das viel oder wenig? Mit diesem öffentlichen Benchmark ordnen Sie den Verbrauchskennwert Ihres Objekts in kWh je Quadratmeter und Jahr in wenigen Minuten ein: gegen die gesetzlichen Effizienzklassen und gegen den jeweiligen Gebäudetyp.

    Der Energieverbrauchskennwert – der jährliche Energieverbrauch bezogen auf die beheizte Fläche – ist die wichtigste Vergleichsgröße für den energetischen Zustand eines Gebäudes. Für Portfoliohalter, Family Offices und Hausverwaltungen ist er die Grundlage jeder fundierten Entscheidung: Er zeigt, welche Objekte die höchsten Energie- und CO₂-Kosten verursachen, wo Sanierungsdruck besteht und wo eine Contracting-Lösung den größten Hebel hat. Dieser Report bündelt die zentralen öffentlichen Referenzwerte an einem Ort.

    Einordnen

    Kennwert gegen Effizienzklasse und Gebäudetyp spiegeln.

    Potenzial erkennen

    Abstand zum Zielwert zeigt das realistische Einsparpotenzial.

    Risiko bewerten

    Hohe Kennwerte bedeuten CO₂-Kosten und Stranding-Risiko.

    So ermitteln Sie den Kennwert Ihrer Immobilie

    Die Rechnung ist einfach: Teilen Sie den jährlichen Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser (in Kilowattstunden, aus der Heizkostenabrechnung oder dem Energieausweis) durch die beheizte Gebäudenutzfläche in Quadratmetern. Das Ergebnis ist Ihr Verbrauchskennwert in kWh/(m²·a). Für einen sauberen Vergleich sollten die Werte witterungsbereinigt sein – kalte Winter treiben den Rohverbrauch nach oben, ohne dass sich am Gebäude etwas geändert hätte.

    Benchmark 1: Effizienzklassen für Wohngebäude (GEG)

    Für Wohngebäude gibt der Gesetzgeber eine verbindliche Skala vor. Die Effizienzklassen des Energieausweises nach Anlage 10 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) reichen von A+ bis H und beziehen sich auf die Endenergie. Anhand Ihres Kennwerts lesen Sie die Klasse direkt ab:

    KlasseEndenergie kWh/(m²·a)Einordnung
    A+bis 30Neubau / Passivhaus-Niveau
    Aüber 30 bis 50Effizienzhaus / hochsaniert
    Büber 50 bis 75gut saniert
    Cüber 75 bis 100solider Bestand
    Düber 100 bis 130durchschnittlicher Bestand
    Eüber 130 bis 160Modernisierungsbedarf
    Füber 160 bis 200hoher Sanierungsbedarf
    Güber 200 bis 250unsanierter Altbau
    Hüber 250kritisch, Stranding-Risiko

    Zur Einordnung: Der bundesweite Durchschnitt für den witterungsbereinigten Heizenergieverbrauch von Mehrfamilienhäusern liegt nach dem Wärmemonitor grob im Bereich von 120 bis 140 kWh/(m²·a) – das entspricht der Klasse D bis E. Alles darunter ist überdurchschnittlich effizient, alles darüber bietet erhebliches Potenzial.

    Benchmark 2: Vergleichswerte nach Gebäudetyp

    Für Nichtwohn- und Sonderimmobilien greift keine einheitliche Skala, weil das Nutzungsprofil den Verbrauch dominiert: Ein Krankenhaus mit 24/7-Betrieb ist mit einem Bürogebäude nicht vergleichbar. Die VDI 3807 stellt daher gebäudetypische Vergleichswerte je Nutzungsart bereit. Die folgende Übersicht nennt typische Spannbreiten des End­energieverbrauchs für Wärme (Heizung und Warmwasser) als Orientierung:

    GebäudetypkWh/(m²·a)Hinweis
    Mehrfamilienhaus (Bestand)120 – 180Heizung + Warmwasser; unsaniert deutlich höher
    Mehrfamilienhaus (saniert)60 – 100nach Dämmung/Anlagentausch
    Bürogebäude80 – 150Wärme; Strom für Kühlung/IT separat
    Hotel / Boardinghaus200 – 350hoher Warmwasser- und Küchenanteil
    Pflegeheim / Seniorenresidenz200 – 350durchgehender Betrieb, hohe Warmwasserlast
    Krankenhaus / Klinik250 – 40024/7-Betrieb, Hygiene, Lüftung
    Einzelhandel / Fachmarkt100 – 250stark nutzungsabhängig
    Schwimmbad / Hallenbad600 – 1.200Beckenwasser + Lüftung, Spitzenwerte

    Diese Werte sind bewusst als Spannen angegeben. Baualter, Dämmstandard, Anlagentechnik, Nutzerverhalten und die Abgrenzung zwischen Wärme und Strom verschieben den Kennwert erheblich. Sie taugen zur schnellen Ersteinordnung, ersetzen aber keine objektbezogene Analyse.

    Vom Kennwert zur Entscheidung: CO₂-Kosten und Stranding-Risiko

    Ein hoher Kennwert ist mehr als ein technisches Detail – er ist ein finanzielles Risiko. Erstens steigen die CO₂-Kosten: Seit dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) wird der CO₂-Preis nach einem Stufenmodell zwischen Eigentümer und Mieter aufgeteilt – je schlechter das Gebäude, desto höher der Anteil, den der Eigentümer trägt. Zweitens entsteht ein Stranding-Risiko: Gebäude, deren Verbrauch über dem Dekarbonisierungspfad (CRREM) liegt, verlieren an Finanzierbarkeit und Marktwert. Der Benchmark zeigt also nicht nur den Ist-Zustand, sondern auch, wie dringend gehandelt werden muss.

    Der Abstand zwischen Ihrem Kennwert und einem realistischen Zielwert ist zugleich Ihr Einsparpotenzial. Eine Modernisierung der Wärmeerzeugung – etwa auf BHKW, Wärmepumpe oder eine Hybridlösung – senkt den Kennwert oft um 30 bis 40 Prozent, ohne dass Sie die Investition selbst tragen müssen: Beim Contracting refinanziert der Contractor die Anlage über den Wärmepreis.

    Methodik & Datenquellen

    Dieser Benchmark bündelt anerkannte, öffentlich verfügbare Referenzwerte. Die Effizienzklassen entstammen der Anlage 10 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und beziehen sich auf die Endenergie. Die gebäudetypischen Vergleichswerte orientieren sich an der VDI 3807 (Energieverbrauchskennwerte für Gebäude) sowie an veröffentlichten Marktdaten wie dem Wärmemonitor. Es handelt sich um Orientierungsspannen, nicht um proprietäre Messdaten einzelner Objekte.

    Hinweis: Die genannten Werte dienen der schnellen Ersteinordnung und ersetzen keinen Energieausweis, kein Energieaudit nach DIN EN 16247 und keine individuelle Beratung. Für eine belastbare Bewertung und Maßnahmenplanung ist eine objektbezogene Analyse erforderlich.

    Häufige Fragen zum Energie-Benchmark

    Was ist ein guter Energieverbrauchskennwert für ein Mehrfamilienhaus?

    Als Orientierung dienen die Effizienzklassen nach GEG Anlage 10. Ein Wert bis rund 100 kWh/(m²·a) entspricht Klasse C und gilt im Bestand als gut; Werte über 160 kWh/(m²·a) (Klasse E und schlechter) zeigen deutlichen Modernisierungsbedarf. Der bundesweite Durchschnitt liegt witterungsbereinigt grob bei 120 bis 140 kWh/(m²·a).

    Welche Effizienzklassen gibt es nach dem Energieausweis?

    Neun Klassen von A+ (bis 30) bis H (über 250 kWh/(m²·a)). Die Grenzen sind in GEG Anlage 10 festgelegt und beziehen sich auf die Endenergie je Quadratmeter beheizter Nutzfläche.

    Womit vergleiche ich eine Gewerbe- oder Sonderimmobilie?

    Für Nichtwohngebäude liefert die VDI 3807 gebäudetypische Vergleichswerte je Nutzungsart – etwa für Büro, Hotel, Pflegeheim, Klinik oder Schwimmbad. Der Vergleich erfolgt immer gegen den jeweiligen Gebäudetyp, da das Nutzungsprofil den Verbrauch prägt.

    Ersetzt der Benchmark einen Energieausweis oder ein Energieaudit?

    Nein. Die Werte ermöglichen eine schnelle Ersteinordnung. Für rechtsverbindliche Aussagen ist ein Energieausweis nötig, für die belastbare Maßnahmenplanung ein Energieaudit nach DIN EN 16247 oder eine detaillierte technische Analyse.

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