BHKW im Hotel: Wirtschaftlichkeit, Schwellenwerte und Contracting

    Ein BHKW im Hotel erzeugt Wärme und Strom gleichzeitig und genau dort, wo beide ganzjährig gebraucht werden. Kein anderer Gebäudetyp passt so gut zur Kraft-Wärme-Kopplung wie ein Beherbergungsbetrieb mit gleichmäßiger Auslastung. Dieser Beitrag erläutert, ab welchen Schwellenwerten sich ein Blockheizkraftwerk rechnet, wie Sie es korrekt auslegen und wie Sie es ohne eigene Investition über ein Contracting-Modell realisieren.

    Warum sich Hotels besonders für ein BHKW eignen

    Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine kompakte KWK-Anlage, die einen Verbrennungsmotor mit einem Generator koppelt. Der Motor treibt den Generator an und erzeugt Strom, die dabei entstehende Abwärme wird vollständig für Heizung und Warmwasser genutzt. Dieses Prinzip entfaltet seinen Vorteil nur dann, wenn Wärme und Strom über möglichst viele Stunden im Jahr gleichzeitig abgenommen werden.

    Genau das leistet ein Hotel. Der Warmwasserbedarf für Duschen, Küche und Reinigung läuft praktisch rund um die Uhr und über das ganze Jahr. Parallel dazu besteht ein konstanter Grundstrombedarf für Beleuchtung, Lüftung, Aufzüge, Kühlung und IT. Ein Wellnessbereich mit Pool, Sauna und Lüftung verstärkt beide Bedarfe und glättet die saisonalen Schwankungen zusätzlich. Folgende Eigenschaften machen Hotels zu idealen BHKW-Standorten:

    • hoher, gleichmäßiger Warmwasserbedarf über das gesamte Jahr
    • paralleler Grundstrombedarf, der einen hohen Eigenverbrauch ermöglicht
    • geringe saisonale Schwankung, besonders bei Wellness- und Tagungsbetrieb
    • vorhandene Technikzentrale mit Anschluss an das interne Wärmenetz

    Die entscheidenden Schwellenwerte (Wärme- und Strombedarf)

    Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit dem Bedarf. Als belastbare Orientierung gilt ein Jahres-Wärmebedarf ab rund 150.000 kWh. Mindestens ebenso wichtig ist der parallele Strombedarf, denn der wirtschaftliche Hebel liegt im selbst genutzten Strom. Je höher der Anteil des vor Ort verbrauchten BHKW-Stroms, desto schneller amortisiert sich die Anlage.

    Übersetzt auf die Praxis erreichen Hotels diese Schwelle meist ab etwa 80 bis 100 Zimmern, bei vorhandenem Wellness- oder Restaurantbereich auch früher. Die Zimmerzahl ist jedoch nur ein Indikator. Maßgeblich ist die tatsächliche, möglichst gleichmäßige Grundlast bei Wärme und Strom über das Jahr.

    Grundlast richtig auslegen – BHKW plus Spitzenlastkessel

    Ein häufiger Fehler ist, das BHKW auf die maximale Heizlast auszulegen. Richtig ist das Gegenteil: Das BHKW deckt die Grundlast und damit nur etwa 10 bis 30 Prozent der thermischen Leistung, erzeugt aber über die hohe Laufzeit den überwiegenden Teil der Jahreswärme. Die wenigen Hochlastphasen, etwa an kalten Tagen mit Vollbelegung, übernimmt ein Spitzenlastkessel. Diese Aufteilung sorgt dafür, dass das BHKW dauerhaft im wirtschaftlichen Optimum läuft, statt häufig zu takten.

    Ein Pufferspeicher entkoppelt die Erzeugung vom kurzfristigen Verbrauch und erhöht die Laufzeit weiter. So lässt sich die Erzeugung auch dann fortsetzen, wenn die Wärme erst Stunden später benötigt wird.

    Wirtschaftlichkeit: Einsparbeispiel für ein Hotel mit Wellnessbereich

    Der zentrale Vorteil der Kraft-Wärme-Kopplung ist der hohe Gesamtnutzungsgrad. Während ein getrenntes System aus Kessel und Netzstrom hohe Umwandlungsverluste hinnimmt, erreicht ein BHKW einen Gesamtnutzungsgrad von rund 85 bis 90 Prozent, weil die Abwärme der Stromerzeugung konsequent genutzt wird.

    Betrachten Sie ein Hotel mit Wellnessbereich, das ein erdgasbetriebenes BHKW mit etwa 50 kW elektrischer Leistung einsetzt. Bei rund 6.000 Vollbenutzungsstunden erzeugt die Anlage etwa 300.000 kWh Strom pro Jahr. Wird dieser Strom überwiegend selbst verbraucht, ersetzt er teuren Netzbezug. Der wirtschaftliche Effekt setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

    • vermiedener Netzstrombezug durch hohen Eigenverbrauch
    • KWK-Zuschlag pro erzeugter Kilowattstunde nach dem KWK-Gesetz
    • Energiesteuer-Entlastung auf den eingesetzten Brennstoff
    • genutzte Abwärme statt separater Kesselwärme

    Je nach Strompreisniveau, Eigenverbrauchsquote und Auslegung sind dadurch fünfstellige jährliche Einsparungen realistisch. Die genaue Höhe hängt vom individuellen Lastprofil ab und sollte vor jeder Entscheidung durch eine Messung der realen Last bestätigt werden.

    Vollbenutzungsstunden und Eigenstromnutzung als Hebel

    Zwei Größen entscheiden über die Rendite. Die erste sind die Vollbenutzungsstunden. Erst ab etwa 5.000 bis 6.000 Betriebsstunden pro Jahr arbeitet ein BHKW wirtschaftlich. Eine zu groß gewählte Anlage erreicht diese Laufzeit nicht, weil sie häufig ab- und wieder anschalten muss. Genau deshalb wird auf die Grundlast und nicht auf die Spitzenlast ausgelegt.

    Die zweite Größe ist die Eigenstromnutzung. Selbst genutzter Strom ist deutlich mehr wert als ins Netz eingespeister, weil er den vollen Netzbezugspreis ersetzt. Ein Hotel mit seinem konstanten Grundstrombedarf kann hohe Eigenverbrauchsquoten erreichen. Das ist der eigentliche Grund, warum das BHKW im Hotel so überzeugend abschneidet.

    BHKW per Contracting – ohne CAPEX und Betriebsrisiko

    Trotz überzeugender Wirtschaftlichkeit scheuen viele Betreiber die Investition und den Betrieb einer KWK-Anlage. Genau hier setzt das Contracting an. Ein spezialisierter Contractor plant, finanziert, errichtet und betreibt das BHKW. Das Hotel zahlt nur die tatsächlich gelieferte Wärme und nutzt den vor Ort erzeugten Strom. So entfallen Investitionskosten und Betriebsrisiko vollständig:

    • kein Eigenkapital, kein CAPEX und keine Belastung der Bilanz
    • Wartung, Brennstoffbeschaffung und Reparaturen liegen beim Contractor
    • gesetzliche Pflichten, Messwesen und Abrechnung übernimmt der Contractor
    • kalkulierbare Wärme- und Strompreise statt Technikrisiko

    Der Betreiber kann sich damit auf sein Kerngeschäft, den Hotelbetrieb, konzentrieren und profitiert gleichzeitig von effizienterer Energieversorgung und sinkenden CO2-Emissionen. Mehr zu Aufbau und Vertragsformen erläutert unser Beitrag zu den Grundlagen des BHKW-Contractings.

    Förderung und KWK-Zuschlag für Hotel-BHKW

    Hocheffiziente KWK-Anlagen werden nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) gefördert. Kern ist der KWK-Zuschlag pro erzeugter Kilowattstunde Strom, der nach Eigenverbrauch und Einspeisung gestaffelt ist. Hinzu kommt die Energiesteuer-Entlastung auf den eingesetzten Brennstoff. Je nach Konstellation kommen Programme der BAFA oder KfW infrage. Im Contracting übernimmt der Contractor das gesamte Fördermittel-Management, sodass kein interner Aufwand für Antragstellung und Nachweisführung entsteht.

    Entscheidungs-Check: Lohnt sich ein BHKW für Ihr Hotel?

    Die folgenden Punkte geben eine schnelle Einschätzung. Treffen mehrere davon auf Ihr Haus zu, ist eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse sinnvoll:

    • Jahres-Wärmebedarf ab rund 150.000 kWh
    • ganzjährig hoher Warmwasserbedarf, idealerweise mit Wellnessbereich
    • konstanter Grundstrombedarf mit hoher Eigenverbrauchsmöglichkeit
    • gleichmäßige Auslastung über das Jahr statt starker Saisonalität
    • anstehender Heizungstausch oder Modernisierung der Technikzentrale

    Eine fundierte Aussage liefert immer erst die Auswertung des realen Lastgangs. Genau diese Analyse steht am Anfang jedes seriösen Contracting-Angebots.

    Häufige Fragen zum BHKW im Hotel

    Ab welcher Größe lohnt sich ein BHKW im Hotel?

    Als Orientierung gilt ein Jahres-Wärmebedarf ab rund 150.000 kWh sowie ein paralleler Strombedarf, der hohe Eigenverbrauchsanteile ermöglicht. Hotels ab etwa 80 bis 100 Zimmern, vor allem mit Wellness-, Pool- oder Restaurantbereich, erreichen diese Schwelle meist. Entscheidend ist nicht die Zimmerzahl allein, sondern eine hohe, ganzjährig gleichmäßige Grundlast.

    Wie viel kann ein Hotel mit einem BHKW einsparen?

    Durch die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom erreicht ein BHKW einen Gesamtnutzungsgrad von rund 85 bis 90 Prozent. Der selbst genutzte Strom ersetzt teuren Netzbezug, hinzu kommen KWK-Zuschlag und Energiesteuer-Entlastung. Je nach Auslegung und Strompreis sind fünfstellige jährliche Einsparungen realistisch.

    Wie wird ein BHKW im Hotel richtig ausgelegt?

    Ein BHKW wird auf die Grundlast ausgelegt, nicht auf die Spitzenlast. Es deckt typischerweise 10 bis 30 Prozent der thermischen Leistung, erzeugt damit aber den überwiegenden Teil der Jahreswärme bei hohen Laufzeiten. Lastspitzen übernimmt ein Spitzenlastkessel. Ziel sind mindestens 5.000 bis 6.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr.

    Kann ein Hotel ein BHKW ohne eigene Investition realisieren?

    Ja. Im Contracting plant, finanziert, errichtet und betreibt ein Contractor das BHKW. Das Hotel zahlt nur die gelieferte Wärme und nutzt den vor Ort erzeugten Strom. Es entstehen keine Investitionskosten und kein Betriebsrisiko, da Wartung, Brennstoff und gesetzliche Pflichten beim Contractor liegen.

    Welche Förderung gibt es für ein BHKW im Hotel?

    Für hocheffiziente KWK-Anlagen gibt es nach dem KWK-Gesetz einen Zuschlag pro erzeugter Kilowattstunde Strom, gestaffelt nach Eigenverbrauch und Einspeisung. Hinzu kommen die Energiesteuer-Entlastung auf den eingesetzten Brennstoff und gegebenenfalls Programme der BAFA oder KfW. Im Contracting übernimmt der Contractor das gesamte Fördermittel-Management.

    Lohnt sich ein BHKW für Ihr Hotel?

    Wir analysieren Ihren realen Lastgang, ermitteln die wirtschaftlich optimale Auslegung und zeigen Ihnen die CAPEX-freie Umsetzung per Contracting. Unverbindlich und kostenlos.

    Kostenlose Analyse starten