GEG-Reform 2026: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) für Förderung und Contracting bedeutet
Stand: September 2026. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. Nr. 226); seine Kernregelungen sind seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Auslegungsfragen, untergesetzliche Konkretisierungen und Fördersätze können sich in der Umsetzung weiter bewegen. Bitte vor jeder Entscheidung den tagesaktuellen Stand und die zum Antragszeitpunkt gültige Förderrichtlinie prüfen.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026 beschlossen haben, wird das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst und der ordnungsrechtliche Rahmen für die Wärmeversorgung von Gebäuden neu gefasst. Für Eigentümer großer Immobilien, Portfoliohalter und Hausverwaltungen stellt sich vor allem eine Frage: Bleibt die Heizungsförderung bestehen, und was heißt die Reform für laufende und geplante Contracting-Projekte? Dieser Beitrag ordnet den Stand ein und trennt das Ordnungsrecht (Pflichten) sauber von der Förderung (Zuschüsse).
Was das GModG ändert
Das bisherige GEG verlangte, dass jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben wird (§§ 71–71p GEG). Das GModG streicht diese starre Quote samt Übergangsfristen und setzt stattdessen einen technologieoffenen Rahmen: Nach § 42 GModG stehen für den Heizungsersatz zehn gleichwertige Optionen zur Wahl – von Gas-, Öl- und Flüssiggasheizung über Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse und Wasserstoff, Wärmepumpen- und Solarthermie-Hybride, hocheffiziente KWK und Stromdirektheizung bis zum Wärmenetzanschluss und innovativen Lösungen. Auch die Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Konstanttemperaturkessel (§ 72 GEG) ist weggefallen. Ein Betriebsverbot für fossile Kessel ab 2045 gibt es damit nicht mehr – an seine Stelle tritt die Grüngasquote nach § 42a GModG: Sie verpflichtet die Inverkehrbringer, Brennstoffe für Gebäudewärme ab 2045 vollständig klimaneutral zu machen (Regelung in einem eigenen Gesetz bis 1. Dezember 2026). Für nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaute Gas- und Ölheizungen gilt die Bio-Treppe nach § 43 GModG: 10 Prozent Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040. Eine Wärmepumpen-Hybridheizung gilt nach § 43 Abs. 5 als erfüllt, wenn die Wärmepumpe im Teillastpunkt A mindestens 30 Prozent (bivalent alternativ 40 Prozent) der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt. Der Nullemissions-Standard für Neubauten (§ 10a; für behördliche Gebäude ab 2028, für alle Neubauten ab 2030) und Mindestenergiestandards für besonders schlecht performende Nichtwohngebäude (§ 40) aus der EU-Gebäuderichtlinie stehen bereits im verkündeten Gesetz, treten aber zeitversetzt in Kraft (Artikel 2 sechs Monate nach Verkündung; Stand: Oktober 2026). Was das für Städte und Gemeinden bedeutet, steht unter Gebäudemodernisierungsgesetz für Kommunen.
Wichtig für die Praxis: Die 65-Prozent-Regel des GEG ist entfallen. Wer jetzt eine Heizung tauscht oder ein Wärmeprojekt umsetzt, richtet sich nach dem GModG. Für Vorhaben, deren Bauantrag, Anzeige oder Baubeginn vor dem 29. Juli 2026 lag, gilt nach § 111 GModG noch das alte Recht.

Zeitplan: verkündet und in Kraft
Das Bundeskabinett hatte den Gesetzentwurf im Mai 2026 beschlossen, der Bundestag ihn Anfang Juni in erster Lesung beraten. Am 10. Juli 2026 haben Bundestag und Bundesrat das Gebäudemodernisierungsgesetz final beschlossen. Das Gesetz wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. Nr. 226); die Kernregelungen sind seit dem 29. Juli 2026 in Kraft (Artikel 1, 5, 6 und 8). Die übrigen Regelungen zur Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD), etwa der Nullemissions-Standard für Neubauten und Mindestenergiestandards für Nichtwohngebäude, sind im Gesetz enthalten, treten aber zeitversetzt in Kraft (Artikel 2 sechs Monate nach Verkündung, Nullemission für behördliche Gebäude ab 2028 und für alle Neubauten ab 2030; Stand: Oktober 2026). Die Bio-Treppe für neu eingebaute fossile Heizungen greift phasenweise ab 2029. Die Fraktion Die Linke war mit einer Organklage gegen das Gesetzgebungsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert: Das Gericht verwarf den Antrag am 9. Juli 2026 als unzulässig (Az. 2 BvE 3/26); das Inkrafttreten wurde dadurch nicht aufgehalten.
Die Frist für die 65-Prozent-Pflicht in Großstädten (mehr als 100.000 Einwohner) war zuvor über ein separates Gesetz vom 1. Juli auf den 1. November 2026 verschoben worden – diese Brückenregelung ist mit dem Inkrafttreten des GModG gegenstandslos, weil § 71 und die §§ 71a–71p einschließlich der an die Wärmeplanung gekoppelten Übergangsfristen weggefallen sind. Stand: September 2026.
Bleibt die Förderung erhalten?
Förderung und Ordnungsrecht sind zwei getrennte Stellschrauben. Die staatliche Förderung des Heizungstauschs wird fortgeführt und bleibt klar auf klimafreundliche Technologien ausgerichtet: Wärmepumpen und erneuerbare Wärme werden weiter bezuschusst, fossile Heizungen dagegen nicht. Für Eigentümer bedeutet das, dass die zentralen Förderpfade absehbar bestehen bleiben:
- die KfW-Heizungsförderung für den Erzeugertausch – im Contracting die Programme 459 (Wohngebäude) und 522 (Nichtwohngebäude) für Unternehmen und Contractoren, jeweils 30 Prozent; Programm 458 gilt für Privatpersonen
- die BEG/BAFA für Einzelmaßnahmen an Hülle und Anlagentechnik
- die BEW für Wärmenetze und Quartierslösungen
- die EEW für gewerbliche und industrielle Effizienzmaßnahmen
Die konkreten Fördersätze, Boni und Höchstgrenzen ergeben sich aus der jeweils gültigen Förderrichtlinie und sollten projektbezogen geprüft werden. Eine belastbare Aussage über die genaue Förderhöhe ist immer nur zum Antragszeitpunkt möglich.
Was die Reform für Contracting bedeutet
Für das Wärme-Contracting ändert sich am Grundprinzip wenig. Der Contractor plant, finanziert und betreibt die Wärmeversorgung und trägt die Verantwortung dafür, dass sie zum jeweiligen Zeitpunkt gesetzeskonform ist – über die gesamte Vertragslaufzeit. Genau das ist der strukturelle Vorteil gegenüber der Eigeninvestition: Das Risiko künftiger Regeländerungen liegt beim Dienstleister, nicht beim Eigentümer. Das GModG schreibt das sogar ausdrücklich fest: Ist der Eigentümer nicht Betreiber, erfüllt nach § 43 Abs. 6 GModG der Betreiber – beim Contracting also der Contractor – die Bio-Treppe für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen.
Da die Förderung auf klimafreundliche Technik ausgerichtet bleibt, bleiben auch die typischen Contracting-Lösungen förderfähig: Wärmepumpen, BHKW mit erneuerbaren Brennstoffen, Hybridsysteme und netzgebundene Quartierslösungen. Wer ein Projekt plant, sollte die Förderstrategie und den Contracting-Vertrag zusammen denken und beides frühzeitig aufsetzen, statt auf einen unsicheren künftigen Rechtsstand zu warten.

Heizungsrecht & Pflichten 2026
GModG, Fernablesung und Energieaudit – was Eigentümer jetzt müssen
Das bekommen Sie
- 5 Kapitel aus dem Kesselhaus-Podcast als Lese-Report
- Alle Kennzahlen mit Rechenbeispiel aus dem Podcast
- Checkliste „Was Sie morgen prüfen sollten“ in jedem Kapitel
- Direktlinks zu den kostenlosen Rechnern
Inhalt
- 01Heizungsrecht 2026: Neuer Gaskessel und die Bio-Treppe
- 02Heizungstausch Pflicht 2026? GModG-Check durchgerechnet
- 03Fernablesbare Zähler Pflicht 2026: 3 % Kürzungsrecht
- 04Energieaudit-Pflicht DIN EN 16247: Wer muss 2026?
Häufige Fragen zur GEG-Reform und Förderung
Wird die Heizungsförderung 2026 abgeschafft?
Nein. Die Förderung des Heizungstauschs wird fortgeführt und bleibt weiterhin auf klimafreundliche Technologien wie Wärmepumpen ausgerichtet. Fossile Heizungen werden nicht gefördert. Maßgeblich ist die zum Antragszeitpunkt gültige Förderrichtlinie.
Was ändert sich mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)?
Die starre 65-Prozent-Pflicht (§§ 71–71p GEG) und die Austauschpflicht für 30 Jahre alte Konstanttemperaturkessel (§ 72 GEG) sind weggefallen; nach § 42 GModG gibt es zehn gleichwertige Optionen für den Heizungsersatz. Statt eines Betriebsverbots ab 2045 macht die Grüngasquote nach § 42a GModG die Brennstoffe für Gebäudewärme ab 2045 vollständig klimaneutral. Für neue Gas- und Ölheizungen gilt die Bio-Treppe nach § 43 GModG (10 Prozent ab 2029 bis 60 Prozent ab 2040). Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 beschlossen.
Wann tritt die GEG-Reform in Kraft?
Sie ist bereits in Kraft. Bundestag und Bundesrat haben das GModG am 10. Juli 2026 final beschlossen; das Gesetz wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. Nr. 226) und seine Kernregelungen (Artikel 1, 5, 6 und 8) sind seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Die übrigen EPBD-Umsetzungsregelungen (u. a. Nullemissions-Neubau, Mindestenergiestandards für Nichtwohngebäude) stehen ebenfalls im Gesetz, treten aber zeitversetzt in Kraft; die Bio-Treppe nach § 43 GModG greift ab 2029.
Bleibt die KfW-Heizungsförderung (458) bestehen?
Ja. Die KfW-Heizungsförderung arbeitet mit einer Grundförderung von 30 Prozent plus Bonusbausteinen; je Wohneinheit sind bis zu 70 Prozent (für Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent) Zuschuss erreichbar. Seit dem 21. Juli 2026 gelten nach einer Umstellungsphase (9.–20. Juli 2026) angepasste Bedingungen: abgesenkte förderfähige Höchstkosten (erste Wohneinheit von 30.000 auf 28.000 Euro, 2.–6. je 15.000 Euro, ab der 7. je 8.000 Euro), ein von 20 auf 16 Prozent reduzierter Geschwindigkeits-Bonus, Wegfall von Effizienzbonus (5 Prozent) und Emissionsminderungszuschlag (2.500 Euro) sowie gestaffelt neu zugeschnittene einkommensabhängige Boni samt Familienzuschlag. Der maximale Zuschuss für die erste Wohneinheit liegt bei rund 19.600 Euro (70 Prozent) bzw. 22.400 Euro (80 Prozent). Konkrete Boni und Grenzen bitte tagesaktuell im KfW-Merkblatt 458 prüfen (Stand Juli 2026).
Was bedeutet die Reform für Contracting?
Wenig am Grundprinzip: Der Contractor sorgt für Gesetzeskonformität und trägt das Risiko künftiger Änderungen. Da klimafreundliche Technik förderfähig bleibt, bleibt Contracting ein förderfähiger und rechtssicherer Weg – unabhängig vom Detail der Reform.
Jetzt unter altem Recht beantragen?
Förderprogramme und Energiegesetz sind getrennt geregelt; maßgeblich ist die Richtlinie zum Antragszeitpunkt. Ein Vorhaben sollte beantragt werden, wenn es planerisch reif ist und der Antrag vor Vorhabenbeginn vorliegt – nicht abhängig vom unsicheren künftigen Stand des Ordnungsrechts.
Weiterführend
Förderstrategie trotz Gesetzesreform absichern
Wir prüfen für Ihre Liegenschaften den optimalen Förderpfad, behalten die Entwicklung von GEG-Reform und Förderrichtlinien im Blick und strukturieren Antrag und Contracting fristsicher – damit Ihre Planung unabhängig vom Stand des Gesetzgebungsverfahrens bleibt.
Kostenlose Analyse starten