Größeres Gebäude mit mehreren Luft-Wasser-Wärmepumpen als Mehrgeräteanlage im Außenbereich

    Wärmepumpe Abo für Mehrfamilienhaus und Gewerbe: Kosten, Ablauf, Förderung

    Stand: September 2026 · Green Contracting

    0 €

    Investition für den Eigentümer

    30 %

    KfW-459-Zuschuss für Contractoren

    ab 36.001 kWh

    Wärme pro Jahr im Green WärmeAbo

    10–15 J.

    übliche Vertragslaufzeit

    Ein Wärmepumpe Abo verschiebt die Logik der Heizungsmodernisierung: Statt eine Anlage zu kaufen, zu aktivieren und über zwanzig Jahre abzuschreiben, beziehen Sie Wärme als Dienstleistung. Ein Contractor plant, finanziert, baut und betreibt die Wärmepumpe – Sie zahlen eine planbare monatliche Rate beziehungsweise einen vertraglich definierten Wärmepreis. Für Portfoliohalter, Family Offices, Hausverwaltungen und Wohnungseigentümergemeinschaften ist das vor allem eine Kapital- und Risikofrage: Die Wärmepumpe im Abo bindet kein Eigenkapital und verlagert das technische Ausfallrisiko auf den Betreiber.

    Dieser Beitrag ist die Referenz für das Wärmepumpe Abo im Mehrfamilienhaus und in Gewerbeobjekten: was im Abo enthalten ist und wer welche Kosten trägt, wie der Preis entsteht (mit durchgerechnetem Beispiel und offengelegten Annahmen), wie sich das Abo von Kauf, Miete und klassischem Wärmecontracting unterscheidet, welche Voraussetzungen ein Bestandsgebäude erfüllen muss und was Förderrecht, GModG und Mietrecht verlangen. Für den reinen Kostenvergleich zwischen Mieten und Kaufen finden Sie eine eigene Übersicht unter Wärmepumpe mieten; das Angebot selbst beschreibt unsere Seite zur Wärmepumpe im Abo für Mehrfamilienhäuser.

    Abgrenzung: Im Endkundenmarkt werben mehrere Anbieter mit Wärmepumpen-Abos für Einfamilienhäuser – standardisierte Geräte, feste Monatsrate, Privatkunden-Förderung. Dieser Beitrag behandelt bewusst das andere Segment: zentral versorgte Mehrfamilienhäuser, Wohnungsunternehmen, WEG und Gewerbeimmobilien, in denen die Anlage objektspezifisch ausgelegt und die Wärme gewerblich geliefert wird. Standardpakete aus dem Einfamilienhaus-Segment lassen sich auf große Immobilien nicht übertragen.

    Wie funktioniert ein Wärmepumpen-Abo?

    Das Abo-Modell ist juristisch nichts anderes als Wärmecontracting, wirtschaftlich verpackt in eine einzige, kalkulierbare Zahlung. In der Systematik der Contracting-Modelle entspricht es dem Energieliefer-Contracting (Anlagen-Contracting): Der Contractor schuldet Wärme, nicht ein Gerät. Die Rollenverteilung ist dabei klar geschnitten:

    • Der Contractor übernimmt Planung und Auslegung, die vollständige Investition in Wärmeerzeuger, Hydraulik, Speicher, Steuerung und Anbindung, die Errichtung, den technischen Betrieb, Wartung und Instandhaltung, den Störungsdienst sowie die Abrechnung.
    • Der Eigentümer stellt den Aufstellort und die notwendigen Anschlüsse bereit, ermöglicht den Zugang und zahlt für die gelieferte Wärme – als monatliche Rate oder als Wärmepreis aus Grund-, Arbeits- und Messpreis.

    Entscheidend für die Bilanz: Die Anlage bleibt während der Laufzeit im Eigentum des Contractors und wird nicht Bestandteil Ihres Anlagevermögens. Sie erwerben kein Gerät, sondern eine Versorgungsleistung mit zugesicherter Verfügbarkeit. Wem die Anlage nach Vertragsende gehört und unter welchen Bedingungen sie übergeht, regelt die Endschaftsklausel – die vertraglichen Details dazu erläutert unser Beitrag zum Contracting-Vertrag. Ein Wärmepumpen-Abo für Mehrfamilienhäuser setzt dabei immer eine objektspezifische Auslegung voraus. Die Technik dahinter – Wärmequellen, Kaskaden, Jahresarbeitszahl – vertieft der Beitrag Wärmepumpen-Contracting.

    Familie springt fröhlich auf dem Sofa im warmen, hellen Wohnzimmer

    Wärme für Heizung und Warmwasser – ohne eigene Investition

    Beim Wärmepumpe Abo plant, baut und betreibt der Contractor die Anlage; Sie zahlen die gelieferte Wärme.

    Was im Wärmepumpe Abo enthalten ist – und wer was trägt

    Die wichtigste Frage beim Angebotsvergleich lautet nicht „Wie hoch ist die Rate?“, sondern „Was steckt drin?“. Zwei Angebote mit gleicher Monatsrate können sehr unterschiedlich viel Risiko beim Eigentümer lassen. Die folgende Tabelle zeigt die übliche Zuordnung bei einem Wärmepumpen-Abo als Wärmeliefervertrag im Mehrfamilienhaus; Abweichungen sind verhandelbar, müssen aber schriftlich stehen.

    Leistung / KostenpositionWer trägt es?Anmerkung
    Planung, Heizlastberechnung, AuslegungContractorGrundlage für die zugesagte Effizienz
    Wärmepumpe(n), Speicher, Hydraulik, Regelung, WärmemengenzählerContractorbleibt während der Laufzeit sein Eigentum
    Montage, Einbindung, Inbetriebnahme, EinregulierungContractorinkl. Probebetrieb
    Demontage bzw. Stilllegung der AltanlageVerhandlungssacheim Angebot ausdrücklich klären
    Wartung, Instandhaltung, Ersatzteile, StörungsdienstContractormit Reaktionszeiten und Verfügbarkeitszusage
    Fernüberwachung und BetriebsoptimierungContractorHebel für die Jahresarbeitszahl
    Strombezug für die WärmepumpeContractor, über den Arbeitspreis weiterberechnetPreisrisiko regelt die Preisgleitklausel
    Effizienzrisiko (Jahresarbeitszahl unter Plan)sollte beim Contractor liegener hat ausgelegt und betreibt die Anlage
    Fördermittelantrag KfW 459 und AbwicklungContractorVorteil fließt in den Grundpreis
    Wärmemessung und Wärmeabrechnung an den EigentümerContractorüber den Messpreis
    Aufstellfläche, Heizraum, ZugangEigentümer (unentgeltlich gestellt)Gestattung im Vertrag regeln
    Bauliche Maßnahmen am Aufstellort (Fundament, Durchbrüche)meist Eigentümerteils im Abo einpreisbar
    Verstärkung des Netzanschlussesmeist EigentümerNetzbetreiber-Kosten, häufiger Terminfaktor
    Heizkörpertausch in Wohnungen, hydraulischer AbgleichEigentümer, sofern nicht vereinbartentscheidet über die Vorlauftemperatur
    Heizkostenverteilung auf die Wohnungen, AblesedienstEigentümer bzw. Messdienstnach HeizkostenV
    Sanierung der GebäudehülleEigentümernicht Teil des Abos
    Trinkwasserinstallation außerhalb der ÜbergabestelleEigentümerÜbergabestelle im Vertrag definieren
    Rechts- und Steuerberatung des EigentümersEigentümer–

    Weil Betrieb, Wartung und Abrechnung Teil des Abos sind, ist das Modell für Eigentümer ohne eigene Haustechnik-Abteilung oft der eigentliche Vorteil. Wie die Betriebsführung im Detail organisiert ist, zeigt auch unsere Seite zum Wärmecontracting für Wohn- und Gewerbeobjekte.

    So ist es beim Green WärmeAbo von Green Contracting geregelt

    Preise: neun Pakete nach Jahreswärmemenge (36.001 bis 324.000 kWh); Arbeitspreis je kWh Wärme ab 14,16 ct brutto (11,90 ct netto) ab dem Paket Wohnanlage S und 15,35 ct brutto (12,90 ct netto) in den Hauspaketen; zuzüglich Grundpreis von 260,61 € bis 653,31 € pro Monat brutto (219 € bis 549 € netto); 60 % davon sind für die gesamte Laufzeit fest, der Serviceanteil (40 %) folgt ab dem 2. Jahr amtlichen Lohn- und Materialindizes. Strom, Wartung, Reparatur und Fernüberwachung sind enthalten; das Effizienzrisiko trägt Green Contracting.

    Leistung Green Contracting: Luft-Wasser-Wärmepumpe(n), Pufferspeicher, Warmwasserspeicher, Hocheffizienzpumpen, Fundament und Aufstellung des Außengeräts inkl. Leitungsführung, elektrischer Anschluss inkl. Zähler, hydraulischer Abgleich, Fernüberwachung sowie Betrieb, Wartung und Instandhaltung über die Laufzeit.

    Bauseits: Zentralheizung mit wassergeführter Verteilung, Hausanschluss mit ausreichender Leistung (Netzanschlussverstärkung bauseits), Wasser- und Abwasseranschluss im Heizungsraum, Rückbau und Entsorgung des Altkessels, Heizkörper, Rohrleitungen und Verteilung im Gebäude.

    Alle Pakete und Paket-Check ansehen

    Wärmepumpe Abo Kosten: So entsteht der Preis

    Beim Wärmeliefermodell setzt sich der Preis aus drei Bestandteilen zusammen: dem Grundpreis (Euro je Kilowatt installierter Leistung und Jahr, deckt Investition, Kapitaldienst und Bereitstellung), dem Arbeitspreis (Euro je gelieferter Kilowattstunde, bildet vor allem den Strombezug ab) und dem Messpreis für Zählung, Eichung und Abrechnung. Manche Anbieter fassen diese Bestandteile zu einer monatlichen Abo-Rate zusammen; die Kalkulationslogik bleibt dieselbe. Die Preisbestandteile im Detail erläutert unser Beitrag zu den Contracting Kosten. Alle Angaben sind Richtwerte – ein verbindlicher Preis entsteht erst nach der objektspezifischen Auslegung.

    Eine reine Monatsrate ohne Arbeitspreis klingt einfach, verschiebt aber Risiko: Wird mehr Wärme verbraucht als kalkuliert, muss irgendwo ein Mehrmengen-Mechanismus greifen; wird weniger verbraucht, zahlt der Eigentümer für nicht bezogene Wärme. Im Mehrfamilienhaus mit Mieterumlage ist die Trennung in Grund- und Arbeitspreis deshalb der Standard – nur sie lässt sich sauber nach Verbrauch verteilen und mit den bisherigen Betriebskosten vergleichen.

    Was die Höhe der Wärmepumpen-Abo-Kosten treibt:

    Kostentreiberwirkt aufRichtung
    Jahresarbeitszahl (JAZ), vor allem über die VorlauftemperaturArbeitspreishöhere JAZ = weniger Strom je kWh Wärme
    Strompreis (Wärmepumpentarif, Netzentgelte, ggf. PV-Eigenstrom)Arbeitspreisdirekt proportional, geteilt durch die JAZ
    Heizlast und installierte LeistungGrundpreisÜberdimensionierung verteuert jede kWh
    Wärmequelle (Luft, Erdsonden, Grundwasser)Grund- und ArbeitspreisErdwärme: höhere Investition, bessere JAZ
    Laufzeit und KapitalkostenGrundpreislängere Laufzeit = niedrigere Annuität
    Förderung (KfW 459)Grundpreissenkt die zu finanzierende Investition
    Objektspezifische Nebenkosten (Schallschutz, Netzanschluss, Statik)Grundpreisim Bestand oft der Unterschied zwischen zwei Objekten
    Abgenommene WärmemengeMischpreis je kWhgrößere Objekte verteilen Fixkosten besser

    Beispielrechnung: Wärmepumpe Abo im Mehrfamilienhaus mit 24 Wohneinheiten

    Die folgende Beispielrechnung zeigt, wie ein Contractor den Preis eines Wärmepumpen-Abos herleitet. Sie ist kein Angebot, sondern ein Rechenweg mit offengelegten Annahmen – jede Zahl lässt sich durch Ihre Objektdaten ersetzen, etwa im Rechner. Alle Beträge netto.

    AnnahmeWert
    ObjektBestands-MFH, 24 WE, ca. 1.600 m² Wohnfläche, Zentralheizung (Gas)
    Wärmebedarf (Nutzwärme inkl. Warmwasser)200.000 kWh/a
    AnlageLuft-Wasser-Wärmepumpen-Kaskade, 100 kW thermisch, monovalent
    Vorlauftemperatur Auslegung / JAZca. 55 °C nach Heizkörper-Optimierung / JAZ 3,2
    Strompreis Wärmepumpe22 ct/kWh netto
    Investition gesamt (inkl. Planung, Hydraulik, Speicher, Elektro, Schallschutz)180.000 € (1.800 €/kW)
    KfW 459 (30 %, im Beispiel voll förderfähig)– 54.000 €
    Laufzeit / Kapitalkosten Contractor15 Jahre / 6 % p. a. (Annuitätenfaktor 0,103)
    Wartung, Instandhaltung, Versicherung, Betriebsführung2,5 % der Investition = 4.500 €/a
    Messung und Abrechnung1.200 €/a
    RechenschrittErgebnis
    Zu finanzierende Investition: 180.000 € – 54.000 €126.000 €
    Kapitaldienst: 126.000 € × 0,10312.973 €/a
    Fixkosten gesamt: 12.973 € + 4.500 € + 1.200 €18.673 €/a ≈ 187 €/kW·a Grundpreis
    Strom: 200.000 kWh ÷ 3,2 = 62.500 kWh × 22 ct13.750 €/a ≈ 6,9 ct/kWh Arbeitspreis
    Jahreskosten Wärme gesamt32.423 €/a
    Mischpreis je kWh Wärme≈ 16,2 ct/kWh
    Je Wohneinheit und Monat (32.423 € ÷ 24 ÷ 12)≈ 113 €, davon ≈ 65 € Fixanteil

    Einordnung gegenüber dem Gaskessel (gleiche Beispielannahmen: 10 ct/kWh Gas netto inkl. CO2-Preis, 2.000 €/a Wartung, Messung und Schornsteinfeger): Der vorhandene Altkessel braucht für 200.000 kWh Wärme rund 258.700 kWh Gas laut Rechnung – angesetzt mit dem anerkannten Pauschalwert nach § 10 WärmeLV für einen Niedertemperaturkessel 1987–1994 (85,8 % bezogen auf den Heizwert × 0,901 für die Abrechnung in kWh Brennwert = 0,773). Seine reinen Betriebskosten liegen damit bei rund 27.900 €/a, also etwa 13,9 ct/kWh Wärme. Warum weniger Wärme als Gas auf der Rechnung: Ihr alter Heizkessel verliert einen Teil der eingesetzten Energie. Nach den anerkannten Pauschalwerten (§ 10 WärmeLV, BMVBS 2009) kommen bei typischen Niedertemperaturkesseln im Mehrfamilienhaus nur etwa 75–79 % der Gasmenge auf der Rechnung (kWh, Brennwert) als Wärme im Haus an. Muss der Kessel ohnehin ersetzt werden, braucht ein neuer Brennwertkessel (Jahresnutzungsgrad 87 % bezogen auf die kWh Brennwert) rund 230.000 kWh Gas, also 25.000 €/a Betriebskosten; mit Kapitaldienst (Annahme 70.000 €, gleiche Finanzierungskonditionen, rund 7.200 €/a) steigen die Vollkosten auf rund 32.200 €/a oder etwa 16,1 ct/kWh. Das Wärmepumpe Abo liegt in diesem Beispiel also auf Vollkostenbasis etwa gleichauf mit einem neuen Gaskessel – ohne dessen CO2-Preis- und Brennstoffrisiko und ohne eigene Investition.

    Gegenüber den reinen Betriebskosten des Altkessels liegt es dagegen höher (rund 16,2 statt 13,9 ct/kWh, gut 4.500 €/a). Genau dieser Vergleich ist der Maßstab der Kostenneutralität nach § 556c BGB und WärmeLV. Ein Wärmepumpen-Abo ist deshalb nicht automatisch umlagefähig: Hebel sind eine höhere JAZ (niedrigere Vorlauftemperatur, Erdwärme), günstigerer Strom (PV-Eigenstrom, Tarif), eine längere Laufzeit oder ein Baukostenzuschuss des Eigentümers, der den Grundpreis senkt.

    Sensitivität: Mischpreis in ct je kWh Wärme bei gleichem Fixkostenblock (≈ 9,3 ct/kWh), abhängig von Jahresarbeitszahl und Strompreis:

    JAZ \ Strompreis netto18 ct/kWh22 ct/kWh26 ct/kWh
    2,8 (Vorlauf eher 60–65 °C)15,817,218,6
    3,2 (Vorlauf ca. 55 °C)15,016,217,5
    3,6 (Vorlauf eher 45–50 °C)14,315,416,6

    Die Tabelle zeigt, warum der Projekt-Check zuerst die Vorlauftemperatur prüft: Zwischen JAZ 2,8 und 3,6 liegen bei gleichem Strompreis rund 1,5 bis 2 ct je Kilowattstunde – über 15 Jahre und 200.000 kWh pro Jahr ein fünfstelliger Betrag.

    Wärmepumpe im Abo vs. Kauf vs. Miete/Leasing vs. klassisches Wärmecontracting

    „Abo“ ist kein Rechtsbegriff. Hinter dem Wort stecken am Markt zwei sehr verschiedene Konstruktionen: die Überlassung eines Geräts gegen Rate (Miete, Leasing) und die Lieferung von Wärme (Contracting). Für Mehrfamilienhäuser ist der Unterschied entscheidend, weil nur die Wärmelieferung eine eigene Betriebskostenart ist.

    KriteriumWärmepumpe Abo (Wärmelieferung)KaufMiete / LeasingKlassisches Wärmecontracting (Gas/BHKW)
    Investition Eigentümerkeinevollkeine / geringkeine
    Eigentum an der AnlageContractor, Kaufoption am EndeEigentümerVermieter / LeasinggeberContractor
    Was wird bezahlt?gelieferte Wärme (Grund-, Arbeits-, Messpreis)Anlage + Strom + WartungGeräterate + Strom + oft Wartunggelieferte Wärme
    Betriebs- und AusfallrisikoContractorEigentümerüberwiegend EigentümerContractor
    Effizienzrisiko (JAZ)ContractorEigentümerEigentümerContractor (Wirkungsgrad)
    FörderungKfW 459, Contractor beantragtKfW 459 (Unternehmen) bzw. 458 (privat)abhängig vom Modell, oft eingeschränktfür fossile Erzeuger keine Heizungsförderung
    Umlage auf Mieterja, unter § 556c BGBnur Betriebskosten; Investition ggf. ModernisierungsumlageMietrate ist keine Betriebskostenartja, unter § 556c BGB
    BilanzAufwand, kein AnlagevermögenAktivierung, Abschreibungje nach Vertrag, ggf. LeasingbilanzierungAufwand
    GModG-Lageerneuerbar, keine Bio-Quoteerneuerbar, keine Bio-Quoteerneuerbar, keine Bio-Quoteneue fossile Kessel: Bio-Treppe ab 2029
    Typische Laufzeit10–15 Jahre–meist 5–15 Jahre10–15 Jahre

    Kurz gesagt: Wer Kapital und Know-how im Haus hat und die Anlage selbst betreiben will, kauft. Wer im Mehrfamilienhaus investitionsfrei modernisieren und umlegen will, braucht ein Wärmepumpen-Abo als Wärmelieferung. Miete und Leasing lösen nur die Finanzierung, nicht das Betriebsrisiko – den ausführlichen Kostenvergleich finden Sie unter Wärmepumpe mieten oder kaufen. Klassisches Heizungscontracting mit Gas oder BHKW bleibt dort sinnvoll, wo hohe Vorlauftemperaturen oder ein großer Strombedarf im Objekt eine Wärmepumpe allein unwirtschaftlich machen; einen Überblick über alle Varianten bietet der Beitrag zum Energie-Contracting.

    Voraussetzungen: Eignet sich Ihr Bestand für ein Wärmepumpe Abo?

    Nicht jedes Gebäude ist für ein Wärmepumpen-Abo geeignet – und wo es geeignet ist, entscheidet die Detailprüfung über die Wirtschaftlichkeit. Diese Punkte klärt der Projekt-Check:

    • Wärmebedarf und Objektgröße: Das Green WärmeAbo beginnt bei 36.001 kWh Wärme pro Jahr (Orientierung: rund 7.000 kWh je Wohneinheit). Darunter verteilen sich die Fixkosten auf zu wenige Kilowattstunden; dann ist eine eigene Anlage die bessere Wahl.
    • Zentrale Wärmeverteilung: Eine bestehende Zentralheizung mit gemeinsamem Verteilnetz ist der Regelfall. Objekte mit Etagentherme je Wohnung erfordern zusätzlich den Aufbau einer zentralen Verteilung – möglich, aber ein eigener Investitionsblock.
    • Erreichbare Vorlauftemperatur: Der wichtigste Effizienzhebel. Je niedriger die Auslegungstemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl und desto niedriger der Wärmepreis. Details dazu im Beitrag Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
    • Aufstellort und Schallschutz: Außenaufstellung braucht Fläche mit ausreichendem Abstand zur Nachbarbebauung und zu schutzbedürftigen Räumen; die immissionsschutzrechtlichen Richtwerte sind einzuhalten. Innenaufstellung erfordert Platz im Heizraum sowie Luftführung.
    • Stromanschlussleistung: Die vorhandene Hausanschlussleistung muss die zusätzliche elektrische Leistung tragen. Reicht sie nicht, ist eine Verstärkung beim Netzbetreiber zu beantragen – ein häufiger Terminfaktor.
    • Zustand von Heizkörpern und Hydraulik: Unterdimensionierte Heizkörper in einzelnen Räumen und ein fehlender hydraulischer Abgleich sind typische, meist gut lösbare Befunde.
    • Warmwasserbereitung: Zentrale Trinkwassererwärmung verlangt aus Hygienegründen dauerhaft hohe Temperaturen im Speicher. Frischwasserstationen oder eine getrennte Warmwasserlösung können die Jahresarbeitszahl deutlich entlasten.
    • Eigentümerstruktur: Bei Alleineigentum entscheidet der Eigentümer allein. In der WEG ist ein Beschluss der Eigentümerversammlung nötig; Beschlussvorbereitung und Versammlungstermin sollten früh eingeplant werden.

    Vorlauftemperatur und Heizkörper im Bestand

    Die meisten Heizungen im Bestand wurden für 70 °C oder mehr ausgelegt, laufen aber in der Praxis deutlich kühler, weil Heizkörper großzügig bemessen und Gebäude teilweise gedämmt wurden. Ein einfacher Test in der Heizperiode: Die Vorlauftemperatur an kalten Tagen schrittweise absenken und beobachten, in welchen Wohnungen es zuerst zu kalt wird. Oft sind es wenige kritische Räume – Eckwohnungen, Bäder, Dachgeschoss –, in denen ein größerer Heizkörper genügt. Als grobe Orientierung: Bis etwa 55 °C arbeiten moderne Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus wirtschaftlich, zwischen 55 und 70 °C kommen Hochtemperatur-Wärmepumpen (etwa mit natürlichem Kältemittel) oder Hybridlösungen in Betracht, darüber ist meist eine Vorab-Optimierung nötig.

    Hybrid mit Spitzenlastkessel

    Wo die Vorlauftemperatur an den kältesten Tagen nicht sinken kann, deckt die Wärmepumpe im Abo die Grundlast und ein Kessel die wenigen Spitzenlaststunden. Weil diese Stunden im Jahr selten sind, liefert die Wärmepumpe bei passend gewähltem Bivalenzpunkt den weit überwiegenden Teil der Jahreswärmemenge, obwohl sie nur einen Teil der Heizlast abdeckt – das senkt Investition und Grundpreis. Häufig bleibt dafür der vorhandene Kessel als Spitzenlast in Betrieb. Wird ein neuer fossiler Kessel eingebaut, sind die Anforderungen des GModG an neu eingebaute fossile Heizungen im Einzelfall zu prüfen. Mehr dazu unter Hybridheizung im Bestand und Hybrid-Contracting.

    Interaktives Prüfschema

    Prüfschema: Passt ein Wärmepumpe Abo zu Ihrem Objekt?

    Fünf Fragen, die ein Contractor vor jedem Angebot klärt. Beantworten Sie alle mit Ja, spricht vieles für einen Projekt-Check; bei einem Nein lohnt sich meist eine genauere Prüfung der Alternativen.

    1. 1. Liegt der Wärmebedarf über rund 36.000 kWh pro Jahr (etwa ab fünf bis sechs Wohneinheiten)?

      Darunter tragen die Fixkosten aus Planung, Technik und Betriebsführung meist nicht – beim Green WärmeAbo beginnen die Pakete bei 36.001 kWh.

    2. 2. Gibt es eine zentrale Wärmeverteilung (keine Etagenheizungen)?

      Etagenheizungen erfordern eine neue Verteilung – und § 556c BGB greift dann nach BGH 20.05.2026 nicht.

    3. 3. Reicht an kalten Tagen eine Vorlauftemperatur von etwa 55 °C – oder lässt sie sich mit überschaubaren Maßnahmen dorthin bringen?

      Sonst: Hochtemperatur-Wärmepumpe oder Hybrid mit Spitzenlastkessel.

    4. 4. Gibt es einen Aufstellort, an dem die Schallrichtwerte zur Nachbarschaft einhaltbar sind?

    5. 5. Liegen Verbrauchsabrechnungen der letzten ein bis drei Jahre vor?

      Ohne Verbrauchsdaten ist weder die Auslegung noch der Kostenneutralitätsvergleich belastbar.

    Förderung im Wärmepumpe Abo: KfW 459 statt KfW 458

    Für den B2B-Fall gilt eine andere Programmlogik als für Eigenheimbesitzer. Maßgeblich ist die KfW 459 – der Heizungszuschuss für Unternehmen, juristische Personen und ausdrücklich auch für Contractoren. Der Zuschuss beträgt pauschal 30 Prozent der förderfähigen Kosten; die anrechenbaren Höchstkosten sind nach der Zahl der Wohneinheiten gestaffelt. Die aus Verbraucherratgebern bekannten Boni für Klimageschwindigkeit oder Einkommen gehören zur KfW 458, dem Programm für Privatpersonen, und stehen im Abo-Modell nicht zur Verfügung. Aussagen wie „bis zu 70 Prozent für den Contractor“ sind für diesen Fall schlicht falsch. Details zum Programm: KfW 459 Heizungsförderung für Unternehmen.

    Praktisch bedeutet das: Der Contractor stellt den Förderantrag selbst, trägt das Antragsrisiko und lässt den Vorteil über einen niedrigeren Grundpreis in den Wärmepreis einfließen. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt sein – deshalb gehört die Förderstrategie in die Angebotsphase, nicht in die Bauphase. Sie sollten sich im Angebot ausweisen lassen, mit welchem Fördersatz kalkuliert wurde und was passiert, wenn die Bewilligung abweicht.

    ProgrammWofürWer beantragt im Abo?
    KfW 459Wärmepumpe im Gebäude, pauschal 30 % der förderfähigen KostenContractor als Investor
    KfW 458Heizungstausch von Privatpersonen mit Boninicht einschlägig im B2B-Abo
    BEW (BAFA)Wärmenetze, z. B. Wärmepumpe versorgt mehrere Gebäude oder ein QuartierContractor bzw. Netzbetreiber (antragsberechtigt)
    EEWProzesswärme in Gewerbe und IndustrieUnternehmen oder Contractor

    Versorgt eine zentrale Wärmepumpe mehrere Gebäude über ein Wärmenetz, ist statt der Einzelgebäudeförderung die BEW-Förderung für Wärmenetze zu prüfen. Einen Überblick über alle Programme bietet die Seite Fördermittel.

    Rechtsrahmen: GModG seit 29.07.2026

    Zum ordnungsrechtlichen Rahmen: Das Gebäudeenergiegesetz wurde durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst, dessen Kernregelungen seit dem 29.07.2026 in Kraft sind. Die frühere starre 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht für neu eingebaute Heizungen ist entfallen und durch einen technologieoffenen CO2-Rahmen ersetzt worden. Für neu eingebaute fossile Heizungen im Bestand greift stattdessen eine Bio-Quoten-Treppe mit mindestens 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Eine Wärmepumpe im Abo erfüllt diese Anforderungen ohne Quotennachweis und ohne Brennstoffrisiko. Für Eigentümer bedeutet der Wegfall der 65-%-Pflicht: Die Wärmepumpe ist keine gesetzliche Pflicht mehr, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung – und genau die bildet die Beispielrechnung oben ab.

    Wärmepumpe Abo im vermieteten Mehrfamilienhaus: § 556c BGB und WEG

    Bei vermieteten Wohnungen ist der Wechsel von der Eigenversorgung zur gewerblichen Wärmelieferung in § 556c BGB und der Wärmelieferverordnung (WärmeLV) geregelt. Umlagefähig ist die Wärmelieferung, wenn die Anlage verbessert wird oder die Wärme aus einem Wärmenetz stammt, wenn die Kosten der Wärmelieferung die bisherigen Betriebskosten für Wärme nicht übersteigen (Kostenneutralität) und wenn die Umstellung spätestens drei Monate vorher in Textform angekündigt wird (§ 11 WärmeLV). Der Kostenvergleich ist dabei kein Formalakt, sondern die eigentliche Hürde – er sollte vor Vertragsabschluss belastbar gerechnet sein. Die Einzelheiten finden Sie unter Umlagefähigkeit von Contracting.

    Wichtig seit Mai 2026: Der Bundesgerichtshof hat am 20.05.2026 (VIII ZR 46/25 und VIII ZR 47/25) entschieden, dass § 556c BGB nicht greift, wenn die Mieter sich zuvor selbst versorgt haben. Entschieden wurde das für Elektro-Einzelöfen; für Gasetagenheizungen liegt dasselbe Ergebnis nahe. Wer ein Objekt mit Etagenheizungen auf eine zentrale Wärmepumpe im Abo umstellen will, kann die Kosten also nicht über den Weg des § 556c BGB umlegen und braucht eine eigene Lösung mit den Mietern.

    Nach der Umstellung werden die Kosten der Wärmelieferung als eigene Betriebskostenart abgerechnet (§ 2 Nr. 4c BetrKV) und nach HeizkostenV auf die Wohnungen verteilt. Die CO2-Kostenaufteilung nach CO2KostAufG spielt bei der strombetriebenen Wärmepumpe keine Rolle mehr – ein Verwaltungsaufwand, der mit dem Gaskessel entfällt.

    In der Wohnungseigentümergemeinschaft kommt die Beschlusslage hinzu: Der Abschluss eines langfristigen Wärmeliefervertrags berührt die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums und bedarf eines wirksamen Beschlusses der Eigentümerversammlung. Verwaltungen planen dafür sinnvollerweise eine Informationsveranstaltung mit dem Contractor vor der eigentlichen Abstimmung ein. Mehr dazu unter Wärmecontracting in der WEG.

    Ablauf eines Wärmepumpen-Abos: 8 Schritte mit Zeitrahmen

    Von der ersten Anfrage bis zur laufenden Wärmelieferung folgt ein Wärmepumpen-Abo einem standardisierten Prozess. Die genannten Zeiträume sind Richtwerte und hängen stark von Objektzustand, Netzanschluss, Genehmigungslage und Lieferzeiten ab. Realistisch sind insgesamt drei bis sechs Monate von der Unterschrift bis zur Inbetriebnahme.

    Beim Green WärmeAbo ist der Weg kürzer: Anfrage mit Verbrauch oder Wohnfläche, kostenlose Vor-Ort-Begehung, Bestätigung von Paket und Preis in Textform, danach Einbau und Inbetriebnahme durch Green Contracting. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt der Begehung.

    1. 1

      Woche 0–1

      Objekt- und Verbrauchsdaten zusammenstellen

      Benötigt werden Baujahr, beheizte Fläche, Anzahl der Wohneinheiten, Art der bestehenden Wärmeerzeugung und – am wichtigsten – die Verbrauchsabrechnungen der letzten zwölf Monate, idealerweise über drei Jahre. Ohne belastbare Verbrauchsdaten bleibt jede Auslegung eine Schätzung. Dauer: wenige Tage, sofern die Unterlagen bei der Verwaltung vorliegen.

    2. 2

      Woche 1–3

      Kostenloser Eignungs- und Projekt-Check

      Der Contractor prüft die grundsätzliche Machbarkeit: Wärmebedarf, Hydraulik, Vorlauftemperaturen, Aufstellort, Schallsituation und Stromanschluss. Ergebnis ist eine Ja/Nein-Aussage samt Hinweis auf Vorarbeiten. Dauer: ein bis zwei Wochen inklusive Vor-Ort-Termin.

    3. 3

      Woche 3–9

      Technische Auslegung und Wirtschaftlichkeitsrechnung

      Jetzt werden Heizlast, Anlagenkonzept (monovalent, Kaskade, Hybrid), Speichervolumen und die zu erwartende Jahresarbeitszahl bestimmt. Parallel entsteht die Wirtschaftlichkeitsrechnung inklusive Fördermittelkalkulation und – bei vermieteten Objekten – des Kostenneutralitätsvergleichs. Daraus wird das verbindliche Angebot mit Wärmepreis beziehungsweise Abo-Rate. Dauer: zwei bis sechs Wochen.

    4. 4

      parallel

      WEG-Beschluss bzw. Gremienfreigabe

      In der WEG ist vor Vertragsschluss der entsprechende Beschluss der Eigentümerversammlung zu fassen; bei Wohnungsunternehmen die interne Freigabe. Einladungsfristen früh einplanen.

    5. 5

      Monat 2–3

      Vertragsabschluss und Förderantrag

      Geregelt werden Leistungsumfang, Laufzeit, Preisgleitklausel, Verfügbarkeitszusagen, Haftung und Endschaftsregelung. Der Contractor stellt den KfW-459-Antrag vor Vorhabenbeginn und beantragt gegebenenfalls die Verstärkung des Netzanschlusses.

    6. 6

      mind. 3 Monate vor Lieferbeginn

      Ankündigung an die Mieter

      Bei vermieteten Objekten kommt die Ankündigung der Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung nach § 11 WärmeLV in Textform hinzu, die spätestens drei Monate vor Beginn der Wärmelieferung erfolgen muss – mit Kostenvergleich und den gesetzlich geforderten Angaben.

    7. 7

      Monat 3–6

      Installation und Inbetriebnahme

      Rückbau oder Stilllegung der Altanlage, Aufstellung der Wärmepumpe, hydraulische Einbindung, Elektroanschluss, Einregulierung und Probebetrieb. Die eigentliche Bauzeit im Heizraum beträgt oft nur wenige Tage bis Wochen; maßgeblich für den Gesamttermin sind Netzanschluss und Lieferzeiten. Idealerweise außerhalb der Heizperiode.

    8. 8

      laufend, 10–15 Jahre

      Betrieb, Monitoring, Wartung und Abrechnung

      Der Contractor überwacht die Anlage fernauslesbar, optimiert Betriebsparameter, führt Wartungen durch, hält den Störungsdienst vor und erstellt die jährliche Wärmeabrechnung als Grundlage für Ihre Betriebskostenabrechnung.

    Vertragslaufzeit und Vertragsende beim Wärmepumpen-Abo

    Übliche Laufzeiten für Wärmepumpen-Abos liegen bei rund zehn bis fünfzehn Jahren, in Einzelfällen bis zwanzig Jahren. Die Laufzeit ist kein Selbstzweck: Sie bestimmt, über wie viele Jahre sich die Investition verteilt, und wirkt damit direkt auf die Höhe der monatlichen Rate. Kürzere Laufzeiten bedeuten in aller Regel einen höheren Grundpreis. Für Verträge auf Basis der AVBFernwärmeV begrenzt § 32 die Erstlaufzeit auf höchstens zehn Jahre; im B2B-Geschäft mit individuell ausgehandelten Verträgen sind abweichende Laufzeiten möglich.

    Beim Green WärmeAbo läuft der Vertrag 10 Jahre ab Inbetriebnahme und verlängert sich stillschweigend um jeweils 5 Jahre, wenn er nicht 9 Monate vor Ablauf gekündigt wird. Der Investitionsanteil des Grundpreises (60 %) ist für die gesamte Laufzeit fest, der Serviceanteil (40 %) wird ab dem 2. Jahr jährlich nach amtlichen Lohn- und Materialindizes angepasst; der Arbeitspreis ändert sich jährlich zum 1. Januar nach der Formel AP = AP0 × (0,6 × Wärmepumpenstrom-Index + 0,4 × Wärmepreisindex). Am Vertragsende übernehmen Sie die Anlage zum Restwert, oder Green Contracting baut sie zurück.

    Für das Vertragsende sind drei Varianten üblich: Verlängerung der Wärmelieferung zu angepassten Konditionen, Übernahme der Anlage zum Restwert oder Rückbau durch den Contractor. Achten Sie darauf, dass eine Kaufoption und keine Kaufpflicht vereinbart ist – so können Sie eine technisch veraltete Anlage ablehnen, statt sie übernehmen zu müssen. Endschaftsregelung, Restwertermittlung und Kostenträger des Rückbaus gehören in den Erstvertrag, nicht in eine spätere Verhandlung. Ebenso sollte geregelt sein, was bei Verkauf des Objekts passiert (Vertragsübernahme durch den Erwerber) und wie der Vertrag bei Insolvenz einer Partei weiterläuft.

    Die Preisgleitklausel muss nach § 24 Abs. 4 AVBFernwärmeV die Kostenentwicklung beim Contractor (Kostenelement, hier vor allem Strom) und die Verhältnisse am Wärmemarkt (Marktelement) angemessen abbilden und transparent sein. Eine Klausel, die nur an einen Gaspreisindex gekoppelt ist, passt nicht zu einer Wärmepumpe.

    Fallstricke beim Wärmepumpe Abo – und wie Sie sie vermeiden

    • Pauschalrate ohne Mengenlogik: Eine feste Monatsrate ohne Arbeitspreis lässt sich im Mietverhältnis kaum nach Verbrauch verteilen und macht den Kostenneutralitätsvergleich schwer. Besser: Grund-, Arbeits- und Messpreis getrennt ausweisen.
    • Geschönte Jahresarbeitszahl: Rechnet das Angebot mit einer JAZ, die bei der tatsächlichen Vorlauftemperatur nicht erreichbar ist, landet die Differenz später beim Eigentümer – oder in einer Preisanpassung. Lassen Sie sich die angenommene JAZ und Vorlauftemperatur schriftlich geben.
    • Falsches Förderprogramm: Rechnet ein Angebot mit Privatkunden-Boni aus KfW 458, ist die Kalkulation für den B2B-Fall nicht haltbar. Maßgeblich ist KfW 459 mit pauschal 30 %.
    • Kostenneutralität nicht geprüft: Ohne Vergleich nach WärmeLV vor Vertragsschluss riskieren Vermieter, die Wärmelieferkosten nicht umlegen zu können – und bleiben auf der Differenz sitzen.
    • Etagenheizungen übersehen: Nach BGH vom 20.05.2026 greift § 556c BGB bei vorheriger Selbstversorgung der Mieter nicht.
    • Mieterankündigung zu spät: Die Frist von drei Monaten in Textform nach § 11 WärmeLV ist zwingend.
    • Netzanschluss unterschätzt: Die Verstärkung des Hausanschlusses kann den Gesamttermin um Monate verschieben. Früh beim Netzbetreiber anfragen.
    • Schall nicht geplant: Außeneinheiten ohne Schallgutachten führen zu Nachbarschaftskonflikten und teuren Nachrüstungen.
    • Kaufpflicht statt Kaufoption: Eine Pflicht zur Übernahme der Anlage am Vertragsende verlagert das Restwertrisiko zurück auf den Eigentümer.
    • Unklare Schnittstellen: Ohne definierte Übergabestelle ist strittig, wer Verteilleitungen, Heizkörper und Trinkwasserinstallation instand hält.

    Checkliste für den Angebotsvergleich: Ausweis von Grund-, Arbeits- und Messpreis · angenommene JAZ und Vorlauftemperatur · kalkulierter Fördersatz und Regelung bei Abweichung · Preisgleitklausel mit Strom-Kostenelement und Marktelement · Reaktionszeiten und Verfügbarkeitszusage · Kostenneutralitätsvergleich nach WärmeLV · Schnittstellen und Übergabestelle · Laufzeit, Kaufoption, Rückbau · Regelung bei Objektverkauf. Den Vertrag im Detail erklärt unser Beitrag zum Contracting-Vertrag.

    Für wen lohnt sich ein Wärmepumpe Abo – und für wen nicht?

    Lohnt sich eher

    • Mehrfamilienhäuser ab rund 8 bis 10 WE, 60.000 kWh/a oder 600 m² mit Zentralheizung
    • Wohnungsunternehmen und Bestandshalter, die Kapital für andere Maßnahmen brauchen
    • WEG, in denen Sonderumlagen nicht mehrheitsfähig sind
    • Objekte, in denen der Kessel ohnehin ersetzt werden muss
    • Gewerbeobjekte mit Wunsch nach planbaren Wärmekosten ohne eigene Technikabteilung
    • Bestände mit Vorlauftemperaturen bis etwa 55 °C oder überschaubarem Optimierungsbedarf

    Lohnt sich eher nicht

    • Einfamilienhäuser und kleine Objekte unter den genannten Schwellen
    • Gebäude mit Etagenheizungen, wenn die Umlage über § 556c BGB geplant war
    • Objekte mit dauerhaft sehr hohen Vorlauftemperaturen ohne Optimierungsmöglichkeit
    • Eigentümer mit günstigem Kapital und eigener Haustechnik, die selbst betreiben wollen
    • Objekte, bei denen ein Wärmenetzanschluss kurzfristig verfügbar und günstiger ist
    • Kurzfristig geplanter Verkauf ohne Bereitschaft des Erwerbers, den Vertrag zu übernehmen

    Ob sich Contracting gegenüber der eigenen Investition rechnet, hängt letztlich am Vergleich der Vollkosten über die Laufzeit – die Beispielrechnung oben zeigt den Rechenweg. Für eine Einordnung mit Ihren Zahlen genügt ein kurzer Projekt-Check über das Kontaktformular.

    Häufige Fragen zum Wärmepumpen-Abo

    Muss ich die Wärmepumpe kaufen?

    Nein. Im Abo-Modell bleibt die Anlage während der Vertragslaufzeit Eigentum des Contractors, der sie plant, finanziert, errichtet und betreibt. Sie zahlen die gelieferte Wärme beziehungsweise eine monatliche Rate, nicht die Anlage. Ob Sie die Wärmepumpe am Vertragsende übernehmen, regelt die Endschaftsklausel – achten Sie dabei auf eine Kaufoption statt einer Kaufpflicht.

    Was kostet ein Wärmepumpe Abo im Mehrfamilienhaus?

    Bei Green Contracting gibt es das Wärmepumpen-Abo als Green WärmeAbo in neun Paketen nach Wärmemenge: Arbeitspreis ab 14,16 ct je kWh Wärme brutto (11,90 ct netto) ab dem Paket Wohnanlage S, in den Hauspaketen 15,35 ct brutto (12,90 ct netto), zuzüglich Grundpreis ab 260,61 Euro pro Monat brutto (219 Euro netto). Strom, Wartung, Reparatur und Fernüberwachung sind enthalten. Wie ein solcher Preis grundsätzlich entsteht, zeigt eine allgemeine Marktrechnung: In unserer Beispielrechnung für 24 Wohneinheiten mit 200.000 kWh Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl 3,2 und 22 ct/kWh Strom (netto) ergeben sich rund 16 ct je Kilowattstunde Wärme netto beziehungsweise rund 113 Euro netto pro Wohneinheit und Monat. Die Zahl ist eine offengelegte Beispielrechnung, kein Angebot.

    Funktioniert ein Wärmepumpen-Abo auch im Altbau?

    Häufig ja, aber nicht in jedem Objekt ohne Vorarbeiten. Entscheidend ist die erreichbare Vorlauftemperatur im Auslegungsfall: Je niedriger sie liegt, desto besser die Jahresarbeitszahl und desto wirtschaftlicher das Modell. Oft genügen der Austausch einzelner unterdimensionierter Heizkörper und ein hydraulischer Abgleich. Wo das nicht reicht, sind Hochtemperatur-Wärmepumpen oder Hybridlösungen die Alternative. Der Projekt-Check klärt das vor Vertragsschluss.

    Wie lange läuft ein Wärmepumpen-Abo?

    Übliche Laufzeiten liegen bei rund zehn bis fünfzehn Jahren, in Einzelfällen bis zwanzig Jahren. Der Grund ist rein wirtschaftlich: Nur über diesen Zeitraum refinanziert sich die Investition des Contractors so, dass der Wärmepreis wettbewerbsfähig bleibt. Je länger die Laufzeit, desto niedriger fällt in der Regel der Grundpreis aus. Verlängerung, Übernahme und Rückbau sollten bereits im Erstvertrag geregelt sein. Beim Green WärmeAbo läuft der Vertrag 10 Jahre und verlängert sich danach stillschweigend um jeweils 5 Jahre (Kündigung 9 Monate vor Ablauf); am Ende steht die Übernahme zum Restwert oder der Rückbau durch Green Contracting.

    Ist die Abo-Rate auf die Mieter umlagefähig?

    Bei vermieteten Wohnungen ist die Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung nach Paragraf 556c BGB und der Wärmelieferverordnung umlagefähig, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind: Die Anlage muss verbessert werden oder die Wärme aus einem Wärmenetz stammen, die Kosten der Wärmelieferung dürfen die bisherigen Betriebskosten nicht übersteigen (Kostenneutralität) und die Umstellung muss spätestens drei Monate vorher in Textform angekündigt werden.

    Welche Förderung gibt es für ein Wärmepumpen-Abo?

    Für Unternehmen, juristische Personen und ausdrücklich auch für Contractoren ist KfW 459 das einschlägige Programm: ein Investitionszuschuss von pauschal 30 Prozent der förderfähigen Kosten, mit nach Wohneinheiten gestaffelten Höchstbeträgen. KfW 458 richtet sich dagegen an Privatpersonen. Im Abo-Modell beantragt der Contractor die Förderung selbst und gibt den Vorteil über einen niedrigeren Wärmepreis weiter.

    Ab welcher Objektgröße lohnt sich ein Wärmepumpen-Abo?

    Das Green WärmeAbo beginnt bei 36.001 kWh Wärme pro Jahr (Heizung und Warmwasser) – als Orientierung sind das bei rund 7.000 kWh je Wohnung etwa fünf bis sechs Wohneinheiten. Die Pakete reichen bis 324.000 kWh, darüber gibt es ein Einzelangebot. Unterhalb von 36.000 kWh verteilen sich die Fixkosten auf zu wenige Kilowattstunden; dafür bietet Green Contracting die Wärmepumpe zum Kauf an. Maßgeblich ist der tatsächliche Wärmebedarf, nicht allein die Zahl der Einheiten, und eine Zentralheizung ist Voraussetzung.

    Was ist der Unterschied zwischen Wärmepumpe Abo und Wärmepumpe mieten?

    Bei der Miete oder beim Leasing zahlen Sie für die Überlassung des Geräts; Strombezug, Effizienzrisiko und meist auch Teile der Instandhaltung bleiben beim Eigentümer, und die Mietrate ist keine umlagefähige Betriebskostenart. Beim Wärmepumpe Abo im Sinne eines Wärmeliefervertrags kaufen Sie dagegen die gelieferte Wärme: Der Contractor betreibt die Anlage, trägt das technische Risiko und rechnet über Grund- und Arbeitspreis ab, was unter den Voraussetzungen des Paragrafen 556c BGB auf Mieter umgelegt werden kann.

    Wer trägt beim Wärmepumpen-Abo das Strompreisrisiko?

    Das regelt die Preisgleitklausel. Üblich ist, dass der Arbeitspreis über ein Kostenelement an den Strompreis und über ein Marktelement an einen Wärmemarktindex gekoppelt wird, wie es Paragraf 24 Absatz 4 AVBFernwärmeV verlangt. Das Effizienzrisiko – also eine schlechtere Jahresarbeitszahl als geplant – sollte dagegen beim Contractor liegen, weil er die Anlage ausgelegt hat und betreibt.

    Was passiert, wenn die Wärmepumpe im Abo ausfällt?

    Störungsbeseitigung, Ersatzteile und Instandsetzung sind Sache des Contractors. Im Vertrag sollten Reaktionszeiten, eine Verfügbarkeitszusage und die Ersatzversorgung geregelt sein, etwa über eine Kaskade mehrerer Geräte, einen Spitzenlastkessel oder einen Heizstab. Fällt die Wärmelieferung aus, zahlen Sie für nicht gelieferte Wärme keinen Arbeitspreis.

    Gilt Paragraf 556c BGB auch bei bisherigen Etagenheizungen?

    Nein. Der Bundesgerichtshof hat am 20.05.2026 (VIII ZR 46/25 und VIII ZR 47/25) entschieden, dass Paragraf 556c BGB nicht greift, wenn die Mieter sich bisher selbst mit Wärme versorgt haben. Entschieden wurde das für Elektro-Einzelöfen; für Gasetagenheizungen liegt dasselbe Ergebnis nahe. Für solche Objekte braucht die Umstellung auf ein Wärmepumpen-Abo eine eigene vertragliche Lösung mit den Mietern.

    Gibt es das Wärmepumpen-Abo auch für Einfamilienhäuser?

    Ja, im Endkundenmarkt bieten verschiedene Anbieter standardisierte Wärmepumpen-Abos für Einfamilienhäuser mit fester Monatsrate an. Das ist ein anderes Produkt: Standardgeräte, Privatkunden-Förderung über KfW 458 und in der Regel keine Wärmelieferung mit Umlage auf Mieter. Green Contracting konzentriert sich mit dem Green WärmeAbo auf Mehrfamilienhäuser, Wohnungsunternehmen und Gewerbeobjekte mit Zentralheizung ab rund 36.000 kWh Wärme pro Jahr.

    Eignet sich Ihr Objekt für ein Wärmepumpen-Abo?

    Wir prüfen Wärmebedarf, Vorlauftemperatur, Aufstellort und Stromanschluss – und nennen Ihnen eine realistische Abo-Rate inklusive Fördermitteln. Kostenlos und unverbindlich.

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    Das Green WärmeAbo

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    Eine Wärmepumpe im Abo – ohne Kaufen und ohne eigene Investition. Null Euro Investition – die Anlage bleibt Eigentum des Contractors, inklusive Förderung. Neun Pakete ab 36.001 Kilowattstunden – der Arbeitspreis beginnt bei rund 14 Cent brutto. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, danach Übernahme zum Restwert oder Rückbau. Im Mehrfamilienhaus ist das Abo umlagefähig – kostenneutral für die Mieter. Fragen Sie den Projekt-Check für Ihr Gebäude an – auf contracting.green.

    Quellen

    1. Heizungsförderung für Unternehmen – Wohngebäude (459), KfW Bankengruppe, abgerufen am 03.10.2026
    2. Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), KfW Bankengruppe, abgerufen am 03.10.2026
    3. § 556c BGB – Kosten der Wärmelieferung als Betriebskosten, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    4. Wärmelieferverordnung (WärmeLV), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    5. § 10 WärmeLV – Ermittlung der Kosten der Wärmelieferung, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    6. § 11 WärmeLV – Umstellungsankündigung des Vermieters, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    7. Pressemitteilung Nr. 090/2026 zu den Urteilen vom 20. Mai 2026 – VIII ZR 46/25 und VIII ZR 47/25 (Umlage von Wärmelieferungskosten), Bundesgerichtshof, abgerufen am 03.10.2026
    8. § 2 Betriebskostenverordnung (BetrKV) – Aufstellung der Betriebskosten, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    9. Heizkostenverordnung (HeizkostenV), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    10. § 24 AVBFernwärmeV – Abrechnung, Preisänderungsklauseln, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    11. § 32 AVBFernwärmeV – Laufzeit des Versorgungsvertrages, Kündigung, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    12. § 43 GModG – Einbau einer Heizungsanlage, die mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas beschickt wird, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
    13. Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), abgerufen am 03.10.2026
    14. Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW), Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), abgerufen am 03.10.2026
    15. Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 03.10.2026
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