Technik · Wärme erzeugen

    Erdwärme-Wärmepumpe: So funktioniert sie

    Stand: 6. November 2026

    Interaktiv: Aufbau abspielen, durch die Energie-Reise fliegen, einzelne Bauteile anklicken. Hell-/Dunkelmodus und Touch werden unterstützt.

    Wie funktioniert eine Erdwärme-Wärmepumpe?

    Eine Sole aus Wasser und Frostschutz zirkuliert durch eine Erdsonde im Bohrloch und nimmt dort die ganzjährig stabile Erdwärme auf. Im Verdampfer gibt sie die Wärme an das Kältemittel ab; der weitere Kältekreis arbeitet wie bei der Luft-Wärmepumpe. Weil die Quelle warm und konstant ist, erreicht sie Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5.

    • 4–5typische Jahresarbeitszahl (JAZ)
    • 8–12 °CErdreichtemperatur ganzjährig
    • 40–150 mTiefe der Erdsonde (Bohrung)

    Erdsonde, Sole und Kältekreis

    Der Unterschied zur Luft-Wärmepumpe liegt nur in der Wärmequelle: Statt Außenluft nutzt die Erdwärmepumpe das Erdreich, das in einigen Metern Tiefe das ganze Jahr über rund 8 bis 12 °C warm ist. Eine frostsichere Sole bringt diese Wärme nach oben.

    1. Erdsonde: Die Sole zirkuliert als U-Rohr im Bohrloch und nimmt Erdwärme auf.
    2. Verdampfer: Im Plattenwärmetauscher gibt die Sole die Wärme an das Kältemittel ab, das verdampft.
    3. Verdichter und Verflüssiger: Druck und Temperatur steigen, die Wärme geht an das Heizwasser über.
    4. Expansionsventil: Der Druck fällt, der Kreis beginnt von vorn – die abgekühlte Sole fließt zurück ins Erdreich.

    Warum Erdwärme effizienter ist

    Weil die Erdquelle warm und konstant ist, muss der Verdichter über das Jahr weniger Temperaturhub leisten als bei der Luft-Wärmepumpe. Das ergibt höhere Jahresarbeitszahlen und einen gleichmäßigeren Betrieb, gerade an kalten Wintertagen.

    Dafür sind eine Bohrung oder Flächenkollektoren und eine Genehmigung nötig. Ob sich der Mehraufwand lohnt, hängt von Grundstück, Untergrund und Wärmebedarf ab – wir prüfen das im Einzelfall.

    Häufige Fragen

    Erdsonde oder Flächenkollektor – was ist besser?

    Die Erdsonde braucht wenig Fläche, aber eine Tiefenbohrung und Genehmigung. Flächenkollektoren liegen waagerecht knapp unter der Erdoberfläche und brauchen entsprechend Gartenfläche, dafür keine tiefe Bohrung. Welche Variante passt, hängt von Grundstück und Untergrund ab.

    Braucht man für eine Erdsonde eine Genehmigung?

    Ja. Erdsondenbohrungen sind wasser- und bergrechtlich anzeigepflichtig bzw. genehmigungspflichtig; die untere Wasserbehörde ist zuständig. In Wasserschutzgebieten gelten besondere Auflagen. Wir klären das im Projekt mit.

    Ist Erdwärme auch im Mehrfamilienhaus möglich?

    Ja, über mehrere oder tiefere Sonden lässt sich auch ein höherer Wärmebedarf decken. In der Auslegung werden Entzugsleistung des Bodens und Heizlast aufeinander abgestimmt, damit das Erdreich langfristig nicht auskühlt.

    Lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft?

    Erdwärme hat höhere Investitionskosten durch die Bohrung, aber meist niedrigere Betriebskosten dank höherer Jahresarbeitszahl. Über die Laufzeit kann das die Mehrkosten ausgleichen – entscheidend sind Wärmebedarf, Strompreis und Bohrkosten vor Ort.

    Welche Technik passt zu Ihrem Gebäude? Wir prüfen Ihre Liegenschaft kostenlos und rechnen die Varianten gegeneinander.

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