Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gehört zu den effizientesten Wärmeerzeugungstechnologien überhaupt. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme aus einem Brennstoff – Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) – erreicht ein BHKW Gesamtwirkungsgrade von bis zu 95 Prozent. Der größte Nachteil bisher: hohe Investitionskosten von 30.000 bis über 200.000 Euro. BHKW-Contracting löst dieses Problem vollständig.
Was ist BHKW-Contracting?
Beim BHKW-Contracting übernimmt ein Contractor die Investition, den Einbau und den Betrieb des Blockheizkraftwerks. Er plant die Anlage passend zum Gebäude, beschafft alle notwendigen Genehmigungen, kümmert sich um die KWK-Registrierung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und betreibt das BHKW professionell.
Der Eigentümer erhält Wärme und optional Mieterstrom – ohne eigene Investition, ohne Betriebsaufwand, ohne technisches Risiko. BHKW-Contracting ist eine Form des Wärmecontractings; alle Modelle im Überblick zeigt die Seite Contracting.
Wie funktioniert ein BHKW im Detail?
Ein Blockheizkraftwerk besteht aus einem Verbrennungsmotor, der mit Erdgas, Biomethan oder in Zukunft Wasserstoff betrieben wird. Der Motor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Die Motorabwärme – Wasser- und Abgaswärme – wird über Wärmetauscher in das Heizungssystem des Gebäudes eingespeist.
Typische Leistungsklassen für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe:
- Mini-BHKW (bis 15 kWel): Für kleinere MFH (6–15 WE), Arztpraxen, kleine Hotels
- BHKW (15–50 kWel): Für mittlere MFH (15–40 WE), Gewerbeobjekte
- Groß-BHKW (50–400 kWel): Für Wohnanlagen, Pflegeheime, Industriebetriebe
Wann lohnt sich BHKW-Contracting?
Ein BHKW im Contracting lohnt sich besonders dann, wenn:
Hoher Jahresbetriebsbedarf: BHKW arbeiten wirtschaftlich, wenn sie mindestens 4.000 Vollbetriebsstunden pro Jahr erreichen. Das erfordert einen kontinuierlichen Wärme- und Strombedarf – gegeben bei Mehrfamilienhäusern, Pflegeheimen, Hotels, Schwimmbädern.
Mieterstrom-Potenzial vorhanden: Der selbst erzeugte Strom kann als Mieterstrom an die Bewohner verkauft werden – günstiger als der Netzstrom, aber einträglich für den Contractor (was sich in günstigeren Wärmepreisen für den Eigentümer niederschlägt). Die rechtlichen Lieferwege dafür beschreibt die Seite Strom-Contracting.
Bestandsgebäude mit hoher Vorlauftemperatur: Anders als Wärmepumpen liefert ein BHKW problemlos Vorlauftemperaturen von 70–90 °C, ideal für alte Heizungssysteme.
Schnelle CO₂-Reduktion angestrebt: Mit zertifiziertem Biomethan ist ein BHKW sofort nahezu CO₂-neutral und übertrifft schon heute die Bio-Treppe, die das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, seit 29.07.2026 anstelle des GEG) für neue Gasanlagen vorsieht (10 Prozent ab 2029 bis 60 Prozent ab 2040).
KWK-Förderung: Was bringt das KWKG?
Viele kennen BHKW vor allem als „Heizung“. Tatsächlich kann ein BHKW durch Stromerzeugung, Eigenstromnutzung und – je nach Projekt – Einspeisung wirtschaftlich besonders interessant sein. Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) fördert Blockheizkraftwerke mit einer Einspeisevergütung für den ins Netz gelieferten Strom sowie Steuervergünstigungen auf den selbst verbrauchten Strom. Für neue Anlagen bis 50 kWel gilt aktuell:
- Einspeisevergütung: ca. 8 Cent/kWh für ins Netz eingespeisten KWK-Strom (10 Jahre)
- Steuerbefreiung Eigenverbrauch: Keine Energiesteuer auf selbst genutzten Strom
- Investitionszuschuss: Für hocheffiziente KWK-Anlagen über die BEG möglich
Beim BHKW-Contracting beantragt und verwaltet der Contractor alle KWK-Förderungen. Die Erträge fließen in günstigere Contracting-Preise für den Eigentümer. Förderfähigkeit und Vergütung hängen von Gesetzeslage, Anlagentyp, Netzbetreiberanforderungen und Projektparametern ab.
Ablauf BHKW-Contracting bei Green Contracting
- Kostenlose Erstanalyse: Prüfung des Jahres-Wärme- und Strombedarfs, Lastprofil, Gebäudestruktur, vorhandene Heizzentrale
- Technische Machbarkeitsstudie: Dimensionierung des BHKW und Betriebsstrategie, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Fördermittelcheck
- Angebot und Vertrag: Transparentes Angebot mit Grund- und Arbeitspreis, klare Vertragsbedingungen
- Genehmigungen: BAFA-Registrierung, KWK-Anmeldung, Netzbetreiberanmeldung – alles durch Green Contracting
- Installation: Einbau inklusive Peripherie und Messkonzept in 2–4 Wochen, Unterbrechung des laufenden Heizbetriebs auf ein Minimum reduziert
- Inbetriebnahme und Monitoring: Einregulierung und Dokumentation, 24/7-Fernüberwachung, automatische Störungsmeldung, regelmäßige Wartung
BHKW-Contracting: Typische Kosten
Als Orientierung für ein BHKW im Contracting bei einem mittleren Mehrfamilienhaus (15–25 WE):
- Grundpreis: ca. 600–1.200 €/Monat
- Wärme-Arbeitspreis: ca. 0,08–0,12 €/kWh
- Strom: Je nach Mieterstrommodell entweder Einsparung über Mieterstrom oder Direktabrechnung
Im Vergleich zum Eigenbetrieb eines vergleichbaren BHKW (Investition + Betrieb + Wartung) liegt Contracting in der Regel auf ähnlichem oder günstigerem Niveau – ohne Kapitalbindung und ohne Risiko. Weiterführend: BHKW vs. Wärmepumpe im Vergleich und Contracting vs. Eigeninvestition (CAPEX oder OPEX).

