Rangliste · Stand: 12. Oktober 2026
Die größten Geothermieanlagen Deutschlands 2026
Welche Geothermieanlagen in Deutschland liefern die meiste Wärme? Diese Rangliste ordnet die in Betrieb befindlichen Anlagen der tiefen Geothermie nach ihrer installierten thermischen Leistung in Megawatt. Laut Bundesverband Geothermie waren im Juni 2026 bundesweit 45 tiefe Geothermieanlagen in Betrieb, mit zusammen 442 MW Wärme- und 47 MW elektrischer Leistung. Die 21 größten Anlagen stehen fast alle im bayerischen Molassebecken rund um München.
- Sortiert nach
- Installierte thermische Leistung (MW)
- Unternehmen
- 21 in der Rangliste
- Datenstand
- 12. Oktober 2026
Datenbasis: Installierte thermische Leistung laut Projektdatenbank Tiefe Geothermie (tiefegeothermie.de), abgerufen am 12.10.2026; Gesamtzahlen Bundesverband Geothermie, Stand Juni 2026.
So haben wir bewertet →Die größten Geothermieanlagen: die Tabelle
Grundgesamtheit: Anlagen der tiefen Geothermie in Deutschland, die in der Projektdatenbank tiefegeothermie.de mit Status „in Betrieb“ und einer installierten thermischen Leistung von mindestens 7 MW geführt werden. Jede Zeile nennt die Quelle der Kennzahl; die Namen führen auf die Website des Unternehmens.
München
- Wärmeleistung
- 60 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- über 100 °C
- Betreiber
- Stadtwerke München
Geothermieanlage am Energiestandort Süd der Stadtwerke München in der Schäftlarnstraße; nach Angaben der SWM die größte Geothermieanlage Deutschlands. Sie speist in das Münchner Fernwärmenetz ein.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: München-SendlingUnterschleißheim
- Wärmeleistung
- 46 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 78 °C
- Betreiber
- Geothermie Unterschleißheim AG
Erste Geothermie-Wärmeversorgung im Landkreis München; die Anlage geht auf Erkundungsbohrungen aus den 1970er-Jahren zurück und versorgt die Stadt mit Fernwärme.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: UnterschleißheimTaufkirchen / Oberhaching
- Wärmeleistung
- 40 MW
- Elektrische Leistung
- 4,3 MW
- Thermalwasser
- 135 °C
- Betreiber
- GeoEnergie Taufkirchen GmbH & Co. KG
Versorgt seit 2013 Taufkirchen und Oberhaching mit Fernwärme und erzeugt seit 2018 zusätzlich Strom mit einer Kalina-Anlage.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: TaufkirchenGrünwald / Oberhaching-Laufzorn
- Wärmeleistung
- 40 MW
- Elektrische Leistung
- 3,5 MW
- Thermalwasser
- 128 °C
- Betreiber
- Erdwärme Grünwald GmbH
2011 in Oberhaching-Laufzorn errichtete Anlage der Gemeinde Grünwald für Wärme und Strom; sie ist über einen Wärmeverbund mit Unterhaching verbunden, eine Erweiterung (Laufzorn II) wird gebohrt.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: GrünwaldUnterhaching
- Wärmeleistung
- 38 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 122 °C
- Betreiber
- Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG
Kommunale Anlage, 2009 mit 30,4 MW fertiggestellt und seither ausgebaut; anfangs auch zur Stromerzeugung genutzt, heute auf Fernwärme ausgerichtet.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: UnterhachingKirchweidach (Lkr. Altötting)
- Wärmeleistung
- 32 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 107 °C
- Betreiber
- Naturwärme Kirchweidach-Halsbach GmbH & Co. KG
Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Kirchweidach mit einem Gemüsebaubetrieb; die Wärme beheizt vor allem Gewächshäuser und zusätzlich den Ort.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: Kirchweidach-HalsbachPolling / Tüßling (Lkr. Mühldorf)
- Wärmeleistung
- 30 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 109 °C
- Betreiber
- Erdwärme Inn GmbH & Co. KG
Jüngere Anlage im Landkreis Mühldorf, deren Bohrungen 2024 abgeschlossen wurden; die Wärme versorgt Gewächshäuser mit über 360.000 Quadratmetern sowie Wohngebäude.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: PollingHolzkirchen
- Wärmeleistung
- 24 MW
- Elektrische Leistung
- 3,6 MW
- Thermalwasser
- 153 °C
- Betreiber
- Gemeindewerke Holzkirchen GmbH
Seit Dezember 2018 in Betrieb; mit über 5.000 Metern vertikaler Tiefe eine der tiefsten Anlagen der Liste, erzeugt Wärme und über eine ORC-Anlage Strom.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: HolzkirchenUnterföhring
- Wärmeleistung
- 22 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 87–93 °C
- Betreiber
- GEOVOL Unterföhring GmbH
Gemeindliche Fernwärmeversorgung mit zwei Dubletten, also vier Bohrungen, die das Thermalwasser aus dem Malmkarst fördern und zurückführen.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: UnterföhringAschheim / Feldkirchen / Kirchheim
- Wärmeleistung
- 19 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 85 °C
- Betreiber
- AFK-Geothermie GmbH
Seit 2009 das erste interkommunale Geothermie-Projekt Deutschlands für drei Gemeinden östlich von München; eine Erweiterung mit weiteren Bohrungen ist in Vorbereitung.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: Aschheim / Feldkirchen / KirchheimTraunreut
- Wärmeleistung
- 18 MW
- Elektrische Leistung
- 5,5 MW
- Thermalwasser
- 114 °C
- Betreiber
- Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH
Anlage im Chiemgau mit Bohrungen von über 5.000 Metern, die Fernwärme liefert und über eine ORC-Anlage Strom erzeugt.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: TraunreutPullach im Isartal
- Wärmeleistung
- 15 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 104–107 °C
- Betreiber
- Innovative Energie für Pullach GmbH
Gemeindliche Wärmeversorgung südlich von München, die als Triplette mit drei Bohrungen betrieben wird.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: PullachWaldkraiburg
- Wärmeleistung
- 14 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 108 °C
- Betreiber
- Stadtwerke Waldkraiburg
Seit dem Winter 2012/13 versorgen die Stadtwerke Waldkraiburg die Stadt in Südostbayern mit geothermischer Fernwärme; das Netz wird laufend erweitert.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: WaldkraiburgMünchen
- Wärmeleistung
- 13 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 93 °C
- Betreiber
- Stadtwerke München
Erste Geothermieanlage der Stadtwerke München, seit 2004 in Betrieb; versorgt die Messestadt Riem und das Messegelände.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: München-RiemMünchen
- Wärmeleistung
- 12 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 90 °C
- Betreiber
- Stadtwerke München
2016 in Betrieb genommene SWM-Anlage im Westen Münchens; Baustein des Ziels der SWM, die Münchner Fernwärme bis 2040 aus erneuerbaren Energien zu speisen.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: München-FreihamGarching bei München
- Wärmeleistung
- 12 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 74 °C
- Betreiber
- Energie-Wende-Garching GmbH & Co. KG
Wärmeversorgung der Stadt Garching mit Thermalwasser aus gut 2.000 Metern Tiefe und einer vergleichsweise hohen Förderrate von 150 Litern pro Sekunde.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: Garching bei MünchenErding
- Wärmeleistung
- 10,2 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 65 °C
- Betreiber
- Zweckverband Geowärme Erding
Seit 1998 in Betrieb; das Thermalwasser wird als Fernwärme, Badewasser und Trinkwasser genutzt, rund 800 Kunden sind angeschlossen.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: ErdingBrunnthal-Kirchstockach
- Wärmeleistung
- 10 MW
- Elektrische Leistung
- 5,5 MW
- Thermalwasser
- 139 °C
- Betreiber
- Stadtwerke München
Ursprünglich als Stromkraftwerk gebaute Anlage, die die SWM 2016 übernommen und zum Heizkraftwerk erweitert haben.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: KirchstockachPoing (Lkr. Ebersberg)
- Wärmeleistung
- 10 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 76 °C
- Betreiber
- Bayernwerk Natur GmbH
Ende 2012 nach vierjähriger Bauzeit in Betrieb genommene Fernwärmeanlage im Landkreis Ebersberg.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: PoingIsmaning
- Wärmeleistung
- 7 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 75 °C
- Betreiber
- Wärmeversorgung Ismaning GmbH
Gemeindliches Projekt, 2011 beschlossen und ab 2012 gebohrt; versorgt die Gemeinde im Landkreis München mit Fernwärme.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: IsmaningSchwerin
- Wärmeleistung
- 7 MW
- Elektrische Leistung
- –
- Thermalwasser
- 56 °C
- Betreiber
- Stadtwerke Schwerin
Seit Oktober 2024 in Betrieb; kombiniert erstmals in Deutschland mitteltiefe Geothermie aus dem Norddeutschen Becken mit Großwärmepumpen. Größte Anlage außerhalb Bayerns in dieser Liste.
Quelle: Projektdatenbank Tiefe Geothermie: Schwerin
Methodik
So haben wir bewertet
Die Reihenfolge ergibt sich ausschließlich aus veröffentlichten, nachprüfbaren Kennzahlen. Wir vergeben keine Noten, testen keine Produkte und treffen kein Qualitätsurteil über die Unternehmen.
- Es zählt die installierte thermische Leistung, nicht die tatsächlich gelieferte Wärmemenge. Anlagen mit vielen Volllaststunden können mehr Wärme liefern als leistungsstärkere Anlagen mit weniger Betriebsstunden.
- Reine Stromkraftwerke ohne ausgewiesene Wärmeleistung (etwa Dürrnhaar und Insheim) sind nicht Teil der Rangliste. Die elektrische Leistung von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung steht zur Information in einer eigenen Spalte.
- Anlagen im Bau oder in Planung (zum Beispiel das SWM-Projekt am Michaelibad oder die Erweiterung in Laufzorn) sind nicht enthalten. Ruhende oder stillgelegte Anlagen ebenfalls nicht.
- Die grenzüberschreitende Anlage Simbach–Braunau (7 MW) ist nicht aufgenommen, weil sie gemeinsam von einer deutschen und einer österreichischen Kommune betrieben wird und sich keiner Seite eindeutig zuordnen lässt.
- Die Leistungswerte stammen aus der Projektdatenbank; Betreiber können in eigenen Veröffentlichungen abweichende oder neuere Werte nennen, etwa nach Erweiterungen. In Schwerin ist die Leistung einschließlich der nachgeschalteten Wärmepumpen angegeben.
- Die Summe der Datenbankwerte dieser 21 Anlagen (rund 519 MW) liegt über der vom Bundesverband Geothermie genannten Gesamtleistung aller Anlagen von 442 MW. Die Datenbank weist teils Leistungen einschließlich Ausbaustufen oder nachgeschalteter Anlagen aus, der Verband zählt nach eigener Abgrenzung. Die Reihenfolge ist deshalb als Größenordnung zu verstehen; wer genaue Werte braucht, sollte beim Betreiber nachfragen.
Installierte thermische Leistung
100 %Installierte Wärmeleistung der Anlage in Megawatt, wie sie die Projektdatenbank Tiefe Geothermie je Anlage ausweist. Bei gleicher Leistung entscheidet die elektrische Leistung, danach die alphabetische Reihenfolge des Standorts.
Unabhängigkeit und Transparenz
Green Contracting baut und betreibt keine Geothermieanlagen und ist in diesem Markt nicht tätig. Mit keinem der genannten Betreiber besteht eine Geschäftsbeziehung, die die Reihenfolge beeinflusst.
Keine Platzierung ist bezahlt, es gibt keine Provisions- oder Affiliate-Links. Die Rangfolge beruht allein auf den oben genannten Kennzahlen zum Datenstand 12. Oktober 2026; Unternehmen ohne veröffentlichte Kennzahl konnten wir nicht einordnen. Marken und Unternehmensnamen gehören ihren Inhabern und dienen nur der Identifikation.
Eine Zahl ist veraltet oder falsch? Schreiben Sie uns mit Quelle an info@contracting.green – wir prüfen jede Meldung und korrigieren die Tabelle.
Einordnung
Tiefe Geothermie ist in Deutschland bislang vor allem ein bayerisches Thema. 20 der 21 Anlagen dieser Liste liegen im süddeutschen Molassebecken, wo in 2.000 bis 5.000 Metern Tiefe heißes Thermalwasser im Malmkarst zirkuliert. Allein die Stadtwerke München betreiben vier der Anlagen; Geothermie ist der wichtigste Baustein ihres Ziels, die Münchner Fernwärme bis 2040 aus erneuerbaren Energien zu speisen. Im Oberrheingraben stehen vor allem kleinere Anlagen, die auch Strom erzeugen; im Norddeutschen Becken sind die Wassertemperaturen niedriger, weshalb dort Wärmepumpen nachgeschaltet werden, wie in Schwerin.
Mit zusammen 442 MW Wärmeleistung aus 45 Anlagen ist die tiefe Geothermie im Vergleich zur gesamten Fernwärme noch klein. Der Ausbau zieht aber an: Der Bundesverband Geothermie zählt 18 Anlagen im Bau und 178 in Planung. Treiber sind die kommunale Wärmeplanung, das Ziel klimaneutraler Wärmenetze und Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze. Das Fündigkeitsrisiko, also die Gefahr einer zu kalten oder zu schwach schüttenden Bohrung, bleibt der größte Kostenfaktor.
Typisch ist der kommunale Charakter: Die meisten Anlagen gehören Gemeinden, Stadtwerken oder interkommunalen Gesellschaften. Einige Anlagen wie Kirchweidach-Halsbach und Polling versorgen in erster Linie Gewächshäuser. Nur wenige Betreiber nutzen hohe Thermalwassertemperaturen zusätzlich zur Stromerzeugung; in dieser Liste sind es fünf Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung.
Für Gebäudeeigentümer und Hausverwaltungen ist Geothermie meist über die Fernwärme relevant: Wer in einem Ort mit geothermischem Wärmenetz liegt, kann sich anschließen lassen. Wo kein solches Netz entsteht, bleiben dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, die oberflächennahe Erdwärme, Luft oder Abwasser nutzen. Welche Option günstiger ist, hängt vom Wärmepreis des Netzbetreibers und vom Gebäude ab.
Häufige Fragen
Welche ist die größte Geothermieanlage Deutschlands?
Die größte tiefe Geothermieanlage ist die Anlage der Stadtwerke München am Heizkraftwerk Süd in Sendling mit einer installierten Wärmeleistung von 60 MW. Es folgen Unterschleißheim mit 46 MW sowie Taufkirchen und Grünwald mit je 40 MW.
Wie viele Geothermieanlagen gibt es in Deutschland?
Laut Bundesverband Geothermie waren im Juni 2026 bundesweit 45 Anlagen der tiefen Geothermie in Betrieb. 43 davon liefern Wärme, 12 erzeugen Strom, zehn davon in Kraft-Wärme-Kopplung.
Warum stehen die meisten Geothermieanlagen in Bayern?
Im süddeutschen Molassebecken liegt eine wasserführende Kalksteinschicht, der Malm, in erreichbarer Tiefe. Das Thermalwasser ist dort heiß und ergiebig genug, um ganze Fernwärmenetze zu versorgen. Im Norden Deutschlands sind die Temperaturen in vergleichbarer Tiefe meist niedriger.
Wie viel Leistung hat die tiefe Geothermie in Deutschland insgesamt?
Die 45 Anlagen in Betrieb kommen laut Bundesverband Geothermie auf 442 MW Wärmeleistung und 47 MW elektrische Leistung (Stand Juni 2026).
Kann ich mein Haus an eine Geothermieanlage anschließen?
Ein Anschluss ist nur möglich, wenn die Anlage ein Fernwärmenetz in der Nähe versorgt. Ansprechpartner ist der Betreiber, meist die Gemeinde oder das Stadtwerk. Ohne Netz kann eine eigene Wärmepumpe mit Erdsonde oder Luft die Alternative sein.