Rangliste · Stand: 10. Oktober 2026
Die größten Großwärmepumpen Deutschlands 2026
Welches ist die größte Wärmepumpe Deutschlands? Diese Rangliste ordnet Großwärmepumpen, die in deutsche Fernwärme- und Wärmenetze einspeisen, nach ihrer thermischen Leistung in Megawatt (MW). Berücksichtigt sind nur Anlagen, die am Stichtag in Betrieb oder nachweislich im Bau sind – reine Planungen und Ankündigungen zählen nicht. Grundlage ist die öffentliche Projektdatenbank für Großwärmepumpen von Fraunhofer IEG und LandesEnergieAgentur Hessen, für die großen Vorhaben abgeglichen mit den aktuellen Meldungen der Betreiber. Jede Zeile nennt ihre Quelle.
- Sortiert nach
- Thermische Leistung (MW)
- Unternehmen
- 20 in der Rangliste
- Datenstand
- 10. Oktober 2026
Datenbasis: Status und Leistung laut Betreiber bzw. Projektdatenbank zum Stichtag.
So haben wir bewertet →Die 20 größten Großwärmepumpen: die Tabelle
Grundgesamtheit: Elektrisch angetriebene Großwärmepumpen in Deutschland, die in ein Fernwärme- oder Wärmenetz eines Versorgers einspeisen und am 10.10.2026 laut Betreiber oder Projektdatenbank von Fraunhofer IEG/LEA Hessen in Betrieb oder im Bau waren. Jede Zeile nennt die Quelle der Kennzahl; die Namen führen auf die Website des Unternehmens.
Mannheim (Großkraftwerk Mannheim)
- Leistung (MW th.)
- 165
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant Winter 2028/29
- Wärmequelle
- Flusswasser (Rhein)
Zweite Flusswärmepumpe der MVV auf dem Gelände des Großkraftwerks Mannheim, bestehend aus zwei Modulen mit je 82,5 MW. Sie soll rund 40.000 weitere Haushalte in der Rhein-Neckar-Region mit Fernwärme versorgen.
Quelle: MVV, Projektseite Flusswärmepumpe 2Köln-Niehl
- Leistung (MW th.)
- 150
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant Herbst 2028
- Wärmequelle
- Flusswasser (Rhein)
Flusswasser-Wärmepumpe aus drei Modulen mit je 50 MW am Kraftwerksstandort Niehl; die Grundsteinlegung war im Juli 2026. Sie soll Fernwärme für bis zu 50.000 Haushalte im Kölner Netz liefern.
Quelle: RheinEnergie, Pressemitteilung zur Grundsteinlegung (Juli 2026)Berlin-Spandau (Standort Reuter West)
- Leistung (MW th.)
- ca. 75
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant 2027
- Wärmequelle
- Gereinigtes Abwasser
Abwasser-Wärmepumpen an der neuen Reinigungsstufe des Klärwerks Ruhleben, Teil des Projekts „Reuter Sustainable Heat and Power“ (Grundsteinlegung 2024). Sie sollen rund 45.000 Wohneinheiten mit Fernwärme versorgen.
Quelle: BEW, Abwärme und GroßwärmepumpenHamburg (Klärwerk Dradenau)
- Leistung (MW th.)
- 60
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant 2026
- Wärmequelle
- Gereinigtes Abwasser
Abwasser-Wärmepumpe aus vier Aggregaten mit je 15 MW im Eigentum von Hamburg Wasser; die Hamburger Energiewerke finanzieren die Anlage und speisen die Wärme über den Energiepark Hafen ins Fernwärmenetz ein. Ausgelegt ist sie für rund 39.000 Haushalte.
Quelle: Freie und Hansestadt Hamburg (BUKEA), Pressemitteilung vom 7.7.2025Flensburg
- Leistung (MW th.)
- 60
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant Ende 2027
- Wärmequelle
- Meerwasser (Flensburger Förde)
Erste Großwärmepumpe der Stadtwerke Flensburg mit drei Modulen und rund 21 MW elektrischem Anschluss; der Grundstein wurde am 3. Juni 2026 gelegt. Sie ist Kern des Plans, die Flensburger Fernwärme bis 2035 zu dekarbonisieren.
Quelle: Stadtwerke Flensburg, Pressemitteilung vom 3.6.2026Duisburg-Wanheim
- Leistung (MW th.)
- 45
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant Ende 2028/Anfang 2029; Endausbau 60 MW
- Wärmequelle
- Flusswasser (Rhein)
Rheinwasser-Wärmepumpen als Teil der Modernisierung des Energieparks Wanheim; gebaut werden zunächst drei von vier Aggregaten mit je rund 15 MW. Der symbolische Spatenstich war im September 2026.
Quelle: Stadtwerke Duisburg, Energiepark WanheimHannover-Herrenhausen
- Leistung (MW th.)
- 30
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant 2027
- Wärmequelle
- Gereinigtes Abwasser (Klärwerk)
Großwärmepumpe auf dem Gelände des städtischen Klärwerks Herrenhausen, die das 12 bis 16 °C warme Klarwasser nutzt. Geplant sind rund 130 GWh Fernwärme pro Jahr.
Quelle: enercity, Pressemitteilung zum Baubeginn (2025)Stuttgart-Münster
- Leistung (MW th.)
- 24
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 8.4.2024
- Wärmequelle
- Abwärme (Kühlwasser Restmüllheizkraftwerk)
Großwärmepumpe am Kraftwerksstandort Stuttgart-Münster, die Abwärme aus dem Kühlwasserkreislauf der benachbarten Abfallverbrennung nutzt. Rechnerisch versorgt sie rund 10.000 Haushalte mit Fernwärme.
Quelle: EnBW, Pressemitteilung zur Inbetriebnahme (April 2024)Mannheim (Großkraftwerk Mannheim)
- Leistung (MW th.)
- 20
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 11.10.2023
- Wärmequelle
- Flusswasser (Rhein)
Erste Flusswärmepumpe der MVV, errichtet auf dem Gelände des Großkraftwerks Mannheim. Sie liefert Wärme für rund 3.500 Haushalte.
Quelle: MVV, Pressemitteilung zur Inbetriebnahme der ersten FlusswärmepumpeBerlin-Mitte (Potsdamer Platz)
- Leistung (MW th.)
- 8
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 2022 (laut Datenbank)
- Wärmequelle
- Abwärme (Kältezentrale)
Hochtemperatur-Wärmepumpe von Siemens Energy in der Kältezentrale am Potsdamer Platz, die Abwärme aus der Kälteerzeugung auf Fernwärme-Temperatur anhebt und ins Berliner Netz einspeist.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag Berlin Potsdamer PlatzBerlin-Schöneweide
- Leistung (MW th.)
- 7
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 2023
- Wärmequelle
- Flusswasser (Spree)
Zwei Wärmepumpen mit je 3,5 MW als Teil eines innovativen KWK-Systems (iKWK) am Standort Schöneweide. Sie nutzen Spreewasser als Wärmequelle.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag Berlin SchöneweideSchwerin-Lankow
- Leistung (MW th.)
- bis zu 7
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 22.10.2024
- Wärmequelle
- Mitteltiefe Geothermie (Thermalwasser)
Geothermie-Heizwerk Lankow, das 56 °C warmes Thermalwasser aus rund 1.300 m Tiefe mit Wärmepumpen auf Netztemperatur anhebt. Die Kombination aus mitteltiefer Geothermie und Wärmepumpen ist nach Angaben des Förderprojekts bundesweit die erste ihrer Art.
Quelle: energieforschung.de (BMWE-Förderinformation), Meldung vom 13.2.2025Gießen
- Leistung (MW th.)
- 5,3
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant 2026
- Wärmequelle
- Flusswasser (Lahn)
Drei Flusswasser-Wärmepumpen mit je 1,77 MW an der Lahn als Teil eines innovativen KWK-Systems. Laut Datenbank sollen sie vor allem zwischen April und Oktober laufen.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag GießenBremen
- Leistung (MW th.)
- 5
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 2025
- Wärmequelle
- Flusswasser (Weser), Vakuum-Flüssigeis
Wärmepumpenanlage, die der Weser Wärme über einen Vakuum-Flüssigeiserzeuger entzieht und damit Quartierswärme erzeugt.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag BremenRosenheim
- Leistung (MW th.)
- 4,7
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 2022
- Wärmequelle
- Flusswasser
Drei Flusswasser-Wärmepumpen mit je 1,56 MW im Rahmen des Reallabors Rosenheim. Sie speisen in das städtische Fernwärmenetz ein.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag Reallabor RosenheimHeidelberg (Energiepark Pfaffengrund)
- Leistung (MW th.)
- 4,5
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- Juli 2023
- Wärmequelle
- Umgebungsluft
Drei Luft-Wasser-Großwärmepumpen als Teil einer innovativen KWK-Anlage im Energiepark Pfaffengrund. Sie erzeugen rund 7.800 MWh Wärme pro Jahr für das Heidelberger Fernwärmenetz.
Quelle: ZfK, Meldung vom 6.7.2023Duisburg-Huckingen
- Leistung (MW th.)
- 3,8
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 2025
- Wärmequelle
- Gereinigtes Abwasser (Kläranlage)
Wärmepumpen an der Kläranlage Huckingen als Teil einer innovativen KWK-Anlage der Stadtwerke Duisburg. Sie nutzen den Ablauf der Kläranlage als Wärmequelle.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag Duisburg-HuckingenFreiburg im Breisgau
- Leistung (MW th.)
- 3,75
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- 2024
- Wärmequelle
- Industrielle Abwärme (Molkerei)
Wärmepumpen, die die Rückkühlwärme der Prozesskälte einer Molkerei für ein Wärmenetz im Freiburger Süden nutzbar machen.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag FreiburgNeuruppin
- Leistung (MW th.)
- 3,3
- Status
- im Bau
- Inbetriebnahme
- geplant 2026
- Wärmequelle
- Geothermie (Thermalwasser)
Wärmepumpen, die Thermalwasser aus einer Geothermiebohrung für das Neuruppiner Fernwärmenetz nutzbar machen.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag NeuruppinDresden
- Leistung (MW th.)
- 3,0
- Status
- in Betrieb
- Inbetriebnahme
- k. A. in der Datenbank
- Wärmequelle
- Abwärme (Rechenzentrum TU Dresden)
Wärmepumpe, die Abwärme aus dem Hochleistungsrechenzentrum der TU Dresden ins Dresdner Fernwärmenetz einspeist.
Quelle: Projektdatenbank Großwärmepumpen (Fraunhofer IEG/LEA Hessen), Eintrag Dresden
Methodik
So haben wir bewertet
Die Reihenfolge ergibt sich ausschließlich aus veröffentlichten, nachprüfbaren Kennzahlen. Wir vergeben keine Noten, testen keine Produkte und treffen kein Qualitätsurteil über die Unternehmen.
- Gezählt werden Projekte, nicht Unternehmen: Betreibt ein Versorger mehrere Großwärmepumpen (z. B. MVV in Mannheim oder BEW in Berlin), erscheint jeder Standort einzeln. In der Spalte Unternehmen steht der Betreiber, in der Spalte Sitz der Standort der Anlage.
- Nur Status „in Betrieb“ oder „im Bau“. Als im Bau gilt ein Projekt, wenn der Betreiber den Baubeginn, eine Grundsteinlegung oder einen Spatenstich gemeldet hat bzw. die Projektdatenbank den Status „Im Bau“ führt. Projekte in Planung oder Ankündigung (z. B. Hamburg-Tiefstack, Kiel, Heidelberg Ernst-Walz-Brücke, Nürnberg, Dresden-Pieschen) fehlen bewusst.
- Für die sieben größten Vorhaben wurden Leistung und Status mit der jeweils jüngsten Betreibermeldung abgeglichen. Dabei wurden zwei Projekte gegenüber der Datenbank auf „im Bau“ gesetzt (Köln-Niehl, Mannheim Flusswärmepumpe 2), weil die Betreiber den Baustart 2026 gemeldet haben. Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (Großwärmepumpe am Rechenzentrum Ingelheimer Aue) ist nicht aufgenommen: Die Datenbank führt das Projekt als im Bau, der Betreiber selbst beschreibt es zum Stichtag als in Planung.
- Bei stufenweisem Ausbau zählt die Leistung, die nach Betreiberangabe aktuell gebaut wird. In Duisburg-Wanheim sind das drei von vier geplanten 15-MW-Modulen (45 MW); der Endausbau mit 60 MW ist in der Spalte Inbetriebnahme vermerkt.
- Nicht aufgenommen sind Wärmepumpen für reine Werks- oder Prozesswärme ohne Einspeisung in ein Versorgernetz, etwa die Dampf-Wärmepumpe der BASF in Ludwigshafen, Anlagen der Holz-, Lebensmittel- und Automobilindustrie oder die Wärmeversorgung einzelner Betriebsgelände.
- Für Projekte unterhalb der sieben größten stammen Leistung, Status und Inbetriebnahmejahr aus der Projektdatenbank (Lizenz CC BY 4.0, Abruf über die Projekt-API am 10.10.2026). Die Datenbank wird von Fraunhofer IEG gepflegt und kann einzelne Statusänderungen erst mit Verzögerung abbilden. Die Liste endet bei 20 Einträgen; die Datenbank enthält insgesamt 161 Vorhaben ab 420 kW.
- Die Leistung beschreibt die Größe einer Anlage, nicht ihre Effizienz, Wirtschaftlichkeit oder Qualität.
Thermische Leistung
100 %Veröffentlichte thermische Nennleistung (Heizleistung) der Wärmepumpenanlage am Standort in Megawatt. Höhere Leistung = höherer Rang. Bei gleicher Leistung entscheidet die frühere geplante bzw. erfolgte Inbetriebnahme.
Unabhängigkeit und Transparenz
Green Contracting bietet selbst Wärme-Contracting und ein Wärmepumpen-Abo für Gebäude an und ist deshalb nicht Teil dieser Rangliste; Green Contracting betreibt keine der hier gelisteten Netz-Großwärmepumpen. Die Reihenfolge ergibt sich allein aus der veröffentlichten thermischen Leistung, es gibt keine bezahlten Platzierungen.
Keine Platzierung ist bezahlt, es gibt keine Provisions- oder Affiliate-Links. Die Rangfolge beruht allein auf den oben genannten Kennzahlen zum Datenstand 10. Oktober 2026; Unternehmen ohne veröffentlichte Kennzahl konnten wir nicht einordnen. Marken und Unternehmensnamen gehören ihren Inhabern und dienen nur der Identifikation.
Eine Zahl ist veraltet oder falsch? Schreiben Sie uns mit Quelle an info@contracting.green – wir prüfen jede Meldung und korrigieren die Tabelle.
Einordnung
Großwärmepumpen sind 2026 die am schnellsten wachsende Erzeugungstechnik in deutschen Fernwärmenetzen. Bis vor wenigen Jahren lagen die größten Anlagen im einstelligen Megawattbereich; heute sind gleich sieben Projekte mit 30 MW und mehr in Bau. Allein die drei größten Vorhaben in Mannheim, Köln und Berlin bringen zusammen rund 390 MW thermische Leistung – mehr als doppelt so viel wie alle Anlagen, die die Projektdatenbank am Stichtag als in Betrieb und netzeinspeisend führt (rund 150 MW).
Auffällig ist die Wahl der Wärmequelle: Die großen Projekte nutzen fast ausschließlich Flusswasser (Rhein, Spree, Lahn), Meerwasser oder gereinigtes Abwasser von Klärwerken. Diese Quellen liefern auch im Winter verlässlich Temperaturen zwischen etwa 5 und 16 °C und lassen sich in großen Mengen nutzen. Luft-Wasser-Wärmepumpen dominieren dagegen zahlenmäßig bei kleineren Anlagen bis wenige Megawatt. Abwärme aus Rechenzentren, Kühlwasser und Kälteanlagen kommt als dritte Quelle hinzu.
Treiber sind die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) und das Wärmeplanungsgesetz, das Wärmenetzbetreiber zu steigenden Anteilen erneuerbarer Wärme und unvermeidbarer Abwärme verpflichtet. Fast alle großen Projekte in dieser Liste sind mit BEW-Mitteln oder als Reallabor der Energiewende gefördert. Der Engpass liegt weniger bei der Technik als bei Stromnetzanschluss, Genehmigung (Wasserrecht, Kältemittel) und Lieferzeiten für Transformatoren und Verdichter.
Für Gebäudeeigentümer und Hausverwaltungen bedeutet der Ausbau, dass der Wärmepreis vieler Fernwärmenetze künftig stärker vom Strompreis abhängen wird und weniger vom Gaspreis. Wie sich das auf Preisgleitklauseln auswirkt, ist von Netz zu Netz verschieden. Wer heute über einen Anschluss an ein Wärmenetz oder eine eigene Wärmepumpenlösung im Gebäude entscheidet, sollte deshalb die Preisformel und den Dekarbonisierungsfahrplan des Netzbetreibers kennen.
Häufige Fragen
Welches ist die größte Wärmepumpe Deutschlands?
Die größte in Deutschland im Bau befindliche Großwärmepumpe ist die Flusswärmepumpe 2 der MVV in Mannheim mit bis zu 165 MW thermischer Leistung, geplant für Winter 2028/29. Die größte am Stichtag laufende Netz-Wärmepumpe ist die 24-MW-Anlage der EnBW in Stuttgart-Münster, knapp vor der ersten MVV-Flusswärmepumpe mit 20 MW.
Wie viele Großwärmepumpen gibt es in Deutschland?
Die öffentliche Projektdatenbank von Fraunhofer IEG und LEA Hessen führte am 10.10.2026 insgesamt 161 Vorhaben mit mindestens 420 kW Heizleistung, davon 74 in Betrieb und 16 im Bau; der Rest ist in Planung oder angekündigt. Nicht jede Anlage speist in ein öffentliches Wärmenetz ein, ein Teil dient der Werks- oder Prozesswärme.
Welche Wärmequellen nutzen Großwärmepumpen?
Die großen Anlagen nutzen vor allem Flusswasser, Meerwasser, gereinigtes Abwasser aus Klärwerken und industrielle Abwärme, etwa aus Rechenzentren oder Kühlwasserkreisläufen. Hinzu kommen Geothermie und Umgebungsluft, letztere vor allem bei kleineren Anlagen bis wenige Megawatt.
Was kostet eine Großwärmepumpe für die Fernwärme?
Die Betreiber nennen Investitionen von rund 56 Mio. € für 30 MW in Hannover, rund 70 Mio. € für 60 MW in Flensburg und 280 Mio. € für 150 MW in Köln. Die Summen enthalten je nach Projekt auch Leitungen, Gebäude und Netzanbindung und sind deshalb nur grob vergleichbar. Ein großer Teil wird über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert.
Kann ein Mehrfamilienhaus selbst eine Großwärmepumpe nutzen?
Netz-Großwärmepumpen versorgen ganze Stadtteile über das Fernwärmenetz. Für einzelne Mehrfamilienhäuser oder Wohnanlagen kommen eigene Wärmepumpen im Bereich von etwa 20 bis einigen hundert Kilowatt in Frage, auch als Kaskade. Ob ein Fernwärmeanschluss oder eine Wärmepumpe im Gebäude günstiger ist, hängt von Wärmepreis, Vorlauftemperatur und Fördermitteln ab.
Weitere Energie-Ranglisten
- Wärme & ContractingDie größten Fernwärmeversorger
- Wärme & ContractingDie größten Wärme-Contracting-Anbieter
- Erneuerbare & SpeicherDie 20 größten Batteriespeicher
- Erneuerbare & SpeicherDie 20 größten Kraftwerke
Weitere Quellen
- Fraunhofer IEG/LandesEnergieAgentur Hessen: Projektdatenbank Großwärmepumpen in Deutschland
- Projektdatenbank Großwärmepumpen: Projekt-API (JSON, CC BY 4.0)
- BAFA: Großwärmepumpen in der Fernwärme – Handreichung zur Planung und Genehmigung
- Vattenfall: Grundsteinlegung für Reuter Sustainable Heat and Power (12.3.2024)
- Kraftwerke Mainz-Wiesbaden: Großwärmepumpe für Mainz (Planungsstand)