Rangliste · Stand: 10. Oktober 2026

    Die größten Fernwärmeversorger Deutschlands 2026 nach Netzlänge

    Welcher Versorger hat das größte Fernwärmenetz in Deutschland? Diese Rangliste ordnet Fernwärmeversorger nach der Länge ihres Fernwärmenetzes in Kilometern, so wie die Unternehmen sie selbst veröffentlichen. Die Netzlänge ist die einzige Größenkennzahl, die fast alle großen Versorger öffentlich nennen; der Wärmeabsatz wird dagegen nur von einem Teil der Unternehmen ausgewiesen und ist deshalb, wo verfügbar, als Zusatzangabe aufgeführt. Jede Zeile nennt ihre Quelle.

    Sortiert nach
    Länge des Fernwärmenetzes (km)
    Unternehmen
    15 in der Rangliste
    Datenstand
    10. Oktober 2026

    Datenbasis: Unternehmensangaben auf den jeweiligen Websites zum Stichtag.

    So haben wir bewertet →

    Die größten Fernwärmeversorger: die Tabelle

    Grundgesamtheit: Fernwärmeversorger in Deutschland, die die Länge ihres Fernwärmenetzes bis zum 10.10.2026 auf ihrer Website in Kilometern veröffentlicht hatten und deren Netz mindestens 200 km lang ist. Jede Zeile nennt die Quelle der Kennzahl; die Namen führen auf die Website des Unternehmens.

    1. Berlin

      Netzlänge (km)
      über 2.000
      Versorgungsgebiet
      Berlin
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      rund 700.000 Wohnungen und ca. 8.000 weitere Gebäude

      Landeseigener Fernwärmeversorger Berlins, der 2024 aus der Übernahme der Vattenfall Wärme Berlin durch das Land Berlin hervorgegangen ist. Nach eigener Angabe ist das Berliner Netz das größte Westeuropas und wächst jährlich um etwa 20 km.

      Quelle: BEW, Fernwärmenetz: Ausbau und Optimierung
    2. München

      Netzlänge (km)
      rund 1.000
      Versorgungsgebiet
      München und Region
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      –

      Kommunaler Versorger der Landeshauptstadt München, der Fernwärme unter der Marke M-Fernwärme anbietet. Die SWM stellen das verbliebene Dampfnetz auf Heizwasser um und setzen beim Ausbau auf Tiefengeothermie.

      Quelle: SWM, Fernwärme für Geschäftskunden – Unser Fernwärmenetz
    3. Hamburg

      Netzlänge (km)
      ca. 900
      Versorgungsgebiet
      Hamburg (Stadtnetz)
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      mehr als 540.000 Wohneinheiten, über 13.000 Übergabestationen

      Städtisches Energieunternehmen Hamburgs, das das frühere Fernwärmegeschäft von Vattenfall in der Hansestadt fortführt. Die Angabe betrifft das große Stadtnetz; kleinere Inselnetze kommen hinzu.

      Quelle: Hamburger Energiewerke, Ausbau Stadtnetz – Zahlen, Daten, Fakten
    4. Essen

      Netzlänge (km)
      über 700
      Versorgungsgebiet
      Ruhrgebiet (Fernwärmeschiene Ruhr) und weitere Gebiete
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      –

      Fernwärmegeschäft der Essener STEAG Iqony Group, das unter anderem die Fernwärmeschiene Ruhr als erstes überregionales Fernwärme-Verbundsystem in Deutschland betreibt. Die Angabe bezieht sich auf das Transportnetz.

      Quelle: STEAG Iqony Group, Was ist Fernwärme?
    5. Dinslaken

      Netzlänge (km)
      700
      Versorgungsgebiet
      Niederrhein, Ruhrgebiet und weitere Standorte (u. a. Dinslaken, Moers, Dortmund)
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      rund 980 Mio. kWh Wärme pro Jahr

      Fernwärmeunternehmen mit Sitz in Dinslaken, das ein Verbundnetz entlang der Fernwärmeschiene Niederrhein betreibt. Ein Teil der Wärme stammt aus industrieller Abwärme, etwa von thyssenkrupp Steel in Duisburg.

      Quelle: Fernwärmeversorgung Niederrhein, Über uns
    6. Flensburg

      Netzlänge (km)
      rund 700
      Versorgungsgebiet
      Flensburg und Umland
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      –

      Kommunaler Versorger, der seit 1969 ein flächendeckendes Fernwärmenetz aufgebaut hat. Bis 2035 wollen die Stadtwerke die Fernwärme mit Großwärmepumpen dekarbonisieren und erneuern dafür jährlich rund 12 km Leitungen.

      Quelle: Stadtwerke Flensburg, Pressemitteilung vom 4.3.2026 (Transformationsplan)
    7. Dresden

      Netzlänge (km)
      673
      Versorgungsgebiet
      Dresden
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      1.678 GWh Wärmeabsatz pro Jahr, 1.145 MW Anschlussleistung

      Kommunaler Energieversorger für Dresden und Ostsachsen. Die Kennzahlen beziehen sich auf das Dresdner Fernwärmenetz.

      Quelle: SachsenEnergie, Fernwärme – Zahlen & Fakten des Dresdner Fernwärmenetzes
    8. Mannheim

      Netzlänge (km)
      rund 600
      Versorgungsgebiet
      Mannheim und Region (bis Heidelberg, Speyer, Schwetzingen)
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      –

      Börsennotierter Energieversorger mit kommunaler Mehrheit, dessen Netz von Mannheim bis Heidelberg, Speyer, Brühl, Schwetzingen und Ketsch reicht. In Mannheim liegt der Fernwärmeanteil laut MVV bei rund 60 Prozent.

      Quelle: MVV, Fernwärme
    9. Duisburg

      Netzlänge (km)
      490
      Versorgungsgebiet
      Duisburg
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      über 70.000 Haushalte; Fernwärmeabsatz 2025: 798,6 Mio. kWh

      Kommunaler Versorger der Stadt Duisburg (Mehrheit über die DVV, 20 Prozent RheinEnergie). Der Fernwärmeabsatz 2025 stammt aus den Absatzzahlen auf der Unternehmensseite.

      Quelle: Fernwärme Duisburg (Stadtwerke Duisburg), Startseite
    10. Köln

      Netzlänge (km)
      380
      Versorgungsgebiet
      Köln
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      –

      Energie- und Wasserversorger der Stadt Köln im Stadtwerke-Köln-Konzern. Mit der im Bau befindlichen Flusswasser-Wärmepumpe in Niehl (150 MW) soll ein wachsender Teil der Fernwärme aus dem Rhein kommen.

      Quelle: RheinEnergie, Fernwärme erklärt
    11. Kiel

      Netzlänge (km)
      über 370
      Versorgungsgebiet
      Kiel
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      rund 11.000 Objekte, über 74.500 Haushalte, Firmen und öffentliche Einrichtungen

      Versorger der Landeshauptstadt Kiel, dessen Fernwärmenetz seit 1905 aus einer Leitung am Knooper Weg gewachsen ist. Für die Dekarbonisierung setzen die Stadtwerke auf Großwärmepumpen im Küstenkraftwerk.

      Quelle: Stadtwerke Kiel, Fernwärme – Optimierung der Rücklauftemperatur
    12. Hannover

      Netzlänge (km)
      rund 360
      Versorgungsgebiet
      Hannover
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      –

      Kommunaler Energieversorger der Region Hannover. Mit der Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen und weiteren Wärmequellen will enercity die Fernwärmeerzeugung bis Mitte der 2030er-Jahre klimaneutral machen.

      Quelle: enercity Magazin, Vorteile der Fernwärme (24.4.2025)
    13. Frankfurt am Main

      Netzlänge (km)
      über 310
      Versorgungsgebiet
      Frankfurt am Main
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      geplanter Ausbau um bis zu 300 km bis 2040

      Energieversorger der Stadt Frankfurt am Main. Das Netz deckt große Teile der Innenstadt und weitere Zentren nördlich und südlich des Mains ab und soll bis 2040 etwa verdoppelt werden.

      Quelle: Mainova, Fernwärme in Frankfurt
    14. Chemnitz

      Netzlänge (km)
      300
      Versorgungsgebiet
      Chemnitz
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      3.300 wärmetechnische Anlagen

      Regionaler Energieversorger mit Sitz in Chemnitz, der neben Strom, Gas und Wasser auch Fern- und Nahwärme sowie Fernkälte anbietet.

      Quelle: eins, Zahlen, Daten, Fakten
    15. Halle (Saale)

      Netzlänge (km)
      226
      Versorgungsgebiet
      Halle (Saale)
      Weitere Kennzahl (lt. Unternehmen)
      Heizwassertrassen 206,0 km, ca. 1.700 Heizzentralen

      Energieversorger der Stadtwerke-Halle-Gruppe. Das Netz erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet; davon entfallen 206 km auf Heizwassertrassen.

      Quelle: EVH, Das Fernwärmenetz in Halle (Saale)

    Methodik

    So haben wir bewertet

    Die Reihenfolge ergibt sich ausschließlich aus veröffentlichten, nachprüfbaren Kennzahlen. Wir vergeben keine Noten, testen keine Produkte und treffen kein Qualitätsurteil über die Unternehmen.

    • Grundlage sind ausschließlich Angaben der Versorger selbst. Die AGFW veröffentlicht keine Rangliste einzelner Unternehmen; ihr Hauptbericht nennt die größten Netze aus Geheimhaltungsgründen nicht namentlich.
    • Die Unternehmen messen nicht einheitlich: Manche nennen die Trassenlänge, andere die Leitungslänge, einige zählen kleinere Insel- und Nahwärmenetze mit, andere nur das Hauptnetz. Die Hamburger Energiewerke nennen ausdrücklich die Länge des Stadtnetzes ohne Inselnetze. Differenzen von wenigen Prozent sind deshalb nicht aussagekräftig.
    • Bei Iqony (Fernwärmeschiene Ruhr und weitere Versorgungsgebiete), der Fernwärmeversorgung Niederrhein (mehrere Städte am Niederrhein und im Ruhrgebiet) und MVV (Mannheim und Region bis Heidelberg und Speyer) umfasst die Angabe mehrere verbundene Versorgungsgebiete, bei den übrigen Einträgen im Wesentlichen ein Stadtnetz.
    • Nicht aufgenommen wurden große Versorger, deren Netzlänge wir bis zum Stichtag nicht in einer öffentlich abrufbaren Unternehmensquelle finden oder abrufen konnten, darunter die Leipziger Stadtwerke, N-ERGIE (Nürnberg), EnBW (Stuttgart), Stadtwerke Rostock und swb (Bremen). Die Städtischen Werke Magdeburg nennen auf zwei Seiten unterschiedliche Werte (155 und 162 km) und liegen ohnehin unter der Schwelle von 200 km. Deshalb umfasst die Liste 15 statt 20 Einträge.
    • Ein Wärmeabsatz ist nur angegeben, wo das Unternehmen ihn selbst veröffentlicht; Bezugsjahre stehen beim Wert. Andere Zusatzangaben (versorgte Wohneinheiten, Übergabestationen) sind ebenfalls Unternehmensangaben und zwischen den Versorgern nicht direkt vergleichbar.
    • Die Netzlänge misst die Ausdehnung der Infrastruktur, nicht den Preis, die Qualität oder den Anteil erneuerbarer Wärme eines Versorgers.

    Netzlänge

    100 %

    Vom Unternehmen veröffentlichte Gesamtlänge des Fernwärmenetzes in Kilometern. Längeres Netz = höherer Rang. Angaben mit „über“ stehen vor gleich großen Rundwerten; bei gleicher Länge entscheidet die alphabetische Reihenfolge.

    Unabhängigkeit und Transparenz

    Green Contracting betreibt keine Fernwärmenetze, bietet aber Wärme-Contracting und Wärmepumpen-Lösungen für Gebäude an, die eine Alternative zum Fernwärmeanschluss sein können. Die Reihenfolge ergibt sich allein aus den von den Versorgern veröffentlichten Netzlängen; es gibt keine bezahlten Platzierungen und keine Bewertung der Unternehmen.

    Keine Platzierung ist bezahlt, es gibt keine Provisions- oder Affiliate-Links. Die Rangfolge beruht allein auf den oben genannten Kennzahlen zum Datenstand 10. Oktober 2026; Unternehmen ohne veröffentlichte Kennzahl konnten wir nicht einordnen. Marken und Unternehmensnamen gehören ihren Inhabern und dienen nur der Identifikation.

    Eine Zahl ist veraltet oder falsch? Schreiben Sie uns mit Quelle an info@contracting.green – wir prüfen jede Meldung und korrigieren die Tabelle.

    Einordnung

    Fernwärme ist in Deutschland stark auf wenige große Stadtnetze konzentriert. Laut AGFW-Hauptbericht 2024 speisen die zehn größten Fernwärmenetze zusammen rund 25 TWh ein, etwa ein Fünftel der gesamten Wärmeerzeugung für Wärmenetze. Allein Berlin, München und Hamburg kommen in dieser Liste zusammen auf rund 3.900 km Netz – mehr als die nächsten sechs Versorger zusammen.

    Fast alle großen Netze wurden über Jahrzehnte um Kohle- und Gas-Heizkraftwerke herum gebaut. Das Wärmeplanungsgesetz verlangt, dass Wärmenetze bis 2030 zu mindestens 30 Prozent und bis 2040 zu 80 Prozent mit erneuerbarer Wärme oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden. Die Versorger investieren deshalb parallel in Großwärmepumpen, Geothermie, Abwärmenutzung und Wärmespeicher – und viele bauen ihre Netze gleichzeitig aus, wie Mainova mit bis zu 300 zusätzlichen Kilometern.

    Ein großes Netz sagt wenig über den Preis: Fernwärmepreise unterscheiden sich zwischen den Versorgern erheblich und hängen von Erzeugungsmix, Preisgleitklauseln und Netzstruktur ab. Nach der AVBFernwärmeV müssen Versorger ihre Preise, Preisänderungsklauseln und weitere Angaben im Internet veröffentlichen, was Vergleiche erleichtert.

    Für Gebäudeeigentümer und Hausverwaltungen ist entscheidend, ob ihr Gebäude im Versorgungsgebiet liegt, ob ein Anschluss- und Benutzungszwang besteht und wie sich der Wärmepreis entwickelt. Wo kein Netz liegt oder der Fernwärmepreis hoch ist, kommen gebäudeeigene Lösungen wie Wärmepumpen oder Wärme-Contracting in Betracht.

    Häufige Fragen

    Welche Stadt hat das größte Fernwärmenetz in Deutschland?

    Berlin. Die BEW Berliner Energie und Wärme betreibt nach eigener Angabe ein Netz von über 2.000 km, das größte Westeuropas, und versorgt rund 700.000 Wohnungen. Es folgen München mit rund 1.000 km und Hamburg mit rund 900 km im Stadtnetz.

    Wie lang sind alle Fernwärmenetze in Deutschland zusammen?

    Laut enercity haben die in Deutschland verlegten Fernwärmenetze zusammen eine Länge von über 20.000 km. Die amtliche Statistik und der AGFW-Hauptbericht weisen die Netzlänge je Bundesland aus; Schleswig-Holstein kommt dort zum Beispiel auf 2.626 km.

    Wie viel Fernwärme wird in Deutschland erzeugt?

    Der AGFW-Hauptbericht 2024 nennt für Wärmenetze in Deutschland eine Wärmenetzeinspeisung von 109 TWh. Davon entfallen rund 25 TWh auf die zehn größten Netze.

    Warum fehlen Leipzig, Nürnberg oder Stuttgart in der Liste?

    Die Leipziger Stadtwerke, N-ERGIE und EnBW betreiben große Fernwärmenetze, wir konnten bis zum Stichtag aber keine aktuelle Netzlänge in einer öffentlich abrufbaren Unternehmensquelle prüfen. Die Liste nimmt nur Werte auf, die sich mit einer Quelle belegen lassen; sobald die Unternehmen Zahlen veröffentlichen, wird die Liste ergänzt.

    Ist Fernwärme beim größten Versorger am günstigsten?

    Nein, die Netzgröße erlaubt keinen Rückschluss auf den Preis. Fernwärmepreise hängen vom Erzeugungsmix, von Preisgleitklauseln und Netzkosten ab und unterscheiden sich auch zwischen großen Versorgern deutlich. Für einen Preisvergleich sind die veröffentlichten Preisblätter der Versorger maßgeblich.