Rangliste · Stand: 10. Oktober 2026
Die größten Wasserstoffprojekte Deutschlands 2026 nach Elektrolyseleistung
Welches sind die größten Wasserstoffprojekte in Deutschland? Diese Rangliste ordnet Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff nach ihrer elektrischen Leistung in Megawatt. Aufgenommen sind nur Anlagen ab 20 MW, die bereits laufen, gerade in Betrieb genommen werden oder nach einer finalen Investitionsentscheidung im Bau sind. Reine Planungen ohne Investitionsentscheidung zählen nicht. Der Status steht in einer eigenen Spalte, Quelle ist jeweils der Betreiber oder eine Projektmeldung.
- Sortiert nach
- Elektrische Elektrolyseleistung des Projekts in MW
- Unternehmen
- 9 in der Rangliste
- Datenstand
- 10. Oktober 2026
Datenbasis: Projektstatus laut Betreiber- und Projektmeldungen.
So haben wir bewertet →Die größten Wasserstoffprojekte: die Tabelle
Grundgesamtheit: Elektrolyseanlagen in Deutschland mit mindestens 20 MW elektrischer Leistung, die am 10.10.2026 nach öffentlich nachprüfbaren Angaben in Betrieb, in Inbetriebnahme oder nach finaler Investitionsentscheidung im Bau waren. Jede Zeile nennt die Quelle der Kennzahl; die Namen führen auf die Website des Unternehmens.
Emden (Niedersachsen)
- Leistung (MW)
- 320
- Status
- im Bau
- Betrieb ab
- 2027
- Nutzung des Wasserstoffs
- Industrie, u. a. Stahl; Anbindung an Wasserstoff-Kernnetz und Speicher Huntorf
EWE baut in Emden nach der Investitionsentscheidung vom Juli 2024 eine 320-MW-Elektrolyse, die jährlich rund 25.000 bis 30.000 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen soll. Der offizielle Baustart war im vierten Quartal 2025.
Quelle: Clean Hydrogen Coastline: Elektrolyseur EmdenLingen (Niedersachsen)
- Leistung (MW)
- 300
- Status
- 200 MW in Inbetriebnahme, 100 MW im Bau
- Betrieb ab
- 2026 / 2027
- Nutzung des Wasserstoffs
- Industrie (u. a. Chemiepark Marl) über Wasserstoffleitung
RWE errichtet am Gaskraftwerk Emsland drei Elektrolyseure mit zusammen 300 MW. Seit August 2026 gelangt Wasserstoff aus Lingen über eine rund 120 km lange Leitung zum Chemiepark Marl.
Quelle: RWE: GET H2 Nukleus gains momentum – first hydrogen from Lingen reaches Marl (04.08.2026)Wesseling (Nordrhein-Westfalen)
- Leistung (MW)
- 100
- Status
- im Bau (Richtfest März 2026)
- Betrieb ab
- 2027
- Nutzung des Wasserstoffs
- Raffinerie Rheinland
Shell baut im Energy and Chemicals Park Rheinland einen 100-MW-PEM-Elektrolyseur, der bis zu 16.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen soll. Er ergänzt die seit 2021 laufende 10-MW-Anlage REFHYNE 1.
Quelle: H2-news: Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling (13.03.2026)Lingen (Niedersachsen)
- Leistung (MW)
- 100
- Status
- im Bau (Investitionsentscheidung Dez. 2024)
- Betrieb ab
- 2027
- Nutzung des Wasserstoffs
- Raffinerie Lingen
bp errichtet neben seiner Raffinerie in Lingen einen 100-MW-Elektrolyseur für bis zu 11.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr. Der Strom soll über einen Liefervertrag aus Offshore-Windenergie kommen.
Quelle: H2-news: 100 MW Elektrolyse – finale Investitionsentscheidung für Lingen Green Hydrogen (18.12.2024)Hamburg-Moorburg
- Leistung (MW)
- 100
- Status
- im Bau
- Betrieb ab
- Q4/2027
- Nutzung des Wasserstoffs
- Abnehmer in der Region Hamburg
Auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerks Moorburg entsteht ein 100-MW-Elektrolyseur. Träger sind der Vermögensverwalter Luxcara und die städtischen Hamburger Energiewerke.
Quelle: Hamburg Green Hydrogen Hub: ProjektwebsiteLudwigshafen (Rheinland-Pfalz)
- Leistung (MW)
- 54
- Status
- in Betrieb
- Betrieb ab
- März 2025
- Nutzung des Wasserstoffs
- Chemieproduktion am Standort
BASF hat gemeinsam mit Siemens Energy einen 54-MW-PEM-Elektrolyseur mit 72 Stacks gebaut, der bis zu eine Tonne Wasserstoff pro Stunde erzeugen kann. Der Wasserstoff fließt in das Verbundnetz des Werks.
Quelle: H2-news: 54 Megawatt – Chemiekonzern nimmt größten PEM-Elektrolyseur Deutschlands in Betrieb (18.03.2025)Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt)
- Leistung (MW)
- 30
- Status
- in Inbetriebnahme (seit Ende 2025)
- Betrieb ab
- erste Produktion Q4/2026
- Nutzung des Wasserstoffs
- Industrie in Mitteldeutschland über umgestellte Gasleitung, Speicherung in Salzkaverne
Das Reallabor koppelt einen eigenen Windpark mit acht Anlagen an eine Elektrolyse von bis zu 30 MW, eine Wasserstoff-Salzkaverne und eine auf Wasserstoff umgestellte Leitung. Das Projekt wird vom Bund mit rund 44 Mio. € gefördert.
Quelle: Energiepark Bad Lauchstädt: Über das ProjektLeuna (Sachsen-Anhalt)
- Leistung (MW)
- 24
- Status
- in Betrieb
- Betrieb ab
- in Betrieb
- Nutzung des Wasserstoffs
- Chemieindustrie in Mitteldeutschland über Leitungsnetz
Linde betreibt im Chemiestandort Leuna einen 24-MW-Elektrolyseur und baut dort eine weitere Anlage mit 5 MW. Der Wasserstoff wird über bestehende Leitungen an Kunden der Chemieindustrie geliefert.
Quelle: H2-news: Linde baut weiteren Elektrolyseur in Leuna (18.08.2025)Oberhausen (Nordrhein-Westfalen)
- Leistung (MW)
- 20
- Status
- in Betrieb
- Betrieb ab
- August 2024
- Nutzung des Wasserstoffs
- Industriekunden über das Air-Liquide-Wasserstoffnetz an Rhein und Ruhr
Air Liquide betreibt im Chemiepark Oberhausen einen 20-MW-PEM-Elektrolyseur mit Stacks von Siemens Energy für bis zu 2.900 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Die Anlage ist an die über 220 km lange Wasserstoffleitung des Unternehmens angeschlossen.
Quelle: H2-news: Größter Elektrolyseur Deutschlands startet im Ruhrgebiet
Methodik
So haben wir bewertet
Die Reihenfolge ergibt sich ausschließlich aus veröffentlichten, nachprüfbaren Kennzahlen. Wir vergeben keine Noten, testen keine Produkte und treffen kein Qualitätsurteil über die Unternehmen.
- Rangiert wird nach der beschlossenen Gesamtleistung eines Projekts, nicht nach der heute schon laufenden Leistung. Der Status zeigt, ob eine Anlage in Betrieb, in Inbetriebnahme oder im Bau ist; Projekte im Bau können sich verzögern.
- Bei RWE in Lingen sind zwei Elektrolyseure mit je rund 100 MW in Inbetriebnahme und liefern seit August 2026 Wasserstoff; die dritte 100-MW-Stufe ist für 2027 vorgesehen. Gezählt werden die geplanten 300 MW.
- Nicht aufgenommen sind angekündigte Großprojekte ohne veröffentlichte finale Investitionsentscheidung, etwa GreenRoot in Wittenberg (500 MW) oder der Wasserstoffpark Friesland (400 MW), sowie Projekte, die abgesagt wurden oder deren Träger insolvent ist.
- Nicht aufgenommen sind Anlagen unter 20 MW, etwa REFHYNE 1 in Wesseling (10 MW, seit 2021) oder der Elektrolyseur von Lhyfe in Schwäbisch Gmünd (10 MW).
- Shell (REFHYNE 2), bp (Lingen Green Hydrogen) und der Hamburg Green Hydrogen Hub haben mit je 100 MW dieselbe Leistung und teilen sich Rang 3.
- Elektrolyseleistung in MW sagt nichts über die tatsächlich erzeugte Wasserstoffmenge aus; diese hängt von den Betriebsstunden und dem verfügbaren Ökostrom ab.
Elektrolyseleistung
100 %Elektrische Anschlussleistung der Elektrolyse in MW laut Betreiber, für Projekte im Bau die beschlossene Ausbaustufe. Höhere Leistung = höherer Rang; gleiche Leistung = gleicher Rang.
Unabhängigkeit und Transparenz
Green Contracting ist in diesem Markt nicht tätig und steht mit keinem der genannten Unternehmen in einer Geschäftsbeziehung, die die Reihenfolge beeinflusst. Die Reihenfolge ergibt sich allein aus der veröffentlichten Elektrolyseleistung.
Keine Platzierung ist bezahlt, es gibt keine Provisions- oder Affiliate-Links. Die Rangfolge beruht allein auf den oben genannten Kennzahlen zum Datenstand 10. Oktober 2026; Unternehmen ohne veröffentlichte Kennzahl konnten wir nicht einordnen. Marken und Unternehmensnamen gehören ihren Inhabern und dienen nur der Identifikation.
Eine Zahl ist veraltet oder falsch? Schreiben Sie uns mit Quelle an info@contracting.green – wir prüfen jede Meldung und korrigieren die Tabelle.
Einordnung
Der Hochlauf der Elektrolyse in Deutschland kommt später als politisch geplant. Die Nationale Wasserstoffstrategie nennt 10 GW Elektrolyseleistung bis 2030 als Ziel; tatsächlich in Betrieb sind Mitte 2026 nur einige hundert Megawatt. Die großen Anlagen dieser Liste gehen überwiegend 2026 und 2027 ans Netz – zusammen kommen die neun Projekte auf rund 1,05 GW.
Auffällig ist die räumliche Konzentration. Rund vier Fünftel der Leistung dieser Rangliste liegen in Niedersachsen und Hamburg, nahe an Offshore-Wind, Salzkavernen für die Speicherung und den ersten Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes. Lingen allein vereint mit RWE und bp 400 MW.
Die Abnehmer sind fast ausschließlich Industrie und Raffinerien: Chemieparks, Stahl und die Entschwefelung von Kraftstoffen. Dort ersetzt grüner Wasserstoff bisher aus Erdgas erzeugten grauen Wasserstoff. Viele Projekte werden als IPCEI-Vorhaben von Bund und Ländern gefördert.
Für die Gebäudewärme spielt Wasserstoff auf absehbare Zeit kaum eine Rolle. Die erzeugten Mengen sind auf Jahre hinaus für die Industrie verplant, und die Umwandlungsverluste machen Wasserstoff zum Heizen teuer. Gebäudeeigentümer und Hausverwaltungen, die heute eine Heizung erneuern, setzen deshalb meist auf Wärmepumpe, Wärmenetz oder Contracting statt auf eine spätere Umstellung auf Wasserstoff.
Häufige Fragen
Welcher ist der größte Elektrolyseur Deutschlands?
Der größte bereits laufende Elektrolyse-Standort ist Lingen, wo RWE zwei Anlagen mit zusammen rund 200 MW in Betrieb nimmt; seit August 2026 liefern sie Wasserstoff. Das größte Einzelprojekt im Bau ist die 320-MW-Elektrolyse von EWE in Emden, die 2027 starten soll. Vollständig in Regelbetrieb ist mit 54 MW die Anlage von BASF in Ludwigshafen.
Wie viel Elektrolyseleistung ist in Deutschland installiert?
Die genaue Summe hängt davon ab, ob Anlagen in der Inbetriebnahme mitgezählt werden. Ohne die Lingener RWE-Anlagen lag die installierte Leistung bei unter 200 MW; mit ihnen steigt sie in den Bereich von rund 400 MW. Das Ziel der Bundesregierung von 10 GW bis 2030 ist damit noch weit entfernt.
Wofür wird grüner Wasserstoff in Deutschland genutzt?
Grüner Wasserstoff aus den großen Elektrolyseuren geht vor allem in Raffinerien, Chemieparks und die Stahlindustrie. Er ersetzt dort Wasserstoff, der bisher aus Erdgas hergestellt wird. Im Gebäudebereich und im Verkehr spielt er bisher nur eine Nebenrolle.
Kann ich meine Heizung später auf Wasserstoff umstellen?
Für einzelne Wohngebäude ist eine Wasserstoffversorgung über das Gasnetz in absehbarer Zeit nicht in Sicht, weil die Mengen für die Industrie benötigt werden. Wer heute eine neue Heizung plant, sollte die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes und die kommunale Wärmeplanung prüfen. In den meisten Fällen sind Wärmepumpe, Wärmenetz oder ein Contracting-Modell die verlässlicheren Optionen.
Was bedeutet MW bei einem Elektrolyseur?
Die Angabe in Megawatt beschreibt die elektrische Leistung, die ein Elektrolyseur aufnehmen kann. Ein 100-MW-Elektrolyseur erzeugt je nach Technik und Betriebsstunden rund 11.000 bis 16.000 Tonnen Wasserstoff im Jahr, wie die Angaben von bp und Shell zeigen.