Ist eine Wärmepumpe über 20 Jahre günstiger als eine Gasheizung?
In unserem Beispielhaus mit 15.000 kWh Wärmebedarf liegt die Wärmepumpe nach 17 Jahren vorn, nach 20 Jahren mit rund 2.200 Euro. Mit 30 Prozent KfW-Förderung kostet sie 23.600 statt 12.000 Euro, spart aber rund 690 Euro Betriebskosten pro Jahr. Mit Klimabonus liegt sie schon nach rund 10 Jahren vorn.
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Wärmepumpe oder doch wieder Gas? Wir rechnen ein Haus über zwanzig Jahre durch. Fünfzehntausend Kilowattstunden Wärme im Jahr. A baut Gas ein, B eine Wärmepumpe. Gas kostet zwölftausend Euro, die Wärmepumpe zweiunddreißigtausend – mit dreißig Prozent Förderung dreiundzwanzigtausendsechshundert. Gas: elf Cent pro Kilowattstunde. Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom dreieinhalb Wärme – für siebenundzwanzig Cent. Mit Wartung zahlt A rund zweitausend Euro im Jahr, B nur dreizehnhundert. Nach siebzehn Jahren ist die Wärmepumpe vorn, nach zwanzig mit zweitausend Euro. Fliegt eine alte Gasheizung raus, gibt's sechzehn Prozent Klimabonus extra: dann vorn nach zehn Jahren – und nach zwanzig fast siebentausend Euro. Der Bonus sinkt ab Februar. Gas oder Wärmepumpe – was hast du?
Was kosten Gasheizung und Wärmepumpe in der Anschaffung?
Im Rechenbeispiel kostet die Gas-Brennwertheizung 12.000 Euro, die Wärmepumpe 32.000 Euro. Die KfW fördert 30 Prozent auf förderfähige Kosten von höchstens 28.000 Euro, also 8.400 Euro. Damit zahlen Sie für die Wärmepumpe 23.600 Euro – 11.600 Euro mehr als für die Gasheizung.
Die Förderung läuft über das KfW-Programm 458, die Heizungsförderung für Privatpersonen in Wohngebäuden (Konditionen ab 21.07.2026). Wichtig: Die 30 Prozent beziehen sich nicht auf den vollen Preis, sondern auf die förderfähigen Kosten. Bei 32.000 Euro Anschaffung werden deshalb nur 28.000 Euro angesetzt. Eine neue Gasheizung wird nicht gefördert. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten. Voraussetzungen und Ablauf finden Sie auf unserer Seite zum KfW-Programm 458.
Was kostet Heizen mit Gas und mit Wärmepumpe pro Jahr?
Mit Gas zahlen Sie im Beispiel rund 1.995 Euro pro Jahr, mit der Wärmepumpe rund 1.305 Euro. Der Unterschied von etwa 690 Euro jährlich entsteht vor allem durch die Effizienz: Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom 3,5 Kilowattstunden Wärme.
Die Gasheizung erreicht einen Nutzungsgrad von 0,92. Für 15.000 kWh Wärme muss sie deshalb rund 16.304 kWh Gas verbrennen. Bei 11 Cent pro Kilowattstunde sind das 1.793 Euro, dazu kommen etwa 200 Euro für Wartung und Schornsteinfeger. Ein Teil der Energie geht bei jeder Verbrennung über Abgas und Kessel verloren. Deshalb müssen Sie mehr Gas einkaufen, als am Ende als Wärme im Haus ankommt. Diese Verluste fallen in jedem Betriebsjahr an, auch bei einem modernen Brennwertkessel.
Die Wärmepumpe arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5. Für dieselbe Wärme braucht sie nur rund 4.286 kWh Strom. Bei 27 Cent pro Kilowattstunde sind das 1.157 Euro, plus etwa 150 Euro Wartung. Strom ist pro Kilowattstunde zwar mehr als doppelt so teuer wie Gas – die Wärmepumpe gleicht das über ihre Effizienz mehr als aus. Wie hoch die JAZ in Ihrem Haus ausfallen kann, schätzt der JAZ-Rechner ab.
Ab wann lohnt sich eine Wärmepumpe gegenüber Gas?
Ohne Klimabonus liegt die Wärmepumpe im Beispiel nach rund 17 Jahren vorn. Der Mehrpreis von 11.600 Euro geteilt durch 690 Euro Ersparnis pro Jahr ergibt 16,8 Jahre. Nach 20 Jahren hat das Gas-Haus rund 51.900 Euro ausgegeben, das Wärmepumpen-Haus rund 49.700 Euro.
Die Rechnung zeigt: Die Wärmepumpe ist kein schneller Spartrick, sondern eine langfristige Entscheidung. Sie startet mit einem deutlichen Rückstand und holt ihn Jahr für Jahr auf. Entscheidend ist der Abstand zwischen den laufenden Kosten. Bei gleichem Anschaffungspreis gilt: Je größer der Wärmebedarf, desto mehr Kilowattstunden profitieren von der höheren Effizienz – und desto schneller schrumpft der Rückstand. Rechnen Sie deshalb immer über die gesamte Nutzungsdauer, nicht nur mit dem Kaufpreis.
Wie verändert der Klimabonus die Rechnung?
Ersetzen Sie eine alte Gasheizung und wohnen selbst im Haus, gibt es 16 Prozent Klimabonus zusätzlich. Die Förderung steigt auf 46 Prozent, also 12.880 Euro. Die Wärmepumpe kostet dann 19.120 Euro, liegt nach rund 10 Jahren vorn und ist nach 20 Jahren etwa 6.680 Euro günstiger.
Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt nur für Selbstnutzer, für vermietete Wohnungen gibt es ihn nicht. Er soll den frühen Austausch alter fossiler Heizungen belohnen und wird deshalb schrittweise abgebaut: Ab dem 01.02.2027 sinkt der Bonus. Wer eine alte Gasheizung ohnehin ersetzen will, verliert durch Abwarten also Förderung. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten. Alle genannten Konditionen gelten mit Stand 21.07.2026, die Details stehen auf der Produktseite der KfW.
Welche Annahmen stecken im Kostenvergleich Gas gegen Wärmepumpe?
Die Rechnung hält alle Preise über 20 Jahre konstant: 11 Cent pro Kilowattstunde Gas, 27 Cent pro Kilowattstunde Strom. Sie geht von 15.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,5 aus. Weichen Ihre Werte ab, verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem die Wärmepumpe vorn liegt.
Konstante Preise sind eine bewusst vorsichtige Annahme. Steigen die Gaspreise stärker als die Strompreise, etwa durch den CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe, erreicht die Wärmepumpe ihren Vorsprung früher. Steigt Strom stärker, später. Prüfen Sie deshalb Ihre eigenen Verbrauchswerte aus den letzten Abrechnungen, bevor Sie die Zahlen auf Ihr Haus übertragen. Auch die Effizienz zählt: Eine schlecht eingestellte Wärmepumpe mit niedriger JAZ verbraucht mehr Strom und verlängert die Amortisation. Aktuelle Marktpreise finden Sie im Gaspreis-Überblick.
Gas oder Wärmepumpe – für wen lohnt sich was?
Für Selbstnutzer mit alter Gasheizung spricht die Rechnung derzeit deutlich für die Wärmepumpe, weil der Klimabonus die Mehrkosten stark senkt. Ohne Bonus lohnt sie sich vor allem, wenn Sie lange im Haus bleiben. Wer kürzer plant, sollte die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer genau vergleichen.
Ein Weg, die hohe Anfangsinvestition ganz zu umgehen, ist ein Abomodell. Bei Green Contracting nutzen Sie die Wärmepumpe ohne eigene Investition und zahlen im WärmeAbo einen monatlichen Betrag. Ob Kauf oder Abo besser passt, hängt von Ihrer Liquidität, Ihrer Planungsdauer und der Förderung ab, die Sie beim Kauf selbst beantragen können. Wichtig ist in beiden Fällen eine sorgfältige Planung, damit die Wärmepumpe effizient läuft und die erwartete Ersparnis tatsächlich erreicht.
Die Wärmepumpe kostet mehr beim Kauf und weniger in jedem Jahr danach – mit Klimabonus holt sie den Rückstand in rund zehn Jahren auf.