Ist Heizen mit Wärmepumpe billiger als mit Gas?
Ja, bei den laufenden Energiekosten meist deutlich. Mit Wärmepumpenstrom für 22,36 Cent und Jahresarbeitszahl 3,2 kostet eine Kilowattstunde Wärme rund 7 Cent, mit Gas für 11,17 Cent inklusive CO₂-Preis rund 12 Cent. Beide Werte sind Bruttopreise und bundesweite Durchschnittswerte 2026.
Die Beispielrechnung beruht auf offen genannten Annahmen: Gas kostet 11,17 ct/kWh brutto inklusive CO₂-Preis (BDEW-Durchschnitt 2026), ein moderner Gas-Brennwertkessel erreicht einen Jahresnutzungsgrad von 93 Prozent bezogen auf den Brennwert. Daraus ergeben sich rund 12,0 ct je Kilowattstunde Wärme. Wärmepumpenstrom kostet 22,36 ct/kWh brutto (TGA-Heizkostenbarometer, September 2026); bei einer Jahresarbeitszahl von 3,2 sind das 22,36 ÷ 3,2 = rund 7,0 ct je Kilowattstunde Wärme.
Bei einem Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr bedeutet das rund 2.400 € Gas gegenüber rund 1.400 € Strom – ohne Grundgebühren, Wartung und Schornsteinfeger. Der Vorteil der Wärmepumpe hängt dabei vor allem an zwei Größen: der Jahresarbeitszahl und dem tatsächlich gezahlten Strompreis. Wer den Haushaltsstrompreis statt eines Wärmepumpentarifs ansetzt, rechnet die Wärmepumpe zu schlecht.
Die Energiekosten sind aber nur ein Teil der Rechnung. Für die Entscheidung zählen auch Anschaffung, Förderung, Wartung und die künftige Entwicklung des CO₂-Preises – dazu die Abschnitte unten. Ihre eigenen Werte können Sie im JAZ-Rechner einsetzen.
| Heizsystem | Annahme | Kosten je kWh Wärme | Bei 20.000 kWh im Jahr |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwertkessel | 11,17 ct/kWh Gas, Nutzungsgrad 93 % | ca. 12,0 ct | ca. 2.400 € |
| Wärmepumpe, JAZ 2,5 | 22,36 ct/kWh Strom | ca. 8,9 ct | ca. 1.790 € |
| Wärmepumpe, JAZ 3,2 | 22,36 ct/kWh Strom | ca. 7,0 ct | ca. 1.400 € |
| Wärmepumpe, JAZ 3,6 | 22,36 ct/kWh Strom | ca. 6,2 ct | ca. 1.240 € |
Ab welcher Jahresarbeitszahl ist eine Wärmepumpe günstiger als Gas?
Bei den Energiekosten ist eine Wärmepumpe mit den Durchschnittspreisen 2026 schon ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 1,9 günstiger als ein Gas-Brennwertkessel. Realistisch erreichen gut geplante Anlagen im Bestand Jahresarbeitszahlen zwischen 2,5 und 4, abhängig besonders von Vorlauftemperatur, Heizflächen und Gebäudezustand.
Der Kipppunkt ergibt sich aus Strompreis geteilt durch Wärmekosten mit Gas: 22,36 ct ÷ 12,0 ct ≈ 1,9. Liegt die Jahresarbeitszahl darüber, ist die Kilowattstunde Wärme aus der Wärmepumpe billiger. Mit einer Jahresarbeitszahl von 2,5 kostet sie rund 8,9 ct, mit 3,6 rund 6,2 ct.
Die Jahresarbeitszahl steigt, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Moderne Systeme arbeiten mit etwa 45 °C; mit Heizkörpern sollte die Vorlauftemperatur 55 °C nicht überschreiten. Ein hydraulischer Abgleich und ausreichend große Heizflächen sind deshalb oft wirksamer als ein größeres Gerät.
Wie stark verteuert der CO₂-Preis das Heizen mit Gas?
Der CO₂-Preis von 65 Euro je Tonne aus der ersten nEHS-Auktion im Juli 2026 macht jede Kilowattstunde Gas um rund 1,4 Cent brutto teurer. Bei 21.500 Kilowattstunden Gasverbrauch im Jahr, also 20.000 Kilowattstunden Wärme, sind das ungefähr 300 Euro zusätzlich.
Grundlage ist ein Emissionsfaktor von 0,182 kg CO₂ je Kilowattstunde Erdgas (Brennwert): 0,182 kg × 65 €/t ≈ 1,18 ct netto beziehungsweise rund 1,4 ct brutto. Wie sich steigende CO₂-Preise auf Ihre Heizkosten auswirken, zeigt der CO₂-Stufen-Rechner.
Hinzu kommt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen im Bestand gilt eine Bio-Quoten-Treppe von mindestens 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Biogene Brennstoffe sind in der Regel teurer als Erdgas. Wärmepumpen sind von dieser Quote nicht betroffen.
Ist die Wärmepumpe auch inklusive Anschaffung günstiger als ein neuer Gaskessel?
Im Referenz-Mehrfamilienhaus des Wärmepreis-Index ist eine Wärmepumpe mit 30 Prozent Zuschuss inklusive Anschaffung günstiger als ein neuer Gaskessel, sobald Gas mehr als rund 9,6 Cent je Kilowattstunde kostet. Ohne Zuschuss liegt der Kipppunkt bei rund 11,6 Cent je Kilowattstunde Gas.
Das Referenzobjekt hat rund 200.000 kWh Wärmebedarf im Jahr. Angesetzt sind für den Gaskessel 45.000 € Investition und 1.500 € jährlich für Wartung, Schornsteinfeger und Instandhaltung, für die Wärmepumpe 190.000 € Investition, 30 Prozent Zuschuss nach KfW 459 und 1.800 € jährlich für Wartung. Die Vollkosten der geförderten Wärmepumpe liegen dort bei 12,0 bis 13,8 ct/kWh brutto, je nach Jahresarbeitszahl.
Der aktuelle BDEW-Durchschnitt von 11,17 ct/kWh liegt damit deutlich über dem Kipppunkt der geförderten Anlage. Die laufend aktualisierten Werte stehen im Wärmepreis-Index. Wer die Investition nicht selbst tragen will, erhält die Wärmepumpe im Wärmepumpen-Abo ohne Anschaffungskosten.
Im Einfamilienhaus verschiebt sich die Rechnung: Die Investitionen sind kleiner, und Privatpersonen erhalten über die KfW-Heizungsförderung 458 zwischen 30 und 70 Prozent Zuschuss. Für den eigenen Fall lohnt deshalb ein Vergleich mit konkreten Angeboten statt mit Durchschnittswerten.