Wärmecontracting, Heizungscontracting & Fernwärme

    Kosten von Wärme-Contracting: Preisbestandteile und Beispielrechnung

    Wie viel kostet Wärme-Contracting?

    Wärme-Contracting kostet einen Grundpreis, einen Arbeitspreis je Kilowattstunde und einen Messpreis. Aussagekräftig ist der Vollkostenpreis aus allen drei Bestandteilen: In den Beispielrechnungen der Website liegt er bei rund 14,6 bis 16 Cent je Kilowattstunde netto, eine Investition fällt nicht an.

    Der Grundpreis deckt die fixen Kosten der Anlage: Kapitaldienst für die Investition nach Abzug der Förderung, Wartung, Instandhaltung, Versicherung, Betriebsführung und Bereitstellung. Er wird meist in Euro je Kilowatt Anschlussleistung und Jahr berechnet. Der Arbeitspreis bildet die Energiekosten je gelieferter Kilowattstunde ab und schwankt über die Preisgleitklausel mit den Energiepreisen. Der Messpreis deckt Zählung und Abrechnung.

    Die Aufteilung zwischen Grund- und Arbeitspreis ist Verhandlungssache. Ein niedriger Arbeitspreis ist deshalb kein Qualitätsmerkmal, wenn er durch einen hohen Grundpreis oder eine überhöhte Anschlussleistung mehr als ausgeglichen wird. Vergleichbar werden Angebote erst über die Vollkosten je Kilowattstunde bei Ihrem realen Jahresverbrauch.

    Die folgende Beispielrechnung stammt von der Seite Wärmecontracting erklärt. Sie ersetzt kein Angebot; alle Werte sind netto, gerundet und als Annahmen offengelegt: 40 Wohneinheiten, rund 2.800 m² Wohnfläche, 500.000 kWh Jahreswärmebedarf, 250 kW Anschlussleistung, Wärmepumpen-Kaskade mit Spitzenlastkessel.

    Beispielrechnung: 40 Wohneinheiten, 500.000 kWh (netto)
    PositionRechnungPro Jahr
    Grundpreis250 kW × 80 €20.000 €
    Arbeitspreis500.000 kWh × 10,5 ct52.500 €
    Messpreis12 × 50 €600 €
    Wärmekosten gesamt–73.100 €
    Vollkosten je kWh73.100 € ÷ 500.000 kWh14,6 ct
    Je Wohneinheit73.100 € ÷ 40rund 1.830 €

    Wie setzt sich der Preis beim Wärme-Contracting zusammen?

    Der Preis beim Wärme-Contracting setzt sich aus Grundpreis für Kapitaldienst, Wartung und Bereitstellung, Arbeitspreis für die Energie je Kilowattstunde und Messpreis für Zählung und Abrechnung zusammen. Eine Preisgleitklausel nach § 24 Abs. 4 AVBFernwärmeV koppelt die Bestandteile an anerkannte Indizes.

    Die Preisgleitklausel muss Kosten- und Marktelement angemessen abbilden und alle Berechnungsfaktoren verständlich offenlegen. Typisch sind Indizes des Statistischen Bundesamtes für Brennstoff, Strom, Lohn und Investitionsgüter. Steigen die zugrunde liegenden Kosten, steigt der Arbeitspreis anteilig; sinken sie, sinkt er entsprechend.

    Wie stark sich das auswirkt, zeigt die Beispielrechnung: Mit einem Anpassungsfaktor von 1,12 steigt der Arbeitspreis von 10,5 auf 11,76 Cent, bei 500.000 kWh sind das rund 6.300 Euro mehr im Jahr. Mehr dazu auf Preisgleitklausel.

    Was kostet Wärme-Contracting pro Wohnung?

    In der Beispielrechnung mit 40 Wohneinheiten und 500.000 kWh Jahreswärmebedarf kostet Wärme-Contracting rund 73.100 Euro netto im Jahr. Das entspricht etwa 1.830 Euro je Wohnung oder rund 152 Euro im Monat, zuzüglich Umsatzsteuer. Die Werte hängen stark vom Objekt ab.

    Der Betrag enthält die gesamte Wärme für Heizung und Warmwasser einschließlich Anlage, Wartung, Betriebsführung und Störungsdienst. Er ist deshalb nicht mit einer reinen Gas- oder Stromrechnung vergleichbar, sondern mit den Vollkosten einer eigenen Heizung.

    Für Ihr eigenes Objekt rechnet der Contracting-Kosten-Rechner den Wärmepreis mit Ihren Werten durch. Den Wärmepreis aller Heizarten im Vergleich zeigt der Wärmepreis-Index.

    Warum steigt der kWh-Preis beim Wärme-Contracting nach einer Sanierung?

    Nach einer Sanierung sinkt der Verbrauch, der Grundpreis bleibt aber gleich. Die Gesamtkosten fallen, der Preis je Kilowattstunde steigt. Im Beispiel sinken die Wärmekosten bei 20 Prozent weniger Bedarf auf 62.600 Euro, der Kilowattstundenpreis steigt jedoch auf rund 15,7 Cent.

    Das ist kein Fehler des Angebots, sondern die Mechanik jedes Grundpreises. Der Arbeitspreisanteil sinkt im Beispiel von 52.500 auf 42.000 Euro, der Grundpreis von 20.000 Euro bleibt unverändert.

    Wer Sanierungen plant, sollte deshalb eine Anpassung der Anschlussleistung nach Effizienzmaßnahmen vertraglich vorsehen. Ein Prüfwert: Teilen Sie den Jahresverbrauch durch die vereinbarte Leistung. Liegt das Ergebnis deutlich unter rund 1.800 Vollbenutzungsstunden, ist die Leistung zu hoch eingekauft. Mehr auf Contracting-Kosten.

    Was das für Ihr Objekt bedeutet, rechnen wir im kostenlosen Energieaudit durch.

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