Kommunen · Gebäude & Einrichtungen

    Kita-Heizung ausgefallen: Sofortmaßnahmen, Ersatzheizung und Vorsorge

    Stand: 11. Oktober 2026

    Was tun, wenn in der Kita die Heizung ausgefallen ist?

    Ist die Kita-Heizung ausgefallen, rufen Sie zuerst den Störungsdienst und prüfen die Raumtemperaturen. Reicht die Wärme nicht, legen Sie Gruppen in warme Räume zusammen, stellen eine mobile Ersatzheizung auf und informieren Träger und Eltern. Bei einem Defekt fördert KfW 422 die Miete einer provisorischen Heizung bis zu einem Jahr.

    Wenn die Kita-Heizung ausgefallen ist, zählt jede Stunde. Kleine Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene, und die Unfallversicherung empfiehlt für Gruppenräume mit Kleinkindern 21 bis 22 °C. Ohne Plan steht schnell die Frage im Raum, ob die Einrichtung schließen muss.

    Diese Seite zeigt die Schritte für den Notfall und danach die Vorsorge: Wie alt ist die Anlage, wer hat den Störungsdienst, und wie lässt sich die Heizung so erneuern, dass ein Ausfall nicht mehr am Haushalt der Kommune hängt.

    • 21–22 °Cempfohlene Raumtemperatur für Kleinkinder, Wickelbereich mind. 24 °CQuelle: DGUV Regel 102-602 / sichere-kita.de
    • 134 kWh/m²durchschnittlicher Wärmeverbrauch von Kitas je JahrQuelle: KEA-BW, Daten 2021
    • 1 JahrMiete einer provisorischen Heizung bei Defekt förderfähigQuelle: KfW-Merkblatt 422

    Kita-Heizung ausgefallen – was tun?

    Diese Schritte können Kita-Leitung und Träger sofort umsetzen. Sie ersetzen nicht die Abstimmung mit Ihrer Unfallkasse und Ihrer Aufsichtsbehörde, sie sorgen aber dafür, dass der erste Tag geordnet läuft.

    1. Störungsdienst oder Heizungsfirma anrufen und klären, ob die Reparatur Stunden oder Tage dauert. Fehlermeldung und Kesseltyp bereithalten.
    2. Raumtemperaturen messen und notieren. Orientierung: allgemein 20 °C, für Kleinkinder 21 bis 22 °C, Wickel- und Waschbereich 24 °C, Schlafraum 18 °C (sichere-kita.de nach DGUV Regel 102-602).
    3. Wärme bündeln: Gruppen in die wärmsten Räume zusammenlegen, Türen schließen, kurz stoßlüften statt Fenster kippen.
    4. Ersatzwärme organisieren: bei längeren Ausfällen eine mobile Heizzentrale anschließen lassen. Elektrische Heizlüfter nur kippsicher, außer Reichweite der Kinder und ohne Überlastung der Steckdosen.
    5. Träger und Eltern informieren: Was ist passiert, wie lange dauert es, sollen Kinder wärmer angezogen werden, gibt es eine Notbetreuung.
    6. Mit dem Träger klären, ob die Aufsichtsbehörde informiert werden muss und ob ein Teil- oder Notbetrieb nötig ist. Entscheidung und Gründe dokumentieren.

    Ersatzheizung und Förderung bei einem Defekt

    Ist der Kessel nicht mehr zu reparieren, wird eine mobile Heizzentrale angemietet. Sie steht im Container vor dem Gebäude und wird an den Heizkreis angeschlossen. Das überbrückt die Zeit, bis eine neue Heizung geplant und eingebaut ist.

    Wichtig für Kommunen: Die BEG-Heizungsförderung für Kommunen (KfW 422) fördert bei einem Heizungsdefekt auch die Miete einer provisorischen Heizung für bis zu ein Jahr, wenn anschließend eine förderfähige neue Heizung eingebaut wird. Die Details stehen im Merkblatt, mehr dazu unter BEG für Kommunen.

    Vorsorge: warum Kita-Heizungen ausfallen

    Eine bundesweite Statistik zum Alter kommunaler Heizkessel gibt es nicht. In der Praxis fallen Anlagen meist dann aus, wenn sie alt sind, Ersatzteile fehlen oder die Wartung aus Kostengründen gestreckt wurde. Viele Kitas sind kleine Gebäude, die im Liegenschaftsbestand weniger Aufmerksamkeit bekommen als Schulen.

    • Alter und Ersatzteillage der Anlage erfassen, für jeden Standort.
    • Wartungsverträge prüfen: Gibt es einen Störungsdienst mit fester Reaktionszeit, auch am Wochenende?
    • Verbrauch beobachten: Steigt der Verbrauch bei gleicher Nutzung, ist das oft ein frühes Warnsignal.
    • Notfallplan je Kita hinterlegen: Ansprechpartner, Platz für eine mobile Heizzentrale, Anschlussmöglichkeit.

    Wärmepumpe in der Kita: oft gute Voraussetzungen

    Die KEA-BW hat für Kitas in Baden-Württemberg einen durchschnittlichen Wärmeverbrauch von 134 kWh pro m² und Jahr ermittelt, der Zielwert liegt bei 50 kWh/m². Kitas haben lange Betreuungszeiten und brauchen höhere Raumtemperaturen als Büros. Umso wichtiger ist eine effiziente Wärmeerzeugung.

    Für eine Wärmepumpe sind Kitas oft gut geeignet: Viele neuere Gebäude haben Fußbodenheizung, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Bei älteren Kitas mit Heizkörpern zeigt eine Heizlastberechnung, ob einzelne Heizkörper getauscht werden müssen. Der Warmwasserbedarf ist meist klein und lässt sich dezentral lösen. Mehr unter Wärmepumpe.

    Contracting für Kitas: Störungsdienst inklusive

    Beim Wärmeliefer-Contracting baut und betreibt der Contractor die Heizung, die Anlage bleibt sein Eigentum. Wartung, Störungsdienst und Ersatzteile sind seine Aufgabe, nicht die des Bauamts. Die Kommune zahlt einen Wärmepreis und hat einen Ansprechpartner, wenn es kalt bleibt.

    Weil einzelne Kitas klein sind, lohnt es sich, mehrere Standorte in einem Vertrag zu bündeln, etwa mit Schule und Rathaus. Die Investition kommt nicht aus dem Haushalt, die BEG-Förderung kann der Contractor über KfW 522 selbst beantragen. Haushaltsrechtlich gilt Wärmelieferung in der Regel nicht als kreditähnlich, im Einzelfall entscheidet die Kommunalaufsicht.

    Häufige Fragen

    Ab welcher Temperatur muss eine Kita schließen?

    Eine feste Untergrenze für die Schließung nennen die Regeln nicht. Die DGUV-Empfehlungen (allgemein 20 °C, Kleinkinder 21 bis 22 °C) sind Orientierungswerte. Ob Notbetrieb oder Schließung nötig ist, entscheidet der Träger, im Zweifel in Abstimmung mit Unfallkasse und Aufsichtsbehörde.

    Dürfen in der Kita elektrische Heizlüfter aufgestellt werden?

    Als Notlösung ja, wenn sie kippsicher stehen, Kinder sie nicht erreichen und die Stromkreise nicht überlastet werden. Für mehr als ein paar Tage ist eine mobile Heizzentrale sicherer und meist günstiger im Betrieb.

    Wird eine Mietheizung nach einem Heizungsdefekt gefördert?

    Ja. Laut KfW-Merkblatt 422 ist bei einem Heizungsdefekt die Miete einer provisorischen Heizung für bis zu ein Jahr förderfähig, wenn danach eine förderfähige neue Heizung eingebaut wird. Prüfen Sie die Bedingungen vor dem Auftrag.

    Wie schnell kann eine mobile Heizzentrale stehen?

    Das hängt von Verfügbarkeit, Zufahrt und Anschlussmöglichkeit ab. Wer vorab einen Stellplatz und einen Anschlusspunkt festlegt, spart im Ernstfall die meiste Zeit.

    Lohnt sich eine Wärmepumpe für eine kleine Kita?

    Oft ja, besonders mit Fußbodenheizung. Kleine Gebäude haben aber kleine Verbräuche. Deshalb bündeln Kommunen Kitas mit anderen Liegenschaften, damit Planung, Betrieb und Ausschreibung sich lohnen.

    Wer ist bei Contracting für den Störungsdienst zuständig?

    Der Contractor. Bei Wärmelieferung gehört ihm die Anlage, er ist für Betrieb, Wartung und Störungsbeseitigung verantwortlich. Reaktionszeiten werden im Vertrag festgelegt, siehe Mustervertrag.

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    • Checkliste „Was Sie morgen prüfen sollten“ in jedem Kapitel
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    Inhalt

    1. 01Die Lage der Kommunen 2026 in Zahlen
    2. 02Benchmark: Wärmekennwerte kommunaler Gebäude
    3. 03Welche Gesetze jetzt gelten
    4. 04Fristen-Kalender 2026 bis 2030

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