Wie teuer ist es, eine Wärmepumpe zu mieten?
Eine Wärmepumpe zu mieten kostet im Einfamilienhaus meist rund 150 bis 210 Euro im Monat, der Strom kommt hinzu. Im Mehrfamilienhaus wird statt einer Gerätemiete meist Wärme geliefert: Grundpreis pro Monat plus Arbeitspreis je Kilowattstunde, Strom, Wartung und Reparaturen inklusive.
Die genannte Spanne stammt aus öffentlich ausgeschriebenen Mietangeboten von Energieversorgern und Heizungsanbietern für Einfamilienhäuser (Stand Oktober 2026). Die Laufzeiten liegen meist bei 10 bis 15 Jahren, am Ende gibt es häufig eine Kaufoption. Die Rate deckt in der Regel Gerät, Montage, Wartung und Reparaturen ab – den Strom für die Wärmepumpe beziehen Sie dagegen selbst, meist über einen eigenen Wärmepumpentarif.
Im Mehrfamilienhaus funktioniert die Preisbildung anders. Hier wird selten ein Gerät vermietet, sondern Wärme geliefert: Ein Contractor plant, finanziert, baut und betreibt die Wärmepumpe, Sie zahlen einen monatlichen Grundpreis und einen Arbeitspreis je gelieferter Kilowattstunde Wärme. Der Strom steckt bereits im Arbeitspreis. Diese Variante wird oft als „Wärmepumpe mieten“ gesucht, heißt am Markt aber Wärmelieferung oder Wärmepumpen-Abo.
Für einen fairen Kostenvergleich zählt deshalb nicht die Monatsrate allein, sondern die Summe aus Rate, Strom und allen Leistungen, die im Vertrag stehen oder eben fehlen.
| Position | Gerätemiete (Einfamilienhaus) | Wärmelieferung (Mehrfamilienhaus) |
|---|---|---|
| Monatlicher Fixbetrag | Mietrate, am Markt rund 150–210 € | Grundpreis, im Green WärmeAbo ab 219 € netto |
| Strom | zusätzlich, eigener Wärmepumpentarif | im Arbeitspreis enthalten |
| Verbrauchsabhängiger Preis | keiner, Rate ist fix | 12,9 ct/kWh netto, ab Paket Wohnanlage S 11,9 ct |
| Wartung und Reparatur | meist enthalten | enthalten |
| Effizienzrisiko | beim Kunden | beim Contractor |
Was ist in der Mietrate einer Wärmepumpe enthalten?
In der Mietrate einer Wärmepumpe sind meist Gerät, Planung, Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Reparaturen enthalten. Nicht enthalten ist in der Regel der Strom. Hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher, Elektroanschluss und Schallschutz sollten Sie im Angebot ausdrücklich prüfen, weil sie häufig extra kosten.
Mietangebote unterscheiden sich weniger in der Höhe der Rate als im Leistungsumfang. Prüfen Sie deshalb Position für Position, ob Planung und Heizlastberechnung, Montage, Elektroarbeiten, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung, Stör- und Notdienst mit Reaktionszeiten sowie der Austausch defekter Bauteile über die gesamte Laufzeit abgedeckt sind.
Wichtig ist außerdem die Endschaftsregelung: Was passiert nach 10 oder 15 Jahren? Üblich sind eine Kaufoption zum Restwert, eine Vertragsverlängerung oder der Rückbau. Ein Rückbau auf Kosten des Kunden kann eine günstige Rate im Nachhinein deutlich verteuern.
Was kostet eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus ohne eigene Investition?
Im Mehrfamilienhaus zahlen Sie bei Wärmelieferung einen Grundpreis pro Monat und einen Arbeitspreis je Kilowattstunde Wärme. Im Green WärmeAbo beginnt der Grundpreis bei 219 Euro netto monatlich, der Arbeitspreis bei 12,9 oder 11,9 Cent netto. Strom, Wartung und Reparaturen inklusive.
Die Pakete richten sich nach der jährlichen Wärmemenge für Heizung und Warmwasser. Das kleinste Paket „Haus S“ gilt für 36.001 bis 48.000 kWh im Jahr mit 219 € Grundpreis und 12,9 ct/kWh netto; ab dem Paket „Wohnanlage S“ (ab 108.001 kWh) sinkt der Arbeitspreis auf 11,9 ct/kWh netto. Alle Pakete und die Preisanpassung nach amtlichen Indizes stehen auf der Seite Preise des Wärmepumpen-Abos.
Ein Rechenbeispiel aus dem Contracting-Kostenrechner: Ein Objekt mit rund 166.000 kWh Wärmebedarf fällt in das Paket „Wohnanlage M“ (299 € Grundpreis). Daraus ergeben sich rund 27.800 € brutto im Jahr oder etwa 16,7 ct je Kilowattstunde Wärme – inklusive Anlage, Strom, Wartung und Reparaturen.
Für kleinere Gebäude unter 36.000 kWh, also typischerweise Einfamilienhäuser, ist das Abo nicht vorgesehen; dort ist der Kauf mit Förderung meist die günstigere Lösung.
Welche Kosten kommen zur Mietrate einer Wärmepumpe hinzu?
Zur Mietrate kommen vor allem die Stromkosten der Wärmepumpe hinzu, bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl 3,2 rund 1.400 Euro brutto im Jahr. Dazu können Kosten für Zählerplatz, Elektroanschluss, Rückbau der Altanlage und am Laufzeitende der Kaufpreis bei Übernahme kommen.
Die Stromkosten berechnen sich aus Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl mal Strompreis. Im Beispiel: 20.000 kWh ÷ 3,2 = 6.250 kWh Strom; bei 22,36 ct/kWh brutto (Wärmepumpentarif, TGA-Heizkostenbarometer September 2026) sind das rund 1.400 € im Jahr. Läuft die Anlage schlechter, etwa mit einer Jahresarbeitszahl von 2,8, steigen die Stromkosten auf rund 1.600 €.
Bei der reinen Gerätemiete tragen Sie dieses Effizienzrisiko selbst – der Vermieter der Anlage verdient an der Rate, nicht am Verbrauch. Bei der Wärmelieferung zahlen Sie dagegen je gelieferter Kilowattstunde Wärme; eine schlechte Jahresarbeitszahl belastet dann den Contractor. Wie stark die Jahresarbeitszahl wirkt, zeigt der JAZ-Rechner.