Kommunen · Förderung

    Quartierskonzept Wärme: vom Wärmeplan zur Umsetzung im Quartier

    Stand: 11. Oktober 2026

    Was ist ein Quartierskonzept für die Wärme?

    Ein Quartierskonzept für die Wärme untersucht mehrere zusammenhängende Gebäude, oft unterhalb der Größe eines Stadtteils. Es erfasst Verbrauch, Einsparpotenziale und erneuerbare Versorgungsoptionen und leitet konkrete Maßnahmen ab. Der Wärmeplan zeigt, wo gehandelt werden muss, das Quartierskonzept zeigt, wie. Gefördert wurde es über KfW 432, dort gilt seit 28.05.2026 ein Antragsstopp.

    Ein Quartierskonzept Wärme ist der Schritt zwischen kommunaler Wärmeplanung und Bau. Die Wärmeplanung teilt das Gemeindegebiet grob in Gebiete ein, etwa für Wärmenetze oder dezentrale Lösungen. Das Quartierskonzept geht in ein konkretes Gebiet und klärt, welche Gebäude wie versorgt werden können und was das kostet.

    Bisher war KfW 432 Energetische Stadtsanierung das Standardprogramm für solche Konzepte. Seit 28.05.2026 nimmt die KfW dort keine Anträge mehr an. Diese Seite erklärt Begriff und Inhalte, den Bezug zur Wärmeplanung und wie Kommunen ein Quartier jetzt weiterbringen.

    • 200.000 €maximaler Zuschuss je Quartierskonzept in KfW 432 (bis zum Stopp)Quelle: KfW-Merkblatt 432, 10/2025
    • 1 Jahrübliche Bearbeitungszeit eines Quartierskonzepts laut MerkblattQuelle: KfW-Merkblatt 432, 10/2025
    • 30.06.2028Frist für Wärmepläne in Kommunen bis 100.000 EinwohnerQuelle: BMWSB, Wärmeplanungsgesetz

    Quartierskonzept: Definition und Quartiersbegriff

    Die KfW definiert ein Quartier als mehrere flächenmäßig zusammenhängende private und öffentliche Gebäude einschließlich der öffentlichen Infrastruktur, etwa einer vorhandenen oder geplanten gemeinsamen Wärmeversorgung. Ein Quartier liegt in der Regel unterhalb der Größe eines Stadtteils. Es kann aus Bestand oder aus Bestand und Neubau bestehen und ist nicht auf Städte beschränkt, auch Teile kleiner Gemeinden zählen.

    Ein integriertes Quartierskonzept betrachtet nicht nur die Heizung. Es bezieht Städtebau, Denkmalschutz, Wohnungswirtschaft, Soziales, Mobilität und Klimaanpassung ein. Für die Wärme ist der Kern aber immer derselbe: Wie viel Energie braucht das Quartier, wie viel lässt sich einsparen und womit wird künftig geheizt?

    Was ein energetisches Quartierskonzept enthält

    Nach dem KfW-Merkblatt 432 deckt ein integriertes Quartierskonzept insbesondere diese Punkte ab:

    • Ausgangsanalyse der Verbrauchssektoren: kommunale Einrichtungen, Gewerbe, Haushalte und gegebenenfalls Industrie.
    • Abgleich mit vorhandenen Plänen: Wärmeplan, Klimaschutzkonzept, Stadtentwicklungs- und Bebauungspläne.
    • Gesamtenergiebilanz des Quartiers, CO2-Einsparpotenziale und Potenziale zur Energiegewinnung.
    • Versorgungsoptionen mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien, zum Beispiel ein Nahwärmenetz oder Gebäudenetze.
    • Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Schritten sowie Aussagen zu Kosten, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit, erarbeitet mit den Akteuren und der Öffentlichkeit.
    • Hemmnisanalyse, organisatorische Umsetzung sowie Erfolgskontrolle und Monitoring.

    Quartierskonzept und kommunale Wärmeplanung: der Unterschied

    Die kommunale Wärmeplanung ist Pflicht. Kommunen bis 100.000 Einwohner müssen ihren Plan bis 30.06.2028 vorlegen, größere Städte mussten bis 30.06.2026 fertig sein. Der Wärmeplan zeigt für das ganze Gemeindegebiet, wo sich ein Wärmenetz eignet und wo eher dezentrale Lösungen.

    Das Quartierskonzept ist freiwillig und geht tiefer. Laut KfW unterstützt es die beschleunigte Umsetzung der Wärmeplanung im Quartier, ersetzt sie aber nicht. Ausgaben der Wärmeplanung selbst waren in KfW 432 nicht förderfähig. Daten aus dem Quartierskonzept sollen so gesichert werden, dass sie für die Fortschreibung des Wärmeplans nutzbar sind.

    Wärmeplan und Quartierskonzept im Vergleich
    Kommunale WärmeplanungQuartierskonzept Wärme
    RechtsgrundlageWärmeplanungsgesetz, Pflichtfreiwillig
    Gebietganzes Gemeindegebietzusammenhängende Gebäudegruppe
    ErgebnisEinteilung in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebietekonkrete Maßnahmen, Kosten, Akteure
    Förderung über KfW 432ausgeschlossenbisher ja, Antragsstopp seit 28.05.2026

    Quartierskonzept Förderung 2026: was nach dem KfW-432-Stopp bleibt

    Bis zum Stopp gab KfW 432 75 % Zuschuss, für finanzschwache Kommunen 90 %, höchstens 200.000 € je Konzept und 400.000 € für ein Sanierungsmanagement. Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. Wann das Programm wieder öffnet, ist offen. Details auf der Seite KfW 432.

    Bis dahin lassen sich Teile anders finanzieren. Die Kommunalrichtlinie fördert Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanagement. Für ein Wärmenetz im Quartier fördert die BEW weiterhin Machbarkeitsstudien, Antragsteller ist der künftige Netzbetreiber. Hinzu kommen Landesprogramme.

    Vom Quartierskonzept zur Wärmelieferung

    Ein Konzept allein senkt keinen Verbrauch. Für die Umsetzung braucht das Quartier jemanden, der die Wärmeversorgung baut, finanziert und über Jahrzehnte betreibt. Das kann ein Stadtwerk sein, eine Bürgerenergiegesellschaft oder ein Contractor. Mehr zur Abwägung unter Stadtwerke oder Contractor.

    Typisch ist ein Nahwärmenetz mit einer Heizzentrale, an die kommunale Gebäude als erste Ankerkunden angeschlossen werden. Weitere Gebäude folgen nach und nach. Grundlagen zu Netzen finden Sie unter Wärmenetz und Nahwärme oder Fernwärme. Für Quartiere mit Mietwohnungen gelten zusätzliche Regeln, siehe Contracting für Wohnquartiere.

    Was Contracting für die Umsetzung im Quartier bringt

    Beim Wärmeliefer-Contracting baut und betreibt der Contractor die Heizzentrale und gegebenenfalls das Netz. Die Anlagen gehören ihm, die Kommune und weitere Abnehmer zahlen für gelieferte Wärme. Investitionsförderung beantragt der Contractor selbst, über KfW 522 für Gebäude oder über die BEW für das Netz.

    Betrieb, Wartung und Störungsdienst liegen beim Contractor. Die Kommune muss keine Investition im Haushalt veranschlagen. Ob der Vertrag haushaltsrechtlich als Wärmeeinkauf gilt und wie er zu vergeben ist, klären Sie im Einzelfall mit der Kommunalaufsicht, siehe Vergabe.

    Häufige Fragen

    Was ist ein Quartier im Sinne der Förderung?

    Laut KfW mehrere flächenmäßig zusammenhängende private und öffentliche Gebäude samt öffentlicher Infrastruktur, in der Regel kleiner als ein Stadtteil. Auch Teile kleiner Gemeinden können ein Quartier sein.

    Ersetzt ein Quartierskonzept die kommunale Wärmeplanung?

    Nein. Die Wärmeplanung ist Pflicht und betrifft das ganze Gemeindegebiet. Das Quartierskonzept vertieft ein Teilgebiet und soll die Umsetzung beschleunigen.

    Wird ein Quartierskonzept 2026 noch gefördert?

    Über KfW 432 nicht, dort gilt seit 28.05.2026 ein Antragsstopp. Teile lassen sich über die Kommunalrichtlinie, BEW-Machbarkeitsstudien oder Landesprogramme finanzieren.

    Wie lange dauert ein Quartierskonzept?

    Laut KfW-Merkblatt soll es in der Regel ein Jahr nach Auftragserteilung fertig und abgenommen sein. Das Ergebnis war bei Förderung auf der Website der Kommune zu veröffentlichen.

    Wo finde ich ein Beispiel für ein Quartierskonzept?

    Geförderte Konzepte mussten auf der Website der jeweiligen Kommune veröffentlicht werden. Suchen Sie gezielt nach Kommunen ähnlicher Größe in Ihrem Land. Die Landesenergieagenturen helfen bei der Suche.

    Wer setzt die Wärmeversorgung aus dem Konzept um?

    Die Kommune selbst, ein Stadtwerk, eine Bürgerenergiegesellschaft oder ein Contractor. Beim Contracting baut, finanziert und betreibt der Contractor die Anlagen und verkauft die Wärme.

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    Inhalt

    1. 01Die Lage der Kommunen 2026 in Zahlen
    2. 02Benchmark: Wärmekennwerte kommunaler Gebäude
    3. 03Welche Gesetze jetzt gelten
    4. 04Fristen-Kalender 2026 bis 2030

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