Contracting & Energiecontracting

    Energiecontracting: Formen, Kosten und Förderung im Überblick

    Was ist Energiecontracting?

    Energiecontracting ist der Oberbegriff für die vertragsbasierte Lieferung von Nutzenergie durch einen spezialisierten Dienstleister. Statt eine Anlage zu kaufen und zu betreiben, kauft der Eigentümer fertige Wärme, Strom oder Kälte. Der Contractor plant, finanziert, installiert, betreibt und wartet die Anlage.

    Beim klassischen Energiebezug kauft ein Gebäudeeigentümer Gas oder Strom von einem Versorger und betreibt seine Heizungsanlage selbst. Er trägt Investition, Wartung, Reparatur und Betrieb. Beim Energiecontracting liefert der Contractor dagegen fertige Nutzenergie – warmes Wasser in der Heizleitung, Strom direkt aus der Anlage oder Kälte für die Klimatisierung. Der Eigentümer kauft ein Ergebnis: warme Heizkörper, warmes Brauchwasser, gekühlte Räume.

    Neben der Energieart unterscheidet sich Energiecontracting darin, welche Aufgaben der Contractor übernimmt und wofür er bezahlt wird. Die DIN 8930-5 nennt vier Grundmodelle: Energieliefer-, Einspar-, Finanzierungs- und Betriebsführungs-Contracting. In Deutschland ist das Energieliefer-Contracting am weitesten verbreitet und die Grundlage des Wärmecontractings.

    Energiecontracting passt besonders, wenn eine Energiezentrale ohnehin ersetzt werden muss, Kapital nicht gebunden werden soll, technisches Personal fehlt oder mehrere Standorte einheitlich modernisiert werden sollen. Ausführlich: Energie-Contracting.

    Die drei Hauptarten des Energiecontractings
    ArtTypische AnlageGeliefert wirdTypisch für
    Wärme-ContractingWärmepumpe, BHKW, Pellet- oder HybridanlageHeizwärme und WarmwasserWohnungswirtschaft, Gewerbe, Pflege, Hotels
    Strom- bzw. KWK-ContractingBlockheizkraftwerkStrom und Wärme, Strom oft als MieterstromObjekte mit gleichmäßigem Strom- und Wärmebedarf
    Kälte-ContractingKältemaschineKälte für Klimatisierung und ProzesseGewerbe, Rechenzentren, Supermärkte

    Welche Arten von Energiecontracting gibt es?

    Die drei Hauptarten sind Wärme-Contracting für Heizwärme und Warmwasser, Strom- beziehungsweise KWK-Contracting mit gleichzeitiger Erzeugung von Strom und Wärme in einem Blockheizkraftwerk sowie Kälte-Contracting für Klimatisierung und Prozesskühlung. Wärme-Contracting ist mit Abstand die häufigste Form, Kombinationen mehrerer Arten sind üblich.

    Beim Wärme-Contracting installiert und betreibt der Contractor etwa eine Wärmepumpe, ein Blockheizkraftwerk, eine Pelletheizung oder eine Hybridanlage. Beim KWK-Contracting wird der erzeugte Strom als Mieterstrom an die Bewohner geliefert oder ins Netz eingespeist. Kälte-Contracting ist vor allem in Gewerbeimmobilien, Rechenzentren und Supermärkten relevant.

    Werden Strom, Wärme und Kälte aus einer Anlage gewonnen, spricht man von Trigeneration. Details zu den Formen: BHKW-Contracting und Wärmepumpen-Contracting.

    Was kostet Energiecontracting?

    Die Kosten bestehen aus einem festen Grundpreis für Bereitstellung, Betrieb und Wartung der Anlage, einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis je Kilowattstunde und meist einem Messpreis. Die Höhe hängt von Technologie, Energieträger und Objekt ab; aussagekräftig ist nur ein Vollkostenvergleich mit dem Eigenbetrieb.

    Der Arbeitspreis folgt über die Preisgleitklausel anerkannten Indizes: Steigen die Energiepreise, steigt er; fallen sie, sinken die Kosten. Beim Eigenbetrieb gehören neben dem Brennstoff auch Kapitalkosten, Wartung, Instandhaltung, Personal und Ausfallrisiko in den Vergleich.

    Beim Wärmepumpen-Abo von Green Contracting beginnt der Grundpreis bei 219 Euro netto im Monat, der Arbeitspreis liegt bei 12,9 Cent je Kilowattstunde netto, ab dem Paket „Wohnanlage S“ bei 11,9 Cent; die Details stehen auf der Seite Wärmepumpe Preise. Einen Überblick über Kostenbestandteile gibt die Seite Contracting-Kosten.

    Welche Förderung gibt es beim Energiecontracting?

    Für Unternehmen und Contractoren ist vor allem die KfW-Heizungsförderung 459 relevant, mit bis zu 30 Prozent Zuschuss auf förderfähige Kosten. Für Wärmenetze gibt es die BEW, für Effizienz in der Wirtschaft die EEW. Blockheizkraftwerke erhalten zudem Zuschläge nach dem KWK-Gesetz.

    Beim Energieliefer-Contracting beantragt der Contractor als Investor die Förderung auf eigenes Risiko. Der Vorteil wird in den Wärmepreis eingepreist und kommt so beim Kunden an, ohne dass dieser selbst Anträge stellen muss. Wichtig ist, dass die Anträge vor der verbindlichen Beauftragung gestellt werden.

    Die Programme im Detail: Contracting-Förderung und KfW 459 für Unternehmen.

    Was bedeutet Energiecontracting für Unternehmen?

    Für Unternehmen ist Energiecontracting ein Weg, Energiekosten und CO2-Bilanz zu senken, ohne Investitionskapital zu binden. Der Contractor finanziert, baut und betreibt die Anlage, das Unternehmen zahlt planbare Kosten als Betriebsausgabe. Das Prinzip lautet OPEX statt CAPEX: laufende Kosten statt Investition.

    Gerade bei mehreren Standorten oder energieintensiven Prozessen verbindet Energiecontracting planbare Energiekosten mit der Erfüllung gesetzlicher Pflichten aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und einer nachweisbaren Verbesserung von ESG-Kennzahlen. Beim Einspar-Contracting garantiert der Contractor zusätzlich eine messbare Einsparung.

    Ob sich das Modell gegenüber der eigenen Investition rechnet, zeigt der Rechner Eigeninvestition gegen Contracting.

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